Ist Kaspar Hauser ein anthroposophischer Mythos?

Kaspar Hauser, chic gemacht
Ton Majoor war hier im Blog so freundlich, eine Beschreibung Hausers durch Georg Friedrich Daumer, dem Erzieher von Kaspar Hauser, einzufügen: "Im ganzen erschien er als ein nüchterner, verständiger Mensch, dem sehr wenig Poesie und Phantasie eigen; er hatte aber sehr poetische Träume und es schwebten ihm zuweilen auch im Wachen merkwürdige Bilder vor. … Hauser hatte Momente, wo ihm eine plötzliche Erleuchtung und Offenbarung zu kommen schien und wo ihm symbolische Bilder voll tiefen Sinnes in visionärer Weise vor Augen traten."

Die besondere - auch okkulte- Bedeutung, die viele Anthroposophen in der Nachfolge des notorisch schwadronierenden Peter Tradowsky pflegen, beruht zu guten Teilen auf höchstwahrscheinlich gefälschten Gesprächsnachschriften mit Rudolf Steiner. Tatsächlich hat Steiner nichts Außergewöhnliches zu dieser Person geäußert: "Rudolf Steiner erwähnte Kaspar Hauser in zwei Vorträgen. Im Vortrag vom 17. Juni 1908 in Nürnberg dient Kaspar Hauser als Beispiel für Steiners menschenkundliche Aussage, dass die Erinnerungsfähigkeit mit dem Erwachen des Intellekts zurück geht. Ausserdem erwähnt er das Wahrheitsempfinden Hausers und seine besänftigende Wirkung auf wütende, wilde Tiere Im Vortrag vom 23. März 1923 in Dornach spricht Rudolf Steiner nicht eigentlich von Hauser, sondern zitiert beiläufig eine Stelle aus Jakob Wassermanns Hauser-Roman. Dazu kommen einige mehr oder weniger zuverlässig überlieferte Bemerkungen in verschiedenen Gesprächen. Entscheidend ist, dass in all diesen Aussagen keinerlei Hinweise auf eine adlige Abstammung, auf eine politische Mission oder auf eine Verbundenheit Hausers mit der rosenkreuzerischen Strömung gemacht werden!" (Quelle Albert- Steffen- Stiftung). Dagegen ist die zentrale angebliche Aussage Steiners, die praktisch das Fundament für die "Arbeiten" Tradowskys bildet, gefälscht- nämlich die, die Zukunft der Menschheit hinge von der Lösung der Frage ab, "Woher kam Kaspar Hauser?". Michaelis´ - eines Krankenpflegers - Motivation, den Nachlass von Polzer- Hoditz zu fälschen, hat sicherlich in der Bedienung der Sensationslust und in dem Willen, Albert Steffen zu schaden, gelegen. Auch Günther Kreidl bestätigt: "1950 hatte Michaelis eine Fassung in Schreibmaschinenschrift in Umlauf gebracht, die beide Fassungen mit Änderungen und Erweiterungen (von ihm selbst!) sowie Auszüge aus einem mittlerweile "verschollenen" Tagebuch von Polzer-Hoditz enthält. Durch das Auffinden der Originalfassungen ist es möglich geworden, Michaelis' Änderungen und Erweiterungen klar nachzuweisen."

Tradowsky, der ja auch die Kreise um Judith von Halle herum anführt, hat mit seinen Spekulationen über den Christus- Eingeweihten Kaspar Hauser (dessen irrationale Nachfolge quasi nun von Halle antritt), bis heute tief in die Szene eingewirkt, da sein Buch praktisch zum Standardwerk dieser Szene geworden ist. Hier ist so ein Beispiel, in dem man blind auf Tradowsky setzt.

Ich habe die Collage von Hauser nicht mit ironischer Absicht eingesetzt, sondern um ihn einmal mit anderen Augen ansehen zu können- etwas, was nie ganz verkehrt sein kann.

Kommentare

  1. Was ich im vorigen thread referierte Tradowsky's Sendungsbewusstsein, kommt hiemit wieder mal in ein neues Licht zu stehen. Stigmata und Hauser wurden dort schon in ein Zusammenhang gebracht. Auch ein Thema bei Tradowskt waren die 2 Johannes, wo JvH noch ein dritter Johannes beigefuegt hat. Vielleicht hat Tradowsky noch mehr Themen,die JvH aufgreifen wird?

