Anthroposophie und Aberglaube

Michael Eggert:

Die Sektierer, Verschwörungstheoretiker und Schwafler innerhalb der Anthroposophischen Szene, die sich in allen möglichen Internet- Foren, Wegwerf- Blättchen, Pamphleten und Zeitschriften zur Zeit austoben, um ihren Kult gegen Christian Clements textkritische Betrachtungen von Rudolf Steiners Schriften zu verteidigen, haben eine lange Geschichte. Steiners bildhaftes Spätwerk, seine emotionalen, anti- amerikanischen Auslassungen im Umfeld des Ersten Weltkrieges, seine verschwörungstheoretischen Auslassungen insbesondere gegen Freimaurer und Jesuiten, haben den Spekulanten tatsächlich Steilvorlagen geliefert, in denen seine meditativen, praktischen und kulturell- produktiven Impulse auch hundert Jahre später vielfach versinken. Stattdessen wird seit jeher dumpf gegen die Stimmung gemacht, die auf selbständige und wegweisende Art mit Steiners Texten arbeiten.

Vor 40 Jahren war eines der Ziele, das bekämpft, angefeindet und totgeschwiegen werden sollte, Georg Kühlewind. Dem Verlag Freies Geistesleben ist es zu verdanken, dass dieser Autor zumindest publizieren, aber auch lehren konnte. Bereits in seiner ersten, wegweisenden Arbeit - „Bewusstseinsstufen. Meditationen über die Grenzen der Seele“ (1976) schrieb Kühlewind dazu folgendes (S. 36):

Durch das Erleben des Ich gelangen wir zum ersten geistigen Erlebnis des modernen Menschen. Ohne dieses kann man auf die Frage, was ist Geist, schwerlich oder gar nicht antworten. Denn wovon wir keine Erfahrung haben, stellen wir uns nach dem Muster derjenigen Erfahrung vor, welche wir besitzen. Deshalb wird das bildlich Gesagte, das Gleichnishafte im Bericht des Geistesforschers oft missverstanden. Solange man Geist, Seelisches, Ätherisches nur mit einem Hauch von feiner Substanzialität, Raumhaftigkeit, Zeithaftigkeit verbunden sich vorstellt, ist man fern vom Verstehen ihres wahren Wesens.“

Kühlewind sprach damit („Bericht des Geistesforschers“) natürlich die Arbeiten Rudolf Steiners an, der durch die wortwörtliche Auffassung der Sektierer auf Gröbste „missverstanden“ werde. Was dabei entsteht, ist der „Ungeist“ eines Kultes- das Gegenteil dessen, als was Anthroposophie aufgefasst werden sollte: „Wir können dem Geist nicht gegenüber stehen: er wird sogleich Ungeist. Er ist nicht außer uns; wäre er das, so wäre er Ungeist.“ (S. 37) Damit meint Kühlewind vor allem den Dualismus, mit dem heute mehr denn je der späte Steiner aufgefasst wird: Als eine jenseitige Geistwelt voller Engel und Gnome, die an sich und als solche bestehe und sich nur durch „höhere Wahrnehmung“ im Sinne einer Offenbarung erschließe. Geisteswissenschaft sollte „reine Aktivität“ sein, sonst verkomme sie zur „Lehre“ und „Doktrin“. Ein Anthroposoph müsse „von seinem noch so dialektischen Denken zum geistigen Erleben fortschreiten, sonst bleibe alles nur Wisserei, Dogma oder Glaube, der sich aber als solcher nicht erkennt und deshalb Unglaube ist: Aberglaube. Der Mensch ist kein Zuschauer im Erkennen des Geistes; er allein kann seine eigene Aktivität als Geist ent- decken. Dann kann er in dieser Aktivität die objektive Geistigkeit der Welt erleben. Die Schriften der Geistesforscher sind heute noch bei größter Publizität Geheimschriften: man muss den Schlüssel zu ihnen besitzen.“ (S. 37)

Heute sind alle Vorträge Rudolf Steiners, seine Werke, Bemerkungen, tradierten und nicht selten verfälschten oder aus dem Zusammenhang gerissenen Privatgespräche im Internet verfügbar. Eine riesige globalisierte Gemeinde spekuliert und fabuliert in Internet- Foren, schreibt Romane und Pamphlete und hetzt gegen jeden, der sich bemüht, seriös und eigenständig mit Steiner umzugehen- selbst und insbesondere dann, wenn es um allgemein anerkannte Arbeiten oder um die Repräsentanten, Zeitschriften und Vorstandsmitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft geht. Der Missbrauch geht immer wieder bis zu extremen politischen Positionierungen, persönlichen Unterstellungen und perfiden Verschwörungstheorien. Seit Kühlewind - dem dies ebenfalls widerfuhr- hat sich wenig geändert; es hat sich durch die neue mediale Landschaft lediglich potenziert.

Kommentare

  1. I
    Vielen Dank für diesen neuen und "hell machenden" Text. Manches bleibt auch im Dunkel.
    Nun, Geist und Ungeist. Ich möchte mal spontan etwas zu schreiben wagen, auch wenn mich das vielleicht skurril und verschroben erscheinen läßt.... Ich habe, wie viele andere Menschen auch, manchmal ein sagenhaftes Pech gehabt, Situationen, wo an Flipperautomaten oder Geldspielautomaten denlen mußte, weil man da "eine Serie holen" konnte... oder kann, ich hab da meinen Kollegen immer nur zugeschaut, mir war das zu teuer... Die Serie. Bei den sogenannten großen und kleinen Schicksals-Schlägen. Oft reicht ja auch schon - daß einem der Müllbeutel reißt, und sich der Biomüll ins Treppenhaus ergießt, während man dringend zum Bus muß, um einen wichtigen Termin nicht zu verpassen, und man schnell den Müll mitnehmen wollte... man muß nicht Jobverlust, Wohnungsverlust, Verlust von Freunden thematisieren... es gibt die Geschichte, wo die Sanitäter so lachen mußten, daß sie die Trage fallen ließen, und der Verletzte sich auch noch das Bein brach. Er hatte sich zuvor mit der Brotschneidemaschine tief in den Daumen geschnitten, sich mit Alkohol desinfizieren wollen, die Wattebäusche mit Alkohol in die Toilette geworfen, und eine Zigarette auf Toilette geraucht, es gab eine Stichflamme... So, wie man an manchen Tagen den Bus verpaßt, um die Frau seines Lebens zu treffen, gibt es Tage, die gewinnt man vielleicht eine Reise, daß einem das größte Unheil seines Lebens widerfährt. Zu solchen "Serien" sagte ich öfter wütend "Der böse Gott hat wieder zugeschlagen. Ahriman und seine Scharen haben bewirkt, daß meine letzten 5 Mark im Zigaretten-Automat steckenblieb, hätt ich mir doch besser einen Döner gekauft..!"

    Ram Dass und ein guter Freund von mir sagen: "Das alles ist man selbst.!" Natürlich nicht auf der Ebene des Egos und des Subjekts, wo man sich mit seiner Person identifiziert, die eine Rolle spielt.
    Aber, ein spezielles meditatives Erleben, auf solche Weise in Worte gefaßt... was dann .. die Worte .. für einen Schaden.. anrichten... und welche Schäden... solche Worte verschlimmern können!
    Das Erleben in der Meditation nämlich bewirkt eher heilendes Verständnis der Mitwelt.
    Worte aber richten oft Schaden an.

    Es gibt einen Vortrag, wo Steiner sagt, daß man im Blumenbucket (was man dort beim Rednerpult hindrapiert hatte) selber darinnen ist, wenn man es wahrnimmt, es sei die Illusion der "Maya"-Welt (sanskrit) - wahrzunehmen, man sei außerhalb des Buckets, um es als Subjekt als Objekt wahrzunehmen.

    Die Zeit und die Welt, in der man existiert, beinhaltet einen selbst. Alles, was einem schicksalhaft wird, und einem geschieht. Wurde mir oft auch so gesagt, auf jeweils verschiedene Weise, in verschiedenen Schulungs-Weges-Sprachen. Unter unterschiedlichen Voraussetzungen und Ansätzen. Die Hitlerzeit gehörte zur Dietrich und zur Riefenstahl.
    m.butty

    AntwortenLöschen
  2. II
    Nun: Ich finde das eben dann problematisch, wenn auf dieser Ebene sich ein Schuldbegriff einschleicht. Wenn auch mit solchen Gedanken, die unbegriffen bleiben, die nur eine "Information" werden, ins Unreine gedacht und geschlossen wird. Denn man kennt das von der Esoterikmesse: Alles, was einem passiere, so die "Biker- und Hausfraun-Esoterik", habe man sich im Himmel vorher ausgesucht, um daran zu wachsen, Grenzen seien "allein dazu da, sie zu... richtig!... überwinnn-den!" hmmm... So, als habe man im Himmel den Fallschirm an, und springe wo ab, um schwierige Aufgaben zu lösen? Das "Karma". So entseht ganz schnell wieder so eine Prädestinationslehre. Mit unerreichbar hohen Ansprüchenfür die Gläubigen, und einer Rechtfertigung für die souverän solches "Lehrenden"..."Tja, ich hab ein gutes Karma, und hab im Himmel mit den Engeln beschlossen, nochmal als reicher, gesunder, schöner Mann zu inkarnieren, um den Menschen zu helfen, etwa solchen wie Dir. Du hast Dir selber ausgesucht, als Hartz-Vier-Empfänger zu inkarnieren, darum beschwer dich nicht, denn das wäre ja widersprüchlich."
    Oder Menschen, die in Diktaturen Verfolgung und innere Emigration aushalten müssen. Selber ausgesucht? Gipfelnd in der Esoterik eines Bert Hellinger, der glaubt, im Zuge eines ganzheitlichen Denkens "Täter" und "Opfer" auf einer "okkulten Ebene" vertauschen zu können. Man darf also raten, wer sich nach den Verbrechen etwa Hitlerdeutschlands bei wem zu entschuldigen habe, nach solchen kruden Lehren: Ich jedenfalls gerade angesichts solcher Gedanken in entsetzte und verzweifelt ohnmächtige Wut!