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  2. Sehr ausführlich: http://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Hauser

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    1. Ja, http://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Hauser habe ich gelesen; und nur eine durcheinandetwogende Ansammlung von Behauptunegn gefunden (ja, doch nicht, vielleicht)...
      Selbst Feurebachs Aussagen sind widersprüchlich.
      Meine Frage war eigentlich auch die nach wirklich konkreten, schlüssig nachvollziehbaren Anhaltspunkten [hatte sie undeutlich formuliert und darum wieder gelöscht].

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    2. Heute schrieb mir jemand, dass es schon 1998 40000 Titel von Arbeiten zu Kaspar Hauser gegeben habe- die anthroposophischen Bücher laufen unter einer besonderen Rubrik. Einer nicht gerade vertrauenswürdigen.

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  3. Die dritte Aufgabe bei Polzer-Hoditz hat also zwei Fassungen (Matile), beide mit einer Rosenkreuzer-Verbindung: a. ‘das Verhältnis des Jesus-Ich zu Christian Rosenkreutz‘ (1943/1992) und b. ‘Woher kam Kaspar Hauser? … Jene Individualität, die hinter dem K.-H.-Schleier verhüllt wurde, sei eine Wesenheit, welche inspirierend in den Rosenkreuzerzusammenhängen von Anfang an gewirkt habe…‘ (1950/1985). Prokofieff in seinem Demetrius-Buch (1992) basiert z.B. auf die zweite Fassung.

    Aber was ist das ‘Jesus-Ich‘? Die Name ‘Caspar‘ referiert an Drei Könige, Stern und Kindermord (Matthäus). Kaspar Hauser selbst nennt in sein Caspar Hauser Akrostichon-Lied auch ‘zwei Jahre‘: “Christlich will meinen Nam‘ ich lieben … Drum mußte eine Frau zwei Jahr, mich auferzieh’n als kleinen Knaben …“) http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10906867_00005.html

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    1. Wenn die drei 'allesentscheidenten Fragen' Steiners (Johannese/Demetrius/Kaspar Hauser) Fakes von Paul Michaelis sind, dann wirf das natürlich auch Fragen auf Prokofieff (Fragen, nicht! Vorwürfe), der dem mit 'Das Rätsel des Demetrius' auch auf den Leim gegangen ist - nicht nur auf Trados Karpar-Hauser-Fixierung.

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    2. Irgendwo las ich das sowohl Tradowsky als Prokofieff ueber Demetrius geschrieben haben, aber das sie nicht ueber denselbe Demetrius geschrieben haben.

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    3. also: http://www.info3-magazin.de/vom-wahren-und-falschen/ hier

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    4. Ja, und wenn Steiners Schicksalsfragen-Trilogie ein Fake ist, dann haben sich eben beide völlig umsonst da reingesteigert....

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    5. Danke, sehr schöner Artikel (http://www.info3-magazin.de/vom-wahren-und-falschen)
      Er zeigt , dass nicht nur der scharfsinnige Verstand der Egoisten daneben trifft...

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    6. Bei Brüll leider nichts über Fälschungen von Michaelis (Kaspar Hauser) oder Richtigstellungen von Zeylmans (Jesus-Ich und Rosenkreutz), es heisst nur “zweimal fast wortgleich zitiert“.

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    7. In diesem Kontext ist die Haupsache (wie so oft) ohnehin völlig nebensächlich bis belanglos!

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    8. Ein hollaendisches Sprichwort sagt: wo Rauch ist muss auch Feuer sein.

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    9. Wenn die KH-/Johannes-/Demetriusaussagen Steiners erfunden sind, dann Machen Trado und Proko aber tatsächlich Rauch ohne Feuer!

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    10. Andersrum ist es auch oft so:
      Wenn irgend wo Rauch gemacht wird, soll damit oft von etwas viel wichtigerem an einer anderen Stelle abgelenkt werden (bewußt oder unbewußt)...

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    11. Es ist auch nicht deutlich ob Michaelis ""alles"" oder nur ein teil gefaelscht hat.

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    12. Bei Tradowsky (EjECTkHgtnsC, 2012, Englisch) gibt es einen Anhang mit 11 Steinersche Quellen über Kaspar Hauser. U.a. Frau Rissmann (versprengter Atlantier), Johanna Keyserlingk (keine vorherige Inkarnation, höheres Wesen, spezielle Erdenmission) und Priester (Engel). Nur GA 114 (künstliches Experiment) fehlt. Die fragwürdige, politische und rosenkreuzerische Quellen stammen alle von Polzer-Hoditz/ Heyer/Michaelis.

      In den Büchern Prokofieffs (z.B. 1993, in: _y3nDzXvcB8C , Englisch) figuriert öfter – neben jesuitische (Paraguay, Indianer), sozialistische (Russland) und zukünftige sozial-okkulte (slawisch, Brasilien) Experimente – Kaspar Hauser (und Demetrius) als okkult-pedagogisches Experiment (wie in GA 114 und bei Polzer-Hoditz/Michaelis), und auch vielfach ‘das Verhältnis des Jesus-Ich zu Christian Rosenkreutz‘ (wie bei Polzer-Hoditz/Zeylmans, ohne Kaspar Hauser).

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    13. Ist Keyserlingk auch fragwürdig, dann bleibt nur noch ein möglich engelartiges Verhältnis des “Jesus-Ich“ (salomonisch oder nathanisch) zu Kaspar Hauser. In das Kaspar Hauser Lied: “Weil Jesus ihn [meine Name] bei meiner Tauf schon hat im Himmel angeschrieben …Weiss dass mein Heiland Jusus Christ, mein bester Freund, mein Bruder ist….“
      http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10906867_00005.html

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    14. Ich möchte die Quelle nicht abwürgen, aber daran erinnern, dass der Sohn und Herausgeber Adalbert Graf von Keyserlingk im Vorwort zu "Bilder und Studien aus dem Nachlaß", Geering Verlag oJ selbst warnt, dass viele "Lehrgespräche" zwischen seiner mutter und Rudolf Steiner stattgefunden hätten, dass sie aber "schwer wiederzugeben (sind), da diese Gespräche (...) im Geistgebiet weitergeführt wurden." Dies ist gerade das Buch, das hauptsächlich auf Kaspar Hauser eingeht- in einer von ihr imaginierten Beziehung Hausers zu Napoleon, mit der auf sich genommenen Aufgabe, dessen "Marsblut" zu überwinden.

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    15. Was mich damals beim lesen des Tradowsky Buches befremdete und was ich damals unterstrichen hatte war folgendes: Als Steiner zu Rissman in 1905/1906 schon gesprochen hatte vom versprengten Atlantier. Und spaeter in 1924 nach eine Frage nach der Inkarnation Hausers erst der naechste Tag nach neuer Forschungsarbeit sagen konnte das er (St) keine Inkarnation gefunden hatte. Das da me eine Diskrepanz liegt, hat er zuvor Hauser namentlich als Atlantier bezeichnet, wusste er auch schon diese vorherige Inkarnation als Atlantier.

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    16. Tradowsky (2012) über versprengten Atlantier p.255-257 (Englisch). Die Bezeichnung ‘Engel‘ stammt zunächst von Daumer, Atlantis wird angedeutet in GA 104. Kaspar Hauser nennt sich selbst ‘armer Erdengast‘ (Caspar Hauser Lied). Das bezieht sich eher auf der junge, schweigsame Ase Widar (vgl. GA 121 und 226).

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    17. Allerdings stammt das Heyer-Zitat über das Aufrechterhalten der Verbindung zwischen der geistigen und der physischen Welt, die Mission Kaspar Hausers, das Jahr 1879 und ein okkultes Experiment ursprünglich von Pfeiffer (Ehrenfried Pfeiffer - Notes and Lectures, 1991),
      s. http://www.perseus.ch/PDF-Dateien/heyer_vorwort.pdf.