    Dennoch, obwohl viel Unsinn geredet wird, ist eindeutiges Böses in der Welt. Um einen selber, als Ego und als Subjekt findet es statt. Das Böse. "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"... sagt der Christus vor Pilatus, dem Verwalter "dieser Welt". Jesus sei schließlich am Kreuz gescheitert, sagte der koreanische Massen-Guru Mun. Steiners Goetheanum ist abgebrannt, weil es nicht wirklich vereinbar war mit den Zeiterfordernissen, und kein Segen darauf lag, behaupten manche eher erzkatholische Kreise...Das sind alles Gedanken weltanschaulicher Spiegekabinette und Labyrinthe, ich führe sie an, weil es sie gibt und gab.
    "Was einem im Schicksal widerfährt, das ist man prinzipiell selbst! Darin spiegelt sich ein Aspekt des eigenen Selbst" ist ein meditativer Satz, der mit Prädestinations - und hellingerschen Konzepten und schlichter Vergeltungs-Karma-Lehre nichts zu tun haben kann. Natürlich habe ich wenig Erfahrung, und noch weniger Erfahrung, eigene Erlebnisse klarer einordnen zu können (bin aber zuversichtlich), sondern nur Erfahrung darin, zu erkennen, was "es" - nicht - ist... Ich fände es angenehm, und hilfreich, über solche Dinge tiefer nachzudenken...
    m.butty

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Mischa,

      danke für Deine Gedanken.
      Du weist mit Recht darauf hin, daß es eine schlimme Auswirkung der „Selber ausgesucht“-Vorstellung wäre, wenn sich auf dieser Ebene ein Schuldbegriff einschliche.
      In meinem letzten Blogartikel habe ich mich mit dem Thema „Schicksal“ befaßt und geschrieben:
      »Wir beginnen zu ahnen: ähnlich wie Michelangelo den Marmor für jedes seiner Werke sorgfältig ausgewählt hat; ähnlich wie Nikolaus Harnoncourt sich für jede Aufführung die „richtigen“ Sänger erwählt – so richtet sich wohl auch alles, was uns „widerfährt“, nach dem, was wir selbst uns für dieses jetzige Leben vorgenommen haben.«
      - - - das könnte leicht als das mißverstanden werden, was Du als „Biker- und Hausfraun-Esoterik“ bezeichnest (;-) wieso eigentlich gerade Biker?).
      Daher möchte ich Dir etwas darauf antworten:

      Erstens geht es mir überhaupt gar nicht darum, die Schicksale anderer Menschen nach solchen Kriterien zu „beurteilen“. Was jemand anderem „widerfährt“, und was er schließlich daraus macht, das betrachte ich von außen; es geht mich (jedenfalls solange er sich mir nicht anvertraut) nicht das geringste an, in welcher Weise er sich etwas davon „ausgesucht“ haben mag, und es steht mir weder zu, ihm deswegen „Schuld“ zuzuweisen, noch auch, ihm „Vorwürfe“ daraus zu machen, wie er sich zu seinem Schicksal stellt.

      Und zweitens geht es mir auch in der Begegnung mit meinem eigenen Schicksal niemals um „Schuld“.
      Ein Schuldgefühl kann ja erst dann entstehen, wenn man das, was einem da „widerfährt“, was einem als Schicksal entgegentritt, negativ bewertet.
      Diese negative Bewertung von „Schicksalsschlägen“ versuche ich zu vermeiden.
      Daher rührt mein Vergleich mit Michelangelo: wenn Michelangelo nur darauf geblickt hätte, daß dieser Marmorblock von einem anderen Bildhauer „verdorben“ worden war, dann hätte er niemals seinen David daraus befreien können. Er mußte zuallererst von jeder negativen Bewertung ab-sehen und den Block als etwas „Gutes“ betrachten (;-) bei Rudolf Steiner heißt es „Positivitätsübung“…) - - -

      »Was einem im Schicksal widerfährt, das ist man prinzipiell selbst! Darin spiegelt sich ein Aspekt des eigenen Selbst.«
      Es macht einen großen Unterschied, ob ich diese Sätze mit Blick in die Vergangenheit lese (was ist die „Ursache“ für das, was mir „widerfährt“? Oder auch: wer ist „schuld“?), oder mit Blick in die Zukunft (was will ich daraus machen?).

      Insofern – mit Blick in die Zukunft – sage ich mit Jostein: Es gibt nur gutes Karma.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      Löschen
    2. Zu Schuld und Schicksal:
      Das Schicksal schlägt in welcher Form auch immer zu:
      Der unreflektierte Mensch haut demjenigen der "Schuld" an seinem Schicksal hat auf die Nuß, übt Rache oder sucht sonstwie Vergeltung, und fühlt sich wieder gut.
      Der Biker- und Hausfrauen-Esoteriker (wenn man denn schon ganze Menschengruppen einen negativen Stempel aufdrücken muß;-) ) dankt seinem Peiniger, läßt sich auch gerne nochmal schlagen, erzählt allen mit leuchtenden Augen und milder Stimme davon und rät dazu es ihm gleich zu tun. Er glaubt dadurch wieder "weiter zu sein", und schließlich ist es das was zählt, wonach er lechzt.
      Der Psychologe rät dazu sein eigenes Verhalten anzugucken und die Strukturen zu durchschauen die immer wieder das Schicksal in derselben Form herausfordern. Dann rät er einem sein Verhalten zu ändern, sprich mit viel Übung jemanden aus sich zu machen der man nicht ist mit dem Ziel seinem Schicksal geschickt auszuweichen.
      Der ernsthaft sich entwickelnwollende Mensch begegnet sich selbst, anderen Menschen und seinem Schicksal offen und vorurteilsfrei. Er erlaubt sich zu zweifeln, sich zu fürchten, wütend zu sein, zu verzweifeln..... um immer wieder zu seiner offenen, annehmenden Haltung zurückzukehren. Er nimmt sein Schicksal an anstatt dauerhaft mit ihm zu hadern und versucht es zu Ergründen unter Einbeziehung aller daran Beteiligten. Destruktiv wirkendes wie Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Anfeindungen und dergleichen zu vermeiden sind ihm dabei das Wichtigste weil er weiß daß all das in die entgegengesetzte Richtung führt.

      B.

      Löschen
    3. Lieber Mischa,

      »Der ernsthaft sich entwickelnwollende Mensch begegnet sich selbst, anderen Menschen und seinem Schicksal offen und vorurteilsfrei. Er erlaubt sich zu zweifeln, sich zu fürchten, wütend zu sein, zu verzweifeln..... um immer wieder zu seiner offenen, annehmenden Haltung zurückzukehren. Er nimmt sein Schicksal an anstatt dauerhaft mit ihm zu hadern und versucht es zu Ergründen unter Einbeziehung aller daran Beteiligten. Destruktiv wirkendes wie Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Anfeindungen und dergleichen zu vermeiden sind ihm dabei das Wichtigste weil er weiß daß all das in die entgegengesetzte Richtung führt.«
      Ja.
      Und das „selber ausgesucht-Konzept“ (ganz unabhängig davon, ob es nun „wahr“ ist oder nicht) kann eine sehr gute Hilfe dabei sein, das eigene Schicksal anzunehmen.
      Dennoch halte ich nicht viel davon, sich ein solches „Konzept“ zu eigen zu machen, weil jemand (Lehrer, Guru, Freund, Esoterik-Ratgeber) dazu „rät“, oder auch nur, weil man sich dessen bewußt ist, daß es diese Hilfe bietet. Man würde dann wohl immer wieder zweifeln, sich fragen, ob man sich nicht einfach nur in die Tasche lügt...

      Wovon ich in meinem Artikel geschrieben habe, das ist kein „Konzept“, das ich mir in der Not zurechtgelegt habe, sondern das ist etwas, das ich erlebt habe. Deshalb habe ich im Aufsatz auch von meiner Krankheit gesprochen: ohne sie wüßte ich wohl gar nicht wirklich, wovon ich da rede, sondern würde bloß Angelesenes wiederkäuen.
      Aber meine Überzeugung entstand eben nicht aus Gedanken, Überlegungen, Spekulationen – sondern sie erwuchs aus Emp-findungen, im Inneren Aufzufindendes, zunächst ganz leise und undeutlich, und beinahe unbewußt, das ich dann nach und nach ins Bewußtsein gehoben und formulierbar gemacht habe. Zunächst nur für mich persönlich – ob andere etwas damit anfangen können, wäre eine ganz andere Frage, die ich mir damals nicht stellte.
      Und später festigte diese Überzeugung sich, im Zuge der nachträglichen Betrachtung meiner Entscheidungen, die ja auch in vielen Fällen zunächst mehr oder weniger unbewußt erfolgten, „aus dem Bauch heraus“…

      Das alles geschah lange, bevor ich mit den Schriften und Vorträgen Rudolf Steiners in Berührung kam.