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    18. Von Ehrenfried Pfeiffer, der in den USA viel für die biologische Landwirtschaft getan hat, stammen einige "explizite" Geschichten - magische Veranstaltungen amerikanischer Logen, um Rudolf Steiner zu schädigen, usw. Michaelis ist auch wieder maßgeblich im Boot. Schwer zu sagen, was daran Legende ist und was nicht. Dass auch bestimmte politische Positionen dahinter stecken, sieht man an der vagen Verdammung Meyer bez. der EU- Politik. Von Keyserlingk ist übrigens entgegengesetzter Ansicht. Stanhope war für sie zwar Repräsentant von Logen, hätte aber den Auftrag -und den Wunsch- gehabt, Hauser zu schützen und bereitete gerade dessen Flucht nach England vor, als die Mörder ihm zuvor kamen. Erst nach dessen Tod sei er zu despektierlichen, denunzierenden Äußerungen in Bezug auf Hauser gezwungen worden.

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    19. Nur bei Heyer/Michaelis – und bei Tradowsky (aber nicht im 1. Anhang) und Prokofieff – finden sich dann anonym, die weitere drei ‘rosenkreuzerische‘ Steiner-Verweisungen, neben der sehr fraglichen ‘Gral‘-Verweisung (Matile/Meister):
      a. nächst Christian Rosenkreuz habe Kaspar Hauser die Leiden des Christus am stärksten nachempfunden
      b. Jene Individualität, die hinter dem K.-H.-Schleier verhüllt wurde, sei eine Wesenheit, welche inspirierend in den Rosenkreuzerzusammenhängen von Anfang an gewirkt habe
      c. Kaspar Hauser [wurde] von seinem guten Karma zu Daumer geführt, dem „letzten Rosenkreuzer“, dem tief spirituell empfindenden Sucher nach einer neuen Geistigkeit mitten im 19. Jahrhundert
      d. was mit dem Kaspar-Hauser-Schicksal tatsächlich zusammenhängt … Süddeutschland hätte werden sollen die neue Gralsburg der neuen Geistesstreiter und die Wiege künftiger Ereignisse.

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    20. Es bekräftigt sich mir mein Eindruck, dass sich mit den hier vorgebrachten Quellen weder Anthroposophie noch Kultur beleben lässt.
      Und zur Entschleierung der Isis sollte man mit solchem Rüstzeug besser auch nicht schreiten wollen.

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    21. ...eines der Schlüsselworte in diesem Kontext heißt wohl'HEREINFALLEN'!

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    22. Oder sind die Quellen radikal verschmutzt durch einen einzigen Michaelischen Verschwörungstheoretiker (s. sein Bild in http://www.perseus.ch/PDF-Dateien/wirren_um_kaspar_hauser.pdf, und Zitat 3 bei Tradowsky)?

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    23. Lieber Ton, Dank für die engagierte Quellensuche. Dieser Perseus- Artikel war mir bislang entgangen. Meyer argumentiert ja geradezu am Rande der Verzweiflung, um diesen Kaspar-Hauser- Mythos aufrecht zu erhalten. Es spricht in der Tat Einiges für die Annahme, dass Paul Michaelis die meisten dieser Mythen im Namen des ehrenwerten Polzer- Hoditz produziert hat. Übrigens zitiert im oben von mir genannten Buch Von Keyerlingk Tradowsky, der Polzer-Hoditz zitiert, der wiederum Rudolf Steiner zitiert. Es geht immer wieder um diese von Michaelis vorgelegten Schriftdokumente.

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    24. Ja, das sind sie zweifellos - so widersprüchlich wie sie sind...
      Allerdings hat auch der ganze Kontext ein eigenartiges Aroma.
      Da sind die Fragen so essentiell und werden nur einem P.-H. anvertraut...

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    25. In das verdächtigte Polzer-Hoditz- neue Gralsburg-Zitat aus 1916 (auch von Prokofieff kommentiert) kommen Themen zusammen aus z.B. GA 167 (ebenfalls 1916, Hochgrad-Orden, okkulte Gefangenschaft, Mitteleuropa) und GA 114 (hypothetisches Erziehungsversuch, künstlich zurückhalten, Verlängerung der Jugendzeit).

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    26. Das Pfeiffer-Zitat über das Aufrechterhalten der Verbindung zwischen der geistigen und der physischen Welt durch Kaspar Hauser im19. Jahrhundert verweist auch auf einer ähnlichen Krise-Situation im Jahre 1250, die vom Rosenkreutzertum gelöst worden sei (s. GA 15 und 130).