      (Fortsetzung folgt)

      Löschen
    4. (Fortsetzung)

      Und als ich, viele Jahre später, las, was Rudolf Steiner vor bald 101 Jahren in Wien gesagt hatte, da erkannte ich es wieder:

      »Wie man sagen muß: Wahrnehmen und Denken erzeugen in uns etwas, was eigentlich wie ein Ertöten ist - beim Denken allerdings durch die Gegenwirkung zugleich eine Art Anfeuerung zu einem künftig Lebendigen -, so müssen wir sagen: Jedes Gefühl, das in uns sitzt, jedes Gefühl, das in uns auftritt, wird eigentlich nicht ganz ge­boren in uns, kommt nicht ganz zum Dasein. Würde alles, was in uns sitzt indem wir fühlen, herauskommen, so würde uns das, was da im Gefühle lebt, ganz anders ergreifen, ganz anders durchkraften. Das was hinter dem Gefühle sitzt, was das Gefühl zu einem Lebewesen macht, zu einem Lebewesen, dessen Leben gespeist wird aus dem ganzen Planetensystem, das kommt nicht unmittelbar heraus. Das Gefühl kommt wiederum nur wie ein Schatten dessen, was es eigent­lich ist, aus uns heraus. Das bewirkt, daß wenn man einmal so recht in seine Gefühlswelt mit einer tieferen Menschheitsempfindung Ein­gang findet, man eigentlich jedem Gefühle gegenüber etwas Unbe­friedigendes empfindet. Jedem Gefühle gegenüber empfindet man, es könnte gesteigert werden, es könnte stärker hervortreten. Namentlich muß man dem Gefühle gegenüber etwas wie ein geheimes Erlebnis haben: es könnte uns viel mehr verraten, als in ihm liegt, es verbirgt etwas, was in unserem Innern lebt, was in den Tiefen der Seele ist, und was nur halb geboren heraufkommt.
      Wenn wir auf unseren Willen eingehen, auf alles das, was in uns Wunsch und Wille sein kann, so ist es hier, nur in einem höheren Maße, ebenso wie es beim Gefühle ist. Nur daß hinter dem Willen die geistige Wesenheit, die Grundwesenheit steht, die eigentlich in der Sonne lebt. Nicht bloß das, was in den Planeten lebt, sondern das, was in der ganzen Sonne lebt, lebt da im Willen auch mit darin. Aber es verbirgt sich. Der Wille wird noch weniger ganz geboren als das Gefühl. Der Wille würde uns ganz, ganz anders durchdringen, wenn alles, was in ihm liegt, wirklich in unserem Bewußtsein zum Vorschein käme. Es kommt wirklich nur die alleräußerste Oberfläche des Willens, es kommen nur die alleroberflächlichsten Schaumgebilde des Willens zum Ausdruck. Das andere bleibt uns verborgen. Und warum bleibt uns im Gefühl und im Willen im Grunde genommen eine ganze Welt verborgen? Weil das, was uns verborgen bleibt, wenn es angeschaut würde vom physischen Plane aus, von uns nicht ertragen werden könnte. Vom physischen Plane aus nähme es sich so aus, daß wir es abwehren wollten, daß wir uns abwenden wollten davon.
      Das, was da im Gefühl und im Willen lebt und ungeboren ist, das ist werdendes Karma.«

      Herzlich,
      Ingrid

      Löschen
    5. ..öhm... der "B" .. ist nicht der Mischa, liebe Ingrid... der oder die "B".. da sind mir zuviel Imperative und positive Einforderungen... aufgezählt...Ein "Vorher-Nachher-Bild", plus Rezept "wie es geht "..ob wohl ich die Forderungen natürlich unterschreiben kann!
      Aber ich lese Deinen Aufsatz jetzt erst einmal, denn "genützt" hat es mir immer, Ingrid zu lesen... denn ich hab noch nix von Deiner heutigen Antwort eingesehn.., bin gespannt!
      Ich habe weiter unten was geschrieben, mit paar Fehlern, wieder mal, die sich eingeschlichen haben, damit der Leser etwas zum Verzeihen hat...wenn es der Leser denn liest..
      Herzlich, mischa butty

      Löschen
    6. Liebe Ingrid,
      Das "Selber-ausgesucht-Konzept" ist ein zweischneidiges Schwert. Es kann zur Annahme des Schicksals führen, aber damit auch zu einer gewissen Art von Fatalismus. Entscheidend ist wie bei allem die Art und Weise damit umzugehen.
      Wobei ich mich auch gerade frage ob die "selber-ausgesucht-Vorstellung" so richtig ist. Die Frage ob man will oder nicht stellt sich glaub ich gar nicht, nicht im "Himmel" und nicht auf der "Erde". Es ist vergleichbar mit einer Geburt. Die tritt unweigerlich ein. Da hat man auch vorher eine Ursache gesetzt, etwas entwickelt sich, wird reif, und wenn es Zeit ist wird man mit dem Ergebnis konfrontiert.

      B.

      Löschen
    7. Lieber Mischa, liebe(r) „B.“,

      verzeiht bitte, daß ich Euch verwechselt habe.
      Ich habe B.s Ausführungen nicht als „Forderungen“ empfunden, sondern eher als Feststellungen. Denen ich aus eigener Erfahrung zustimme.
      Es geht mir nicht darum, daß man sich darum bemühen „soll“, zu „reifen“, und ein schlechtes Gewissen haben muß, solange man noch nicht am „Ziel“ angelangt ist.
      Reifen geschieht. Und das braucht Zeit – und Leben.

      @ B.:
      »Wobei ich mich auch gerade frage ob die "selber-ausgesucht-Vorstellung" so richtig ist.«
      Für mich ist es, wie schon erwähnt, keine „Vorstellung“, sondern ein Erlebnis. Als ich krank wurde, wußte ich sofort: das ist meine Krankheit. Ich kann es nicht anders beschreiben. Und es führte in meinem Fall nicht zu „Fatalismus“, sondern eben zu der Einstellung, die ich in meinem Aufsatz darzulegen versucht habe.

      Aber ich will nicht behaupten, daß das immer und unter allen Umständen „richtig“ wäre.

      Wie Du sagst:
      »Entscheidend ist wie bei allem die Art und Weise damit umzugehen.«

      Herzlich,
      Ingrid

      Löschen
    8. Liebe Ingrid,
      für mich kein Problem, die Verwechslung. Mein dickes B. lädt ja auch geradezu dazu ein :-) . Deinen Artikel habe ich noch gar nicht gelesen, werde das aber nachholen, bin leider zur Zeit privat und beruflich sehr eingespannt.

      B.

      Löschen
    9. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    10. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    11. Liebe Ingrid,
      ich habe Deinen Artikel jetzt gelesen. Auch wenn man all das von dem Du da schreibst weiß - man vergisst es allzu leicht wenn einen der Sturm des Lebens packt und hin und her wirft. Dann tut es gut von irgendwoher daran wieder erinnert zu werden. Danke!

      Löschen
  3. Schicksal oder Karma? In meiner Sicht wirkt Karma von früher nur bis hin zum jetzigen Kopf. In den Händen und Füßen wirkt kein Karma hinein (da wo wir sie benutzen wollen), mit dem wir entschuldigen könnten, dass wir jemand schlagen oder töten dürfen. Das Handeln kommt nicht aus Karma, sondern lässt nur Karma entstehen, wenn es jemanden verletzt, die Natur, ein Tier oder einen Menschen. Diese trockene Wahrheit ist möglich zu erkennen, ohne hineingeschaut zu haben hinter den Kulissen, wo nur Geist ist.
    Wo mir Pech wiederfährt, kann ich es durchschauen, wenn ich es nicht als etwas anschaue, das ich verdient habe, weil ich «mieses Karma» habe. Es gibt diese Sorte nicht. Es gibt nur gutes Karma, das gemessen werden muss and den vergangenen Aktionen früherer Leben, die wir normalerweise nicht erinnern oder warum auch immer ausklammern. Nur unsere Bewertung misst alles mit unseren Glückswünschen für das Leben und dem sogenannten Normalen.
    Das Geist-Erkennen geht auch nur über das Erleben und zwar, wie Kühlewind beschreibt: durch das eigene Ich-Erleben. Deswegen, wenn wir beim Ich bleiben könnten – in unseren Gesprächen und Debatten – und Ich-Erlebnisse, Ich-Erfahrungen, Ich-Begegnungen und womöglich auch Du(das andere Ich)-Begegnungen beschreiben würden, kommen wir nicht in dieses Bewerten des anderen, des Andersartigen hinein. Solange zugelassen wird, dass das Ego-Nicht-Erleben im Wege des Ich-Erlebens stehenbleibt – und dies sind die sozialen Zustände, die Michael im Beitrag beschreibt –, wird die negative „Ego-Potenzierung“ anschwellen, die aber keine reale Potenzierung ist, weil nur das Ich, das Geist ist, kann sich potenzieren, ohne seine Identität zu verlieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. 1
      Liebe Runde
      Wo es um die Frage nach einer Schuld geht, geht es denen, die sich für Gewinner halten, um ihre Macht, ihre Rechtfertigung ("mein - gutes - Recht"), für die, die sich als Verlierer, d.h. freilich als Betrogene empfinden, denen geht es um Ausgleich, um Gerechtigkeit. Auch das Wort "Geld" kommt nicht von ahd. "kulta", also Gold, sondern von ahd. "geltan"- also "vergelten". "being guilty" im Englischen transportiert noch diese Bedeutung.

      Viele Menschen verstehn das Leben als eine "Reise nach Jerusalem", wo immer ein Stuhl weniger ist, als Mitspieler. Wenn - das Spiel - denn fair verläuft, ist es eigentlich zu 50 % Lotterie, des weiteren 50 % Reaktion und ein wenig Wendigkeit, Geschick. Auch im Leben braucht man auch mal etwas Rückenwind, und gute Fügungen. Das mit dem Fleiß versteht sich ja von selbst. Ein Boot mit einem trägen und unmotivierten Segler treibt irgendwohin, da nützt die beste Briese nichts.. Nun ist es so, daß diejenigen, die viel Rückenwind haben, diesen für selbstverständlich halten. Und ein Buch schreiben, wie sie ihn "gemacht" haben, daß jeder Segler "günstigen Wind machen kann", wenn ..."man braucht nur positiv zu denken!" Das trifft für manchen zu, aber viele bitten vergeblich um eine Brise. Wenn die Natur fallen läßt, der hat ein Problem. Schicksals-Schläge werden manchmal von unseren Mitmenschen wie eine Waffe benutzt, die sie gegen uns richten. Und die sie schlimmstenfalls auch nutzen.