      Diejenige esoterische Geistesrichtung, welche der Gegenwart angemessen ist, macht es sich daher zum Prinzip, zwischen Hellsehen und Einweihung stets das richtige Verhältnis herzustellen. Es wurde dies notwendig in der Zeit, als die Menschheit eine Krisis durchmachte in bezug auf ihr höheres Erkennen. Diese Zeit ist die des dreizehnten Jahrhunderts. Etwa um das Jahr 1250 herum haben wir das Zeitalter, in welchem die Menschen sich am meisten abgeschlossen fühlten von der geistigen Welt. (GA 15)

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  4. Das Kaspar Hauser-Experiment (hypothetischer Lebensversuch, künstliche Gelegenheit) wurde ausführlicher von Steiner besprochen in Zusammenhang mit einer Verjüngung der buddhistischen Weltanschauung in der Zeitenwende:

    Und wenn Sie irgendwo hören, daß irgendeine bestimmte Persönlichkeit, die auf einem bestimmten Gebiete befruchtend wirken sollte, sich lange Zeit unbegabt zeigte, lange Jahre hindurch für dumm gehalten wurde und daß ihr dann erst später der «Knopf aufgegangen» ist, dann haben die Götter dieses Experiment angestellt, haben die Kindlichkeit eines solchen Menschen über jene Jahre hinaus bewahrt und haben ihn für das, was man sonst im normalen Leben früher lernt, erst in einer späteren Lebenszeit fähig gemacht. GA 114.78

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  5. Experimente....was für eine Umschreibung für den gelungenen Versuch ein Verbrechen für Jahrhunderte hindurch hinter der Fassade der "geistigen Welt" und deren angeblichen Gesetzmäßigkeiten zu verstecken

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  6. Zwingend beweisende Logik ist das Leitsymptom pathologischer Verschwörungstheorien...

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    1. Nichts ist bewiesen und auch nicht beweisbar.
      Allerdings auch nicht, dass die Geisteswissenschaft selbst eine Verschwörungstheorie ist. Aber jenseits aller Meinungen und Tatsachen steht die Wahrheit, die eine und unteilbare. Wir spekulieren alle.

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    2. Geisteswissenschaft hat ist nicht zwingend-logisch, sie ist plausibel – hinter ihr kann die die Wahrheit unbehelligt stehen.
      was hier an Quellmaterial behandelt wird, ist von geisteswissenschaftlichen Arbeitsergebnissen jedoch noch sehr weit entfernt. Zeitgenossen, die die Geisteswissenschaft erst mal gerade kennengelernt haben, versuchen eifrig eine handvoll Fakten (die sie für geisteswissenschaftlich Tatsachen halten) zu einem zwingend logischen (Welt)Erklärungssystem zusammenzulöten.
      Die Besondere Ironie liegt dabei eben in den völlig unterschiedlichen Ergebnissen (vgl. Proko/Trado und all die anderen Abhandlungen).

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    3. ... wer von euch hier weiss denn überhaupt, was Geisteswissenschaft wirklich ist? Bislang sehe ich nur journalistische Erklärungsversuche, Sammeln mit leuchtenden Augen -- ja wo ist sie denn die Seele, ich sehe sie nicht -- und dann wird das Seziermesser beiseite gelegt und notdürftig wieder gereinigt für die nächste Aktion. Schon allein wer beweisen will ist auf dem Holzweg --- .

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    4. ...und ich naiver Mensch habe mir tatsächlich eingebildet, dass ich mich
      mit diesem Beitrag etwas im Einklang (zumindest nicht in völliger Dissonanz) mit manroes Geisteshaltung befinde.
      War aber nix!

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    5. Heisst die erste Stufe der Geisteswissenschaft nicht Studium (Estimatio), Vorbereitung (Preparatio) oder Reinigung (Katharsis, Purgatio)? z.B. bei Steiner:

      In der theosophischen Bewegung ist anfangs der allerschlimmste Fehler gemacht worden dadurch, daß man sagte: Man muß absehen vom Äußeren und in sich hineinschauen. – Das ist eine große Illusion. Man findet nur sein niederes Selbst, das vierte Prinzip, das niedere Ich, das sich einbildet, ein Göttliches zu sein, das aber gar kein Göttliches ist. Man muß aus sich heraus, um das Göttliche zu erkennen. «Erkenne dich selbst» heißt zugleich «überwinde dich selbst». …