      Ironisch anzumerken: Das Problem iste eben auch, kein weiteres eigenes Buch den Erfolgsbüchern hinzufügen zu können, "daß Fleiß und guter Wille und eine postive Einstellung" überall hinführen, wohin man auch nur möchte! Wo man diese Bücher doch so mochte. Wer depressiv ist, kann noch so viele Bücher lesen und Vorträge hören, von naturbegabt fröhlichen Leuten, die immer wieder aus ihren Tiefs emporhüpfen..
      Grenzen sind nicht immer zum Überwinden da: Schöne Träume sind nicht immer dazu da, sie wahr zu machen- denn- Karma ist gut! - viel Schönes widerfährt uns, wenn wir schöne Träume aufgeben ("Glückwünsche" nennt sie Jostein :-) ) - Denn schöne Träume (Erfolgswünsche) - können uns genauso hindern, wie Ängste und Sorgen!

      Ein Boxer! Der lernt nicht nur, daß er selber "der Größte" ist, er lernt auch "daß, und warum andere niemals Erfolg gegen ihn haben können"! Viele esoterische Seminare haben ebenso zum Ziel, daß die Klienten dort lernen, daß andere, daß Konkurrenten, auch - haha :-)) -, spirituelle Konkurrenten, niemals Erfolg haben können. Auch wenn diese Seminare so harmlos vorgeben, es ginge um Selbstverwirklichung. Hierzu bräuchte es wenig der Seminare. Doch zu lernen, daß andere nichts taugen, - auch wenn nur ausgesprochen wird, wie ich "lerne", mich "für wunderbar" zu halten, - erst das gibt vielen erst die Kraft, das Leben, welches als dieses Spiel des um die Stühle wanderns erlebt wird, zu bestehn...
      m.butty

      Löschen
    2. 2
      Ich selbst habe immer in der Anthroposophie, - und in anderen Schulungswegen, wo ich, falls es meine begrenzte Intellektualität denn zuließ, zu vergleichen suchte, Parallelen oder Diametrales aufzufinden suchte - etwas Erneuerndes und Rebellisches gesucht. Ich fühlte mich zu Anthroposophen hingezogen, die Temperament hatten, Vitalität.
      Und aufzeigten, daß Steiner kein Anwalt der Spießbürger (Stempel, Menschengruppe?) war, die alle zwei Stühle besetzten, ein Sach hatten, ein Erbe, einen Konservatismus.. - oder Anthroposophen, die kritisch, leise waren, und verständnisvoll auch gegenüber denen, die keine Stuhl erwischen konnten, ohne gemein zu machen. Nicht mit "Gewinnern", nicht mit "Verlierern".

      Ich suchte eine Tür ins Freie. Weg von dem Spiel "Reise nach Jerusalem" in dieser .. Höhle des Konkurrenz-Denkens. (Platons "Gleichnis der Reise nach Jerusalem", bei Platon hieß es wohl.. "Reise nach Athen")... und fand oft ein hierarchisches und konservatives Denken vor...

      ...darum sagte ich "Biker" .. denn auch die.. "Born to be wild!" .. haben oft rebellisch angefangen, und endeten als Spießbürger, als Menschen, die dann doch einen sehr engen Normenkatalog bevorzugten. Und hübsche lebenslustige Frauen, leuchtend und in Sonnenuntergänge hineintanzend, nur gut......., "Hausfrauen" gibt es seltener, nicht mal Eva Herman ist Hausfrau, sondern bis heute immer noch auf ihre Weise aktiv. Stempel: Esoterikbuchhandlung, Nagelstudio, Solarium? Blieb übrig von "der großen Freiheit". Ein enger Wertekanon, der eher bedrückt. Im Gewande von "Spiritualität", die eher noch Schmuck ist, was nie eingestanden wird...Schmuck? Nun, welche Funktion hat denn Schmuck? So eine Halskette ist erstmal eine Sparkasse, und nicht bloß schön...

      Da geht es immer um Macht. Im Vordergrund steht das bunte Spektrum der Aurasoma-Öle, bunte Packungen von Räuchwerk. Oder eben, wie bei Herrn Niederhausen, der mir auch ein wenig weiblich anmutet, um das zur Verfügung stellen von Spiegeln für die verletzte Eitelkeit. Überall Zeichen, Symbole, Schmuck, Amulette, Talismane... und... Rechtfertigungen. Gegen die man sich dann wehren möchte, denn so lange man lebt, und sozial interagiert... ist man "im Spiel":

      Nur kann man allmählich eine Haltung entwickeln, entweder zu schweigen, oder aufzulösen.
      Aber meistens kann man nur schweigen. Da, wo es um Macht und um Rechtfertigung eigener (monetärer, intellektueller, kultureller, 'sozialkompetente' usw.) Exklusivität geht..
      Wenn wir auf so etwas wie unsentimentale Liebe vertrauen, kann es freilich nur ein gutes Karma geben. Wenn uns der Schutzengel auf Erden nicht mehr schützen kann, weil wir Sterbliche sind, so beginnt er sofort, unseren Übergang über die Schwelle hilfreich vorzubereiten," (Butty)
      Fazit? Vielleicht: Es ist nicht leicht, einfach nur Vorurteile abzubauen, wenn für manchen das Leben ein heftiger Konkurrenzkampf ist, was zu Unrecht und Mißverständnis und Trennungen führt, einen zurückwirft, in ungewollte Emotionen (seelischer Infekt), wenn Schicksals-Schläge instrumentalisiert werden, und eine Lebenskrise vom Umfeld genutzt wird, einen Menschen, der eventuell polarisiert, zu pathologisieren.
      Eine innre Haltung "Das alles ist man selbst" einzunehmen, einschließlich all der Erinnerungen und Hoffnungen, der Seele, die es zu beobachten, zu sänftigen gilt... es kann im Alter leichter werden. Aber der Frühling ist immer wieder schön.
      m.butty

      Löschen
    3. Es tut mir leid wenn mein Kommentar von heute morgen wie eine Anleitung "wie man es macht" erscheint. Vielmehr waren es meine "laut" gedachten Gedanken zum Thema.
      Um nochmal die Stempel und Vorurteile aufzugreifen: Ja, wir alle sind im Spiel des Lebens. Und ich glaube wir alle stempeln ab und werden abgestempelt, haben zuweilen Vorurteile und werden vorverurteilt. Und ich glaube auch daß jeder das Leben zumindest zeitweise als Konkurrenzkampf empfindet. Das zu begreifen fände ich wichtig.
      Denn tut man es nicht, was entsteht denn dann? Ein zusätzlicher Konkurrenzkampf darum wer berechtigt ist sich als wirklich vom Leben benachteiligter zu empfinden, meiner Einschätzung nach. Und fleißig wird die Spirale von vorverurteilen und abstempeln aufrecht erhalten.
      Deshalb schrieb ich oben daß eine offene, annehmende Haltung wichtig wäre. Daß es nicht leicht ist Vorurteile aufzugeben die einem lange Zeit einen gewissen Schutz (denkt man) gaben weiß ich, und es wäre dumm alle Vorsicht fahren zu lassen. Was ich meine, worum es mir ginge, wäre vielleicht eine vorsichtige Offenheit. Kein naives, grenzenloses Öffnen, aber auch keine meterhohen Mauern aus Vorurteilen die weder rein- noch rauskommen erlauben sondern ein Gefängnis bedeuten.

      B. (nicht Butty ;-) )

      Löschen
    4. "Und ich glaube auch daß jeder das Leben zumindest zeitweise als Konkurrenzkampf empfindet. Das zu begreifen fände ich wichtig. Denn tut man es nicht, was entsteht denn dann? Ein zusätzlicher Konkurrenzkampf darum wer berechtigt ist sich als wirklich vom Leben benachteiligter zu empfinden, meiner Einschätzung nach. Und fleißig wird die Spirale von vorverurteilen und abstempeln aufrecht erhalten."
      Da ist dann ein "Stop!" angesagt, in beiderseitigem Einverständnis. Im Gespräch ist so etwas noch am Einfachsten. Der Versuch wenigstens, eine Meta-Ebene ... einzurichten. Denn eigene Meta-Ebene hat jeder im Angebot: Für den Andern! :-) Napoleon und Zar Alexander I haben mitten auf dem Fluß verhandelt..."mitten auf dem Strom".
      Klar findet oft ein feilschen statt, wer das testosteronbunte große Pfauenrad prachtvollen Selbstmitleids, gefiedert mit Poesie schlagen darf, aber auch, wer - tatsächlich- sehr ungerecht behandelt wurde., und wer noch und noch ungerechter behandelt und interpretiert und mißverstanden wird..- wessen Leid nun "anerkannt" wird, welcher Schicksals-Schlag jedoch als geringfügig abgewiesen wird.
      Vorm Einschlafen im warmen Bett, in einem Gottesdienst in der Kirche, in einem musikalisch intensiv unterlegtem Problemfilm und in der stillen Meditation ist es leicht, den Gedanken-Inhalt "Offen annehmende und achtsame Haltung" zu greifen.
      Dort, wo "es zum Test kommt", diese Vorsätze zu erinnern, ist nicht so leicht. Weil es in solchen "Prüfungen" viel schwerer ist, als während der "Übungen", und es drunter und drüber geht.. und es immer ein bißchen schwerer wird, als man es sich vorgestellt hat, sogar beim besten Willen. Aber viel Lebenszeit verbringen wir ja in wohltemperierten und gleichmäßig strömenden Gewässern, in vorhersehbarem Gesprächsverlauf, und strukturiertem Alltag...
      m.butty

      Löschen
    5. Ja, auch noch so viele Trockenübungen machen noch keinen guten Schwimmer :-) . Ich glaube auch daß es falsch ist von der Vorstellung auszugehen zu "funktionieren", "es gut machen zu können" wenn der Ernstfall eintritt. Viel eher sehe ich es als eine Herzensübung. Wobei auch da wieder der Begriff "Übung" seltsam klingt, auch da können sich einem wieder falsche Vorstellungen aufdrängen. Vielleicht ist es am besten beschrieben als etwas das man passiv tätigt. Man macht nicht, man läßt geschehen. Und dieses Geschehenlassen kann anstrengender sein als jeder verzweifelte aktive Versuch "es doch jetzt endlich schaffen zu müssen".

      B.

      Löschen
  4. Wer nur etwas Respekt vor Georg Kühlewinds Lebenswerk hat, sollte wirkliche Scham empfinden, wie er in diesem selbst dumpf Stimmung machenden „Aufsatz“ missbraucht wird!
    Mehr dazu unter http://www.holger-niederhausen.de/index.php?id=966

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wer noch etwas Respekt für Holger Niederhausen hat, sollte Scham dafür empfinden, wie er Rudolf Steiner und die Anthroposophie zur narzistischen Selbstbespiegelung des eigenen verletzten Ego missbraucht.
      Mehr dazu unter http://www.holger-niederhausen.de/index.php?id=965

      Löschen
    2. Georg Kühlewind nannte die Kult- Anthroposophen manchmal "diese Leute". Mir persönlich riet er nur eines: "Machen Sie sich von diesen Leuten niemals finanziell abhängig."

      Löschen
  5. Fortsetzung dumpfer Stimmungsmache unter dem Deckmantel der Anonymität und nichtssagende Zweizeiler mit beliebig verwendbaren Schlag-Worten (Kult-Anthroposophen)? Das nenne ich Geistigkeit! Es gibt sehr viele Methoden, einer echten gedanklichen Auseinandersetzung immer weiter aus dem Weg zu gehen. Auf diesem Blog lernt man sie kennen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und wer etwas Respekt vor Herrn Niederhausens schöngeistigen Denkansätzen hat (und dazu zähle ich mich - ob Sie' s glauben oder nicht), der sollte ihm dringend raten, dass er sich nicht zum Ego-Blog KultStänkerer macht (respektive metamorphosiert)...

      Löschen
  6. Lieber Herr Birkholz, das Erste glaube ich Ihnen, das Zweite wird nicht passieren, keine Angst. Ich nehme nur immer wieder verwundert zur Kenntnis, mit welcher Arroganz Herr Eggert auftritt, die er anderen vorwirft, während dann, wenn ihm wirkliche Argumente entgegengehalten werden (ausführlich auf meiner eigenen Webseite) nichts wirklich Inhaltliches mehr kommt. Dies wird auch weiter dazu führen, dass ich seine Aussagen von Zeit zu Zeit inhaltlich richtigstelle und dann in Kürze vielleicht auch hier darauf hinweise – mehr nicht. Was dann hier auf dem Blog weiter getrieben wird, ist Sache des kleinen Kreises, der hier seit Jahren seinen Austausch pflegt. Da dies ein öffentlicher Blog ist, werden Sie mir doch kleine Hinweise erlauben, ohne mir gleich einen neuen Stempel aufzudrücken? Das Wort „Stänkern“ ist denkbar unpassend, aber diesen Einwand werden Sie von mir sicher schon erwartet haben. Wenn Herr Eggert nach Belieben seine „Kult“-Etiketten verteilt, ist die Frage, wen er damit eigentlich treffen will – Steiner? Kühlewind? Mich? Andere Anthroposophen? Ich habe mit meinem letzten Aufsatz wiederum versucht zu zeigen, wie willkürlich hier Eggerts Grenzziehungen sind – beziehungsweise wie subjektiv seine Wahrnehmungen und Wertungen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das klärt für mich aber immer noch nicht die Frage, weswegen Sie (nicht auch schon seit Jahren) einen eigenen Blog mit Austauschmöglichkeit (für WIRKLICH tiefe Gespräche) moderieren und stattdessen eigenbrödlerische Abhandlungen über Ihre ganz persönlichen Probleme mit Zeitgenossen verfassen...
      //
      Es ist doch schön dass Sie einen Weg gefunden haben, den Sie für empfehlenswert halten; repräsentieren Sie ihn doch (beispielsweise) auf
      http://holgers-anweisungen.blogspot.de - dann wird vielleicht bald keiner mehr den Egoblog aufsuchen...
      //
      Ich meine, Sie verwechseln da einfach Ihren Mikrokosmos mit dem eigentlichen Makrokosmos (passiert allen Übenden)...

      Löschen
    2. Ein guter Vorschlag, Herr Birkholz. Das merkwürdige Vorgehen von Herrn Niederhausen, den Kommentar- Strang dieses Blogs auf seine Seite zu kopieren und dort zu kommentieren, wäre dann auch vollkommen überflüssig.

      Löschen
  7. Holger Niederhausen, vor Jahren versuchte ich in ein konstruktives Schriftgespräch mit Ihnen zu treten, nachdem ich vorher einige kritische Aspekte in einer Schrift von Mieke Mosmuller in einem Blogbeitrag verfasst hatte. Dieser Versuch scheiterte sehr bald, da ich erlebte, dass Sie keine Interesse hatten, auf meine Gesichtspunkte einzugehen, geschweige denn, an meine vorherigen Publikationen Kenntnis zu nehmen. Ich sehe nicht, dass ihre Ausdrucks- und Verhaltensweise anderen Menschen gegenüber, die andere Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse haben als Sie, sich in diesen mehreren Jahren geändert hat.
    Ich lese dennoch manchmal auf ihrer Webseite und freue mich über manche Ihrer Erklärungen und Auslegungen, aber wegen den Zurückweisungen ist meine Motivation zu gering, um darauf einzugehen. Ich finde es außerdem bedauerlich, dass Sie keine Kommentarfunktion haben, der es ermöglichen würde, dass Leser mit Ihnen in Diskurs zu kommen. Denn Sie wollen doch, dass Leser Sie bestätigen, kritisieren und kommentieren? Sonst würden Sie wohl nicht so viel Zeit benutzen, um die Runden, die hier laufen, so genau unter Ihre Lupe zu nehmen. Wenn Sie im Egoistenblog nur negatives und Verfälschtes vorfinden – ist Ihr „Eggert & Co“ nicht nur eine Konstruktion und keine Wirklichkeit? – wozu denn der ganze Aufwand?
    Ich hatte vor einiger Zeit ein paar Aufsätze hier. Warum haben Sie dort nicht kommentiert oder sie bei Ihnen behandelt? Ich vermisse hierin eine anthroposophische Konsequenz, die von Ihnen zu erwarten wäre. Wenn Sie aber auch mich zu Ihrem „& Co“ zählen, kann ich verstehen, warum sie „stillschweigen“.
    Meines Erachtens gehört es nun zu einem Gespräch oder bei einer Buch- oder Aufsatzbesprechung, zuallererst auf das Positive, Konstruktive, Entwicklungsfähige beim Kontrahenten oder dem Autor einzugehen, bevor ich den kritikwürdigen Schwächen und Mängeln angehe. Warum versuchen Sie so wenig, wenn überhaupt, auch die sachlich positive Seite eines Ihnen kritisch gesinnten Menschen zu bestätigen? Würden Sie nur ein paar positive Details anmerken, so wäre der Weg für Kommunikation und Entwicklung offen; denn auch ein „Saulus“ kann zum „Paulus“ werden.
    Es hängt dennoch von Ihnen selbst ab, ob Sie die geistige Ebene, die Sie in Ihrem letzten Beitrag („Eggerts Missbrauch…“) beschrieben haben, eine soziale Möglichkeit in Ihren Auseinandersetzungen bekommt oder nicht – und nicht von demjenigen, der diese Ebene womöglich nicht beachtet, wie Sie es ebenfalls feststellen!
    Also Herr Niederhausen, nur Sie können anders werden, um den falschen Bild, die Sie erleben, dass die Kritiker von Ihnen haben, richtiggestellt wird. Nur Sie können den Winkel dieses Spiegels ändern, ähnlich wie Sie fordern, dass Christian Clement Ihre Kritik aufnehmen müsste.

    AntwortenLöschen
  8. Damals in der Theosophischen Gesellschaft machte man sich (ebenfalls) abhängig von anderen Forscher als von sich selbst, warnte der Forscher Steiner:

    Man hatte sich bei den Mitteilungen, die dazumal schon in der Theosophical Society veröffentlicht waren, auf Forschungen gestützt, die in gewisser Beziehung etwas mit mediumistischen Forschungen zu tun haben. Das heißt, es wurde eine Persönlichkeit in eine Art von mediumistischen Zustand gebracht, man kann nicht sagen Trance, aber in eine Art von mediumistischen Zustand, und es wurden dann auch die Bedingungen hergestellt, die es möglich machten, daß die Persönlichkeit, die sich nicht im gewöhnlichen Bewußtsein befand, doch Mitteilungen machte über dasjenige, was man mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht erreichen kann.

    Das war aber der Weg, der mir vorgeschrieben war: alles, was vorheriger Forschungsweg war, abzulehnen, und wenn auch mit Mitteln übersinnlicher Anschauungen, so doch so zu forschen, wie man forscht, wenn man sich nur desjenigen bedient, was als Offenbarung gegeben werden kann der Persönlichkeit, die zugleich die Forscherpersönlichkeit ist. GA 254 (1915), S.25

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Ton, Danke für das Zitat. Es ist ja auch nicht so, dass es ein Entweder- Oder in der Beziehung eines Schülers zu Steiner gibt- es handelt sich, wenn es rund läuft, um verschiedene Phasen der inneren Reife. Ich denke, dass eine Ablösung, eine kritische Phase der distanzierten Bewertung, schon deshalb notwendig ist, um ernsthaft einen Weg in selbständiger Auseinandersetzung zu finden. Das Auffassen seiner Arbeiten als etwas wie "Offenbarung" - eine Faszination - allein lässt die Selbständigkeit nicht zu. Im Verlauf der ernsthaften inneren Arbeit findet man dann wieder Anknüpfungspunkte ganz anderer Qualität. Viele seiner Bemerkungen erschließen sich ganz anders. Man muss da auch durch die eigenen Schwächen und Schmerzpunkte hindurch.

      Löschen
  9. Was ich nicht verstehe: Warum verbringt H.Niederhausen so dermaßen viel Zeit damit, seine Artikel (die durchaus, wie ich finde, zum Teil, berechtigte Kritik enthalten) zu verfassen...? Er muss doch eigentlich viele, viele Stunden daran sitzen (z.B. bei dem letzten Kühlewind/Ego-Blog, ganz zu schweigen von den ausufernden C.Clement Texten, gegen Zander hat er immerhin sogar ein dickes Buch verfasst). Wieviel Lebenszeit geht dadurch verloren... Warum macht man so etwas, jahraus, jahrein? Weiß er, warum er das macht?