      Die Schulung selbst besteht in folgendem: 1. Studium. Ohne Studium kommt der jetzige Europäer nicht dazu, selbst zu erkennen. Er muß versuchen, erst die Gedanken der ganzen Menschheit in sich hervorzubringen. Er muß mit dem Weltensystem denken lernen. Er muß sich sagen: Wenn andere das gedacht haben, so muß es doch menschlich sein, und ich will einmal probieren, wie es sich damit leben läßt. … Diese Gedanken, die uns für das Studium überliefert werden, reinigen unseren Geist, usw.. GA 95.140

      Das Studium im Rosenkreuzer-Sinne ist das Sich-vertiefen-Können in einen solchen Gedankeninhalt, der nicht der physischen Wirklichkeit, sondern der den höheren Welten entnommen ist; das, was man das Leben im reinen Gedanken nennt. …
      Es ist nur eine Herumrederei, wenn man sagt, man solle sich direkt an das Gefühl wenden. Das ist nur eine Bequemlichkeit. Die Rosenkreuzer-Theosophie läßt die Tatsachen sprechen, und wenn diese Gedanken dann in das Gefühl einfließen, es überwältigen, dann ist das der rechte Weg. Nur was der Mensch aus sich selbst empfindet, kann ihn beseligen. GA 99.158

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    6. Interessante Antwort von Ton Major z.B. zum Rosenkreutzertum. Findet da ein Bewusstseinswandel statt? Vielen Dank. Ich vermisse weibliche Kommentatorinnen wie Ingrid, Friederike, Belinda.

      Was sind denn "Gedanken der ganzen Menschheit"?, Ton?

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    7. Hallo Kerstin,
      Diese Gedanken seien „die Entwickelung der Sonnen und Planeten, der Erde und der Menschheit“.
      Vorbereitend sind auch die vier Tugenden mit als Dritte die sechs Eigenschaften (GA 10 und 12).

      Wenn ich die Kaspar Hauser-Quellen vergleiche, dann gibt es zwei, ziemlich übereinstimmende, möglich gefälschte Kaspar Hauser-Zitate über Rosenkreuzer/Geistesstreiter mit genau angegebenen Dramatis personae, historischen Hintergrund, Ort, Zeit und Handlung:
      1. Kaspar-Hauser-Schleier, Rosenkreuzer-Zusammenhängen, Baden, 1812, seine wichtige Mission/Aufgabe verhüllen
      2. Kaspar-Hauser-Schicksal, die neue Gralsburg, Süddeutschland, 1802, seine Aufgaben verhüllen
      (Zitate in: http://www.perseus.ch/PDF-Dateien/wirren_um_kaspar_hauser.pdf).

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    8. ...um es mal auszusprechen und keine falschen Empfindungen zurückzulassen durch einige meiner Bemerkungen, die Inhalte von Ton Majoor erlebe ich als sehr fundiert und, wie sie vorgetragen werden, auch als sehr angenehm.

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    9. Grüß dich Manroe,
      schön, dass du das so sagst. Ehrlich gesagt, ist auch jeder und jede für seine Eigeninterpretationen selbst verantwortlich, und an sich ist es auch überhaupt nicht einmal meine Aufgabe, das irgendwem so zu erzählen. Das ist ähnlich wie es sich ja auch nicht gehört, Andere an ihren Arbeitplätzen aufzusuchen oder zu stören, ich hab früher ab und zu meine Mutter (selten meinen Vater) von ihrer Arbeit abgeholt, das ging schon, aber wir haben abgemacht, dass wir uns gegenseitig nicht dreinmischen und Beruf des Anderen und Privatleben streng getrennt halten. Es muss jeder selbst mit seiner Gedankenwelt fertig werden.
      Ich meine, entweder man lebt in einem anthroposophischen Berufsfeld, wo die Grenzen bewusst verwischt werden, dann kann man ja auch erwarten dass einer die entsprechende Begriffswelt überhaupt versteht, die Begriffe, das menschliche Verhalten usw. Wenn das aber nicht gegeben ist, weil es nicht gewollt wurde, dann kann man auch nicht hergehen und eben das voraussetzen. Es würde nur Unheil hervorgerufen, also hat das zu unterbleiben.