    AntwortenLöschen
  10. Antworten
    1. Das ist der Grund, warum ich leider wieder auf Moderation umstellen muss.

      Löschen
    2. ... der dionysische Chor... :-)
      m.butty

      Löschen
    3. Ich stehe immer wieder fassungslos, absolut verstaendnislos vor der Tatsache, wie sehr gute Maenner, und es sind vor allem diese, Denker, die ihr alle seid, tief in der Anthroposophie stehende, Philosophen fast, sich solche Schlachten liefern können. Vielleicht muss ich da auf die nächste Inkarnation als Mann warten. Muss mit dem Testosteron zusammen hängen und bitte: ich meine das nicht polemisch. Aber ich erlebe eine Art der territorialen Abgrenzung inhaltlicher Art und gegenseitiges Vorfuehren, das ich gelinde gesagt und mich wiederholend nicht verstehe. Jeder, der sich so verhält, bewirkt bei mir, dass ich ihn weniger ernstnehmen kann. Ich bin da leider noch nicht drüber erhaben. Vera

      Löschen
    4. Liebe Vera, das ist hier eine Art Online- Kamaloka. Da hält sich jeder den Spiegel vor, ohne es zu merken, und offenbart seine verborgenen Seiten.

      Löschen
  11. @ Lieber Herr Birkholz, wenn Sie diese Frage haben, warum stellen Sie sie nicht einfach? Oder wenn Sie sich auf dem Eggert-Blog durch mich belästigt fühlen, sagen Sie es doch! Ich habe einfach keine Lust auf einen Blog, der ja nun wirklich mehr als Anderes die Gefahr der Selbstbespiegelung, des Kreisens im eigenen Saft und des Aneinander-Vorbeiredens mit sich bringt. Wenn ich mir vorstelle, ich würde die ganzen Kommentare des Egoisten-Blogs auf einem eigenen Blog wiederfinden – nein, danke. Diejenigen, die meine Webseite wertvoll finden, tun dies auch ohne Blog-Funktion, und diejenigen, die die Möglichkeit des Austausches mit mir suchen, haben diese auch so gefunden.
    Wie Sie meine Abhandlungen beurteilen, ist ja ganz Ihnen überlassen. Es gibt genügend Menschen, die das anders sehen.
    Ich denke allerdings, dass gerade Eggerts Abhandlungen allzu persönliche Probleme und Fehlinterpretationen in Bezug auf andere Menschen widerspiegeln – die nur deshalb aufgewertet werden, weil die Blogfunktion und sechs, sieben aktive Kommentatoren dem einen anderen Anstrich zu geben scheinen. Aber da verwechselt man erst recht etwas, wenn man dies dann für eine wahrere Erkenntnis hielte.
    Eggerts persönliche Ausfälle haben ja eine lange Tradition – und meine Versuche, auf dem Eggert-Blog dennoch in gewisse Gespräche zu kommen, auch (www.holger-niederhausen.de/index.php?id=507#c2063). Das Problem ist, dass es bei Eggert nie bei sachlich-inhaltlicher Schärfe bleibt, sondern dass es immer ins Persönliche (und damit gerade ins Bloß-Seelische) abgleitet, was er mir vorwirft, ohne den Unterschied zu erkennen.
    @ Lieber Herr Eggert, lieber dokumentiere ich die Kommentare dieses Blogs auch weiterhin auf meiner Seite als diese einem ganzen Schwall auch künftig allzu persönlicher Kommentare zu öffnen. Das kann ja dann gern weiter auf ihrer Seite stattfinden, wenn es den Einzelnen seelisch wirklich so notwendig ist.
    @ Lieber Herr Herzog, ja, ich weiß, warum ich das mache. Und ich verbringe damit weniger Lebenszeit als Sie hier auf dem Blog. Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum man nicht einen Bruchteil der Zeit damit verbringt, meine Gedanken zur Kenntnis zu nehmen – oder daraus irgendeine Konsequenz zu ziehen, zum Beispiel die Erkenntnis, dass Eggerts Etikettierungen (jahraus, jahrein) von Kult-Anthroposophen etc. völlig an der Sache vorbeigehen bzw. sogar Kühlewind missbrauchen. Oder existiert die Michael-Wesenheit für Eggert sehr wohl, aber eben „nicht-kultisch“, während er es liebt, andere mit diesem Etikett zu diffamieren, ohne zu wissen, in welcher Form sie die Existenz Michaels erleben und denken?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Herr Niederhausen,

      Die Aussage Steiners, dass über die Winkelsumme eines Dreiecks nicht demokratisch abgestimmt werden könne verführt doch zu oft zu der Alle-Andern-sind-im-Irrtum-Haltung.
      Da Sie die Winkelsumme der gesamten geistigen Welt in Ihrem Besitz wähnen, scheinen Sie mir für Argumente mindestens so unzugänglich zu sein, wie Sie es anderen vorwerfen...
      //
      Die Frage, warum Sie Ihre Publikationen keiner öffentlichen Auseinandersetzung mittels Kommentarfunktion aussetzen, lässt sich für mich nur dadurch erklären, dass Sie über Ihre Basta-Winkelsummen allenfalls heimlich (mit den genügend Menschen), nicht aber in einer öffentlichen Auseinandersetzung kommunizieren wollen...

      Löschen
    2. Lieber Herr Niederhausen,
      ich schreibe grundsätzlich nur kurze Kommentare und überfliege das meiste hier mehr oder weniger. Mit M.Eggert, ebenso wie mit C.Clement stimme ich in vielen Punkten ganz und gar nicht überein, ich schätze aber deren Offenheit, Gesprächsstil, usw. und wie man das so nennen mag.

      Ansonsten geht es mir eher ähnlich wie Vera, dass ich in einer Mischung aus Erstaunen und Ablehnung solche "weltanschaulichen Debatten" verfolge.

      Löschen
  12. @ Lieber Jostein Saether, wir beide haben vor knapp sechs Jahren eben hier auf dem Eggert-Blog ein Schriftgespräch versucht. Jeder kann auch dies auf meiner Seite problemlos nachlesen: http://www.holger-niederhausen.de/index.php?id=566. Der Versuch scheiterte nicht an mir. Wenn allerdings auch Sie Menschen als „ehrenamtliche Söldner“ usw. bezeichnen, kann ich auch bei Ihnen nicht sehen, wie das Gespräch auf einer reinen Erkenntnisebene ohne persönliche Angriffe stattfinden soll. Ich greife Menschen gerade nicht persönlich an, sondern versuche die Fragen, die ich behandle, auf eine objektivere Ebene zu heben. Wenn man auf einer solchen Ebene dann aber auf die aufgeworfenen Fragen gar nicht eingehen kann – bzw. nur mit erneuten Tiefschlägen, Spott, Abwertungen etc. antwortet –, dann spricht das für sich.
    Ich habe mich um den Eggert-Blog vier Jahre lang im Grunde überhaupt nicht mehr geschert. Nun ging es jedoch um Clements Einleitungen zur SKA, also um das Verständnis der Anthroposophie. Und hier tat sich Eggert damit hervor, anderen Anschauungen mit solchen Etiketten wie „Kult-Anthroposophie“ zu diffamieren. Da er nun einmal eine Kommentar-Funktion hat, habe ich darauf hingewiesen, was ich zu diesem Thema geschrieben habe und dass ich mit seinen Diffamierungen nicht in Verbindung gebracht werden möchte. So begann die diesjährige Diskussion und nicht anders!
    Es ist nicht meine Aufgabe, mich zu rechtfertigen oder gesprächsbereiter als andere Zeitgenossen zu sein. Ich habe in den letzten Tagen zu den entscheidenden Fragen (die auch Eggert mit seinen suggestiven Kommentaren „aufgeworfen“ hat) sehr Vieles gesagt – und wenn man darauf nicht eingeht, spricht dies ebenfalls für sich. Dann ist die Frage der Anthroposophie, der „höheren Wesenheiten“, dessen, was Kühlewind wirklich geschrieben hat und noch vieles mehr offenbar nicht so interessant wie das ewige Herumkritisieren an meiner Person, meinem Stil etc. etc. Für mich sind all diese Einwände viel zu persönlich! Mich tangiert das nicht einmal ansatzweise in der Form, wie es mir hier laufend unterstellt wurde – es zeigt mir nur, wo andere Menschen stehen. Es ist mir egal, wer welches Bild von mir hat.
    Sie brauchen mir auch nicht zu sagen, dass man „zuallererst auf das Positive“ eingehen solle. Sagen Sie das einmal anderen hier! Kann man nicht endlich einmal auf das rein Gedankliche kommen, ohne immer alles emotional nach „positiv“, „negativ“, „Lob“ und „Kritik“ zu etikettieren? Oder sind die Befindlichkeiten allseits so ausgeprägt, dass man bei jeder kritischen Entgegnung nur noch zu schweigen und zu lästern beginnt? Lob und Jubel hat doch Clement zum Beispiel hier im Blog in Hülle und Fülle bekommen. Und nun sind meine kritischen Gedanken und Hinweise etwas, an dem man sich wochenlang den Mund zerreißt, ohne auch nur auf einen Punkt wirklich einzugehen? Ein Armutszeugnis für Geistessucher! Aber wer zählt sich denn wirklich dazu?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Kann man nicht endlich einmal auf das rein Gedankliche kommen, ohne immer alles emotional nach „positiv“, „negativ“, „Lob“ und „Kritik“ zu etikettieren?" Auch wenn das jetzt nicht sonderlich originell ist: Das ist eine typisch schlichte männliche Aussage/Bitte.

      Mit "Geistessuchern" hat das eh nicht viel zu tun (wieder so ein konstruiertes Selbstbild). Ihr vermeintlich "rein Gedankliches" zeigt sich eben gerade, auch wenn Sie es nicht wollen, in dem "Wie" der Vermittlung und Darstellung.

      Löschen
  13. Warum versucht ein Eggert, warum versucht ein Clement „so wenig, wenn überhaupt, auch die sachlich positive Seite eines ihnen kritisch gesinnten Menschen zu bestätigen“? Das wäre die erste Frage. Die zweite aber wäre: Warum gehen ein Eggert, ein Clement so überhaupt nicht auf die gedanklichen Entgegnungen ein, die ihnen gegenüber gemacht werden? Selbst die kritische Beschäftigung mit Gedanken anderer ist bereits etwas Positives – das Lästern und Lächerlich-Machen dagegen ist etwas, was wirklich in die Sphäre des Unmenschlichen und Negativen gehört.
    Nochmals: Mir geht es nicht darum, das falsche Bild der Kritiker von mir richtigzustellen – das ist überhaupt nicht mein Ziel oder Ansinnen. Wenn ich in meinem letzten Beitrag von „Eggerts Missbrauch...“ geschrieben habe, so kann damit jeder tun und lassen, was er will. Eggert kann sachlich dazu Stellung nehmen oder wieder persönlich werden. Er kann das Gespräch suchen oder es lassen. Andere Menschen können meinen Aufsatz lesen und sich ein Urteil dazu bilden – oder sich lieber ein Bild von meiner Charakterstruktur machen. Jedem das Seine. Mir war es nur wichtig, Eggerts Etikettierungen auch an diesem Punkt etwas entgegenzusetzen, was die Sache objektiver macht und was jedem ein eigenes Urteil ermöglicht.
    „Also liebe Zeitgenossen, nur Sie können anders werden, um die Diskussion von der persönlichen Ebene weg endlich auf die gedankliche Ebene der eigentlichen aufgeworfenen Fragen zu heben. Nur Sie können den Winkel des Spiegels ändern und ihren Blick endlich von Herrn Niederhausen weg auf dasjenige richten, was er sagt.“
    Wenn Sie das nicht wollen – dann eben nicht. Dann kann ich nur wiederholen: Meine Webseite hat zum Glück keine Kommentarfunktion.

    AntwortenLöschen
  14. Vlt ist es für die geistige Welt wichtig, dass jemand Falsches richtig stellt.
    R.Steiner hat mal ein Buch geschrieben, in dem er viel Platz und sicherlich auch Zeit darauf verwendete, einen Max Dessoir zu widerlegen in seinen Lügen. Warum?

    AntwortenLöschen
  15. Lieber Herr Birkholz, Sie können mich ja gerne falsch verstehen, wenn Sie es wollen. Die Tatsache, dass ich meine Gedanken öffentlich äußere, gibt aber doch reichlich Gelegenheit, sich mit ihnen auseinanderzusetzen – und nicht immer wieder nur zu interpretieren. Wenn Sie nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem von mir Geschriebenen zu der Ansicht kommen, ich sei im Irrtum – bitteschön. Falls Sie es aber noch nicht bemerkt haben: Es geht um die Frage, ob Steiner ein „Märchenonkel“ war oder nicht, und um noch einige andere Fragen. Es geht um die Basta-Haltung und die Interpretationen Eggerts. Kommentarfunktionen ändern da herzlich wenig – wenn auf Argumente selbst dann nicht eingegangen wird, wenn man sich auf den Blog des Basta-Kult-Etikettierers begibt. Wer sich hier wessen Winkelsumme in seinem Besitz wähnt, ist nicht annähernd so relevant wie die Frage, wann wer auf wessen Argumente eingeht oder ihnen eben doch immer wieder ausweicht (vielleicht um auf seine Art ein bisschen „Esoterik zu spielen“?).
    Aber interpretieren Sie ruhig weiter, bis die Summe meiner Versuche, im Winkel dieses Blogs zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zu kommen, das Limit erreicht haben wird. Ist es nicht egal, WO die öffentliche Auseinandersetzung stattfindet? Offenbar nicht... Und offenbar muss man die Winkelzüge persönlicher Interpretationen bis ins Unendliche ausreizen, obwohl sie immer wieder das gleiche falsche Dreieck ergeben.
    Können Sie nicht akzeptieren, dass ich keine Kommentarfunktion habe und dennoch extra auf DIESEN Blog komme? Aber das reicht Ihnen offenbar nicht – denn hier werde ich ja ohnehin als „Rechthaber“ und „Im-Besitz-der-Wahrheit-Wähnender“ hinauskomplimentiert. Ich kann nur wiederholen: Befindlichkeiten siegen über die Frage nach der Wahrheit...
    Was soll eigentlich eine Kommentarfunktion, wenn der, der sie einrichtet, sich gar nicht zeigt – außer in egomanischen eigenen Beiträgen, die er anderen vorwirft? Die Verhältnisse sind ja komplett umgestülpt: Der, der keine Kommentarfunktion hat, begibt sich fortwährend in den Versuch, auf gedanklicher Ebene wichtige Fragen zu klären – und die, die sich auf einem Blog mit Kommentarfunktion bewegen und sich hier ganz wie zuhause fühlen, lassen den ungebetenen, fortwährend psychologisch interpretierten „Gast“ kalt abblitzen, nachdem sie ihn Mal um Mal ihren Spott fühlen ließen. Ich gratuliere zu diesem Blog-mit-Kommentarfunktion! Fühlen Sie sich dort weiterhin ganz wie zuhause. Es ist Ihr Blog, nicht meiner.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dahinter, wie man so ein Blog organisiert und aufpasst, steckt ja auch eine Haltung. Wenn man die Leser ernst nimmt, belehrt man sie nicht, der eigene Anstoß in Form eines Eintrags ist eine Grundlage- der jeweilige Trend bildet ganz unterschiedliche Standpunkte aus und stellt damit erst das Ganze dar. Zugegeben, manchmal klappt das aus verschiedenen Gründen nicht sehr gut. Häufig sogar so gut, dass ein Comments zu einem neuen Blog Eintrag führt. Das Ganze ist also ein System, das Leser potentiell zu aktiven Schreibern macht. Viele, denen der eigentliche Artikel nicht besonders zusagt, finden sich in der folgenden Diskussion wieder. Deswegen scherzen Manche über virtuelle Zweig Arbeit. Es ist jedenfalls der Versuch, Menschen etwas anderes vor zusetzen als ein bloßes Statement.

      Löschen
    2. Auffasst nicht: Aufpasst, ich liebe die Autokorrektur

      Löschen
    3. "Wenn man die Leser ernst nimmt, belehrt man sie nicht"

      Ja, das ist eine hervorragende Haltung, die ein Blog bzw. ein Mensch aushalten sollte (es passiert einem leider auch das Gegenteil)...Und leider auch das: Einige Menschen wollen (oder müssen?) noch belehrt werden, wollen ans Händchen genommen werden und sind ganz leer und enttäuscht, wenn sie nichts handfestes an die Hand bekommen oder nicht STÄNDIG mit Zitaten (also Vergleichen) gefüttert werden...mir kommt es allerdings so vor, dass dieses alles bröckelt...

      Ein guter Lehrer (wenn man ihn denn braucht) führt einen doch immer zu S-ICH selbst (las ich einmal) und nicht zu dem 'S-ICH' des Lehrers, in eine geistig-seelische oder gar finanzielle Abhängigkeit...

      Die kritische Distanz, Unabhängigkeit und Würde, ist mir jedenfalls unendlich wichtig...

      Löschen
    4. Lieber Herr Hiederhausen,
      Sie flüchten einfach noch vor dem eigenen Spiegelbild: Immer, wenn Sie sich vor den Spiegel stellen, schieben Sie den Steiner zwischen sich und den Spiegel und bespiegeln dann das Antlitz Steiners als Ihr eigenes...
      //
      Also:
      Sie können SICH ja gerne selbst falsch verstehen, wenn Sie es wollen!
      Wenn Sie nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem von IHNEN Geschriebenen zu der Ansicht kommen, SIE seien in der unumstülpbaren(*) Wahrheit – bitteschön.
      //
      Falls Sie es aber noch nicht bemerkt haben: Es geht NICHTum die Frage, ob Steiner ein „Märchenonkel“ war oder nicht, sondern um die Frage, ob gewisse Steinebespiegeler (etwa. H.N.) lediglich Märchenonkel sind oder ob sie nur in kindlichem Spiel befangen sind (also selbst nur Opfer von Märchenonkels sind.
      //
      Ich empfinde es auf oft als sehr krass, was Michael Eggert (nebst mancher Kommentatoren) über manchen vom Stapel lässt - aber wenn dann Betroffene (oder auch nur sich betroffen Fühlende) anrücken um ihrer Empörung Luft zu machen, bin ich meist völlig perplex, welch exzelenten Wiedererkennungswert die von Herrn Eggert (un vielen Kommentatoren) angefertigten Etiketten bieten.

      [* Umstülpung ist ein Prinzip aller Genese...]

      @Vera
      Liebe Vera,
      Ich kann diesen Eindruck auch aus männlicher Sicht exakt nachvollziehen:
      Sind wir revierabpinkelnde Rüden, die ihre Duftmarken setzen oder sind wir spielende Kinder, die ihre Murmelbahn verteidigen...
      Ich beobachte das Spiel jedenfalls höchstinteressiert - besonders auch im Hinblick auf mein eigenes Spiegelbild.
      Wo hat man schon Gelegenheit, so viel über sich selbst zu erfahren - Bei holger-niederhausen.de jedenfalls nicht - da erfährt man allenfalls Belehrungen durch das winkeltreue Steiner-Spiegelbild des Seitenbetreibers (boring!)...