      Nun, eigentlich hatte ich mich nur für Tons Planetenwissen interessiert, und auch die vier Tugenden und die sechs Eigenschaften. Trotzdem ich schon lange Jahre hier irgendwie mit dabei bin, muss ich daran erinnern, dass ich manche Dinge, mit denen andere sich ohne Unterlass beschäftigen können, nicht mitbekommen habe, weil das nicht gemacht wurde.

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    10. Bisschen erinnert er mich an Schumi, der gute Kaspar Hauser, wie er da so ausschaut.

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    11. Der Vergleich mit Schumi ist treffend:
      Der Seelenzustand Kaspars während seines Kerkerlebens war der Zustand eines Menschen, der, als Kind in tiefen Schlaf versenkt, diesen Schlaf, in welchem es für ihn keinen Traum, wenigstens keinen Wechsel von Träumen gibt, dumpf fortschläft, bis er im wilden Getöse der bunten Welt von Angst und Schmerz aufgeschreckt, daraus erwacht und nun, betäubt, nicht weiß, wie ihm geschehen sei. (Feuerbach, in: http://gutenberg.spiegel.de/buch/1448/3).

      Bis zu der Zeit, da der Unbekannte, um ihn zu unterrichten, in seinem Kerker erschien, befand sich Hauser in einem dumpfen, reflexionslosen Zustand, ohne Erinnerung eines ehemaligen Lebens unter Menschen, ohne Befremden und Nachsinnen über seine Lage, ohne Wunsch, sie zu verändern, ohne Sehnsucht nach etwas, was er nicht besaß, im vollkommensten Gleichmute. Die meiste Zeit mag er verschlafen haben. Er selbst glaubt nur wenige Stunden gewacht zu haben. (Daumer)

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    12. Den Vergleich Schumi/Kaspar Hauser kann ich aus meiner
      täglichen beruflichen Praxis so nicht nachvollziehen.
      Die Pharmakologie(Alpha-2-Blocker, Neuroleptika, Opiate, Narkotika)
      ist heute so hoch entwickelt und selektiv anwendbar, dass man
      die Menschen ganz gezielt an einen für sie erträglichen
      Bewußtseinszustand heranführen kann.
      Man schaltet die Therapie ja nicht einfach aus und sagt:'Hallo,
      hier ist die Welt wieder - schau, woie Du damit zurecht kommst!'

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    13. Ob der Steinerausspruch 'nächst Christian Rosenkreuz habe Kaspar Hauser die Leiden des Christus am stärksten nachempfunden' authentisch ist sei dahingestellt - denn Rennfahrer würde ich hier jedoch nicht als dritte Person einordnen...

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    14. Der "dumpfe" Bewusstseinszustand des ohne jede Liebe und ohne jede Kontaktaufnahme lebenden Kindes Kaspar ist eine Interpretation Feuerbachs. Frau von Keyserlingk meint - das stimmt mit einigen Andeutungen Steiners überein- dass dieser außerordentliche Mensch, von dem man annahm, dass er aufgrund dieser extremen Verwahrlosung früh sterben werde, stattdessen in intimer Innigkeit mit geistigen Entitäten aufgewachsen sei- in einem ganz außergewöhnlichen Bewusstseinszustand.

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    15. Ton, dieses von Steiner so benannte Problem besteht völlig unverändert- und wird innerhalb dieser Szene nicht bearbeitet (sehr wohl aber in Advaita- Kreisen): "In der theosophischen Bewegung ist anfangs der allerschlimmste Fehler gemacht worden dadurch, daß man sagte: Man muß absehen vom Äußeren und in sich hineinschauen. – Das ist eine große Illusion. Man findet nur sein niederes Selbst, das vierte Prinzip, das niedere Ich, das sich einbildet, ein Göttliches zu sein, das aber gar kein Göttliches ist. Man muß aus sich heraus, um das Göttliche zu erkennen. «Erkenne dich selbst» heißt zugleich «überwinde dich selbst». Das ist nun mal das luziferische Generalproblem- sei es in Form von Selbstvergottung oder Selbstverdammung. Die Korruption ist gar nicht zu vermeiden.

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    16. Man sollte sich bei aller Aktualität Steiners eben auch immer vergegenwärtigen,
      vor welchen Vorstellungshintergründen er seine Aussagen gemacht hat (machen musste)!
      //
      Man Denke etwa an die