      Löschen
  16. Liebe Vera, vielen Dank für Ihre Bemerkung – in der ich unter allen Reaktionen mit Abstand am meisten Intelligenz und Empfindung erlebe. Ich habe es lange genug versucht, nicht in eine Schlacht hineinzukommen. Gerne verlasse ich nun dieses Online-Kamaloka, in dem sich dann hoffentlich alle verbleibenden Ansässigen wieder wie normale Menschen benehmen können. Wenn man einen Menschen nicht fortwährend in krasser Weise psychologisiert, stellt sich der Anschein des Menschlichen ja sicher schnell wieder ein – auch wenn es jenem einen, über den man ja ach so sicher urteilt, entzogen wird.
    Ja, Herr Birkholz, wie ein Revier pinkelnder Rüden kam es mir tatsächlich vor. Sie haben es nun wieder für sich und werden es sicher ganz schnell wieder in einen normalen Blog sich gegenseitig tief ernst nehmender Menschen zurückverwandeln, nicht wahr? Die modernen Möglichkeiten des männlichen Cyber-Mobbing... Sie also dürfen Bemerkungen krass finden, aber wenn ein Anderer Betroffen(Fühlend)er sie ebenfalls krass findet, nehmen Sie sich das Recht, sofort drauflos zu psychologisieren? Ich bin genauso fassungslos wie Vera.
    Meine Bemerkung, „auf das rein Gedankliche zu kommen“ war eben gerade nicht typisch männlich, sondern der Versuch, von der Rüden-Ebene wegzukommen. Eine geistige Auseinandersetzung hat nichts mit einer Schlacht zu tun, eine solche gibt es nur, wenn Psychologisieren und andere Testosteron-Impulse die Gedanken bestimmen. Das werden Sie nicht gerne hören, und sofort bin ich für Sie wieder das verletzte Kindchen mit seiner Murmelbahn. Gerne können Sie dieses Bild behalten. Wie gesagt, ich suche bei dem, was ich schreibe, völlig andere Ebenen. Wenn Sie alles – Spiegel, Vergleiche, Bilder, Urteile, Emotionen, Testosteron usw. – für einen Moment ablegen könnten, würden Sie diese ebenfalls finden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Unter Ausblendung der Komplexität „auf das rein Gedankliche kommen zu wollen“ ist nichts weiter als eine Flucht vor der Vielfalt der Wirklichkeit.
      Ich baue mir meine rein gedankliche Geistige Welt aus Lego-Gedanken - und wehe ein Rüde verrichtet irgendwo (wie im Weltenplan vorgesehen) seine Notdurft im Umkreis dieser meiner Lego-Gedanken-Geistwelt, dann fühle ich mich aber testosterongemobbt...

      Löschen
    2. Und wenn Sie jetzt nicht nur wieder missverstanden fühlen, dann werden Sie auch bei diesen Ausführungen auf das ihnen zugrundeliegende rein Gedankliche kommen können.
      Aber wo das rein Gedankliche eben nicht wie ein Lolly schmeckt, muss es sich wohl ehr um übelwollendes Psychologisieren als um Gedanken handeln...

      Löschen
    3. Der anthroposophische LiLaLaune- Lutscher, rein gedanklich betrachtet.

      Löschen
    4. Apro-Po (man beachte die in Anthroposophenkreisen übliche bindestrichverseuchte Schreibweise)..."auf das ...Gedankliche kommen":

      Ich bin ich auch zutiefst beeindruckt von der gedanklichen Meisterleistung der hier Schreibenden zentrale Begriffe der Anthroposophie wie "geistige Welt" oder "Weltenplan" so schwupp di wupp mit pinkelnden Hunden, dem "Notdurft verrichten" sowie den Auswirkungen nicht abgebauter Sexualhormone auf das menschliche Handeln so einfach und salopp zu vermengen.

      Wäre es da nicht hilfreich zuweilen mal den Blick über den Rand des Sandkastens hinaus zu erheben, ich meine natürlich in rein geistigem Sinne...;-)?
      Und vielleicht diesem Zusammenhang mal die Frage zu erörtern, wem das alles dienen soll und was für Zwecke damit verfolgt werden?

      Nur so als Anregung, um vielleicht das verpinkelte Gelände wieder zu verlassen und auf etwas "rein Gedankliches, aber doch gleichzeitig auch Vernünftiges" zu kommen ;-)

      Löschen
    5. Lieber Rudolf,
      erfahrene Eltern (oder auch Lehrer) wissen wie man das macht:
      Wenn der Erwachsene den Überblick behalten muss, während die kleinen rumtoolen, dann muss dass Bewußtsein auf 'Überblick' geschalten werde, während nach unten als Paralleltask ein 'Ei-Du-Dei' inszeniert wird...
      Woher weists Du eigentlich, wer über den Tellerrand blickt und wer nicht?

      s. birkholz

      Löschen
    6. Achtung: Testosteron-Bildungslücke: "Eine Untersuchung zeigte, dass Testosteron bei Frauen dazu führt, dass die Versuchsteilnehmenden fairere Angebote in einem Verhandlungsexperiment machten. Die Forscher erklären diese Wirkung damit, dass das Hormon die Sensitivität für den Status erhöht und vermuteten, dass in der sozial komplexen Umwelt des Menschen nicht Aggression, sondern pro-soziales Verhalten den Status sichert. Bei Frauen im mittleren Lebensalter gehen erhöhte Testosteronwerte mit einem höheren Risiko für eine Depression einher."

      Löschen
    7. Die Rüden der letzten Tage, die Hormonenkirche... Also, ehrlich, ich bin kein Hormone!
      Ja, aber warum ein erhöhtes Risiko einer Depression? Bei Fraun nimmt das Testosteron im fortgeschrittnen Alter ja zu, das mädchenhafte schwindet, was eigentlich mehr Eigenständigkeit, Stabilität ausdrückt, nach dem Aufziehn der Kinder womöglich...? ?
      m.butty

      Löschen
  17. Lieber Herr Herzog, Ihr letzter Kommentar war für mich eben noch nicht sichtbar. Ja, Offenheit, Gesprächsstil usw. sind auch bei M. Eggert und C. Clement zu schätzen – wo sie da sind. Bei mir sind sie auf einmal nicht mehr da bzw. beide haben mich auf je eigene Art mit psychologisierenden Adjektiven zugepflastert. Sehr „offen“ – aber in ihrer Art nicht weniger radikal als meine eigenen Stellungnahmen, mit einem Unterschied: Ich weise in Aufsätzen klar und scharf formuliert auf bestimmte Dinge hin. Dazu könnte man etwas sagen – wenn man dazu wirklich etwas zu sagen hätte. Wenn man es wegen der Schärfe ablehnt – käme mir das gerade wie die Reaktion eines eingeschnappten Kindes vor (was man mir hier ja mehrfach vorgeworfen hat). Wenn man es als Steiner-Nachbeterei oder was auch immer diffamiert, macht man es sich zu einfach. Totschlag-Argumente sind das, mehr nicht. Man muss meinen Stil nicht mögen, aber manches darin Liegende könnte man genauso schätzen wie Eggerts/Clements etc. Offenheit. Ich bin prinzipiell nicht weniger offen als sie – aber an bestimmten Punkten sind sie plötzlich überhaupt nicht mehr offen bzw. auch nicht mehr fähig zu einer inhaltlichen Erwiderung. Da verwandelt sich die „Offenheit“ in Gesprächsverweigerung und der „Gesprächsstil“ in krasseste Unterstellungen bzw. Urteile. Aber ich denke, auch diese Aspekte entgehen Ihnen nicht, zumal es Ihnen ähnlich wie Vera geht. Denn die „weltanschaulichen Debatten“ finden hier ja gerade gar nicht statt – weil eben Offenheit, Gesprächsstil usw. an diesem Punkt völlig versagen und zu ihrem Gegenteil werden. Ich habe in den letzten Tagen diese Offenheit aufgebracht – andere nicht; bis zum Inhaltlichen hat es nicht gereicht.

    AntwortenLöschen
  18. Wie merkwürdig läuft das alles. Niederhausen selbst hatte zum Beispiel Ende 2014 geschrieben (950):
    Bei Clement jedoch bekommt man einen vollkommen anderen Eindruck. Dieser Eindruck ist so, dass man sich in vollem Gegensatz zu Zander sagen muss: Hier schreibt jemand, der als nicht-anthroposophischer Denker wirklich weitgehend vorurteilslos an Steiner herangeht. Jemand, der Steiners Denken nachzuvollziehen und so urteilsfrei und objektiv wie möglich zu beschreiben versucht. Jemand, der es nicht nötig hat, wegen seines eigenen verzerrten Steiner-Bildes diesen in nahezu jedem Satz subtil oder ganz offen zu diskreditieren, sondern bei dem eine wirkliche, sogar engagierte Offenheit erlebbar wird.

    Einige Monate später (961) aber über die Schulung:
    Clement verwischt vollkommen den entscheidenden Übergang, der von der Imagination zur Inspiration geschieht – und er legt Steiner selbst falsche Worte in den Mund. Denn Steiner selbst spricht hier nur von der Imagination, und selbst deren Subjektivität schränkt er nochmals sehr differenziert ein. Und dann beschreibt er das Entscheidende der Inspiration, nämlich den Übergang zum Erleben einer realen Welt geistiger Wesenheiten:

    Clement hatte nämlich formuliert:
    Steiner sah diese Aporien sehr wohl und hat sich an bestimmten Stellen seiner Schrift auch durchaus bemüht, seinen Lesern klarzumachen, dass die von ihm geschilderten imaginativen und inspirativen Phänomene, als solche, nichts als „Halluzinationen, Visionen und Illusionen“ (SE, 251) sind, und dass das sogenannte „Geistige“ in diesen Bildern ebenso wenig steckt wie der Begriff in den gedruckten Buchstaben, durch die er zum Ausdruck kommt.

    Niederhausen basierte seinen Kommentar auf ein Zitat aus SE/GA 12 (Erst die Inspiration und die Intuition führen ihn allmählich zu diesen Wesen selbst hin.). Im nächsten Kapitel konnte man jedoch bei Steiner das Genauere lesen (Was durch solche Wesen geschieht, das erkennt man im Bilde durch die Imagination, den Gesetzen und Verhältnissen nach durch die Inspiration; will man den Wesen selbst gegenübertreten, dann braucht man die Intuition.). Wer kann schon sagen was hier für Steiner ‘das Entscheidende‘ war?

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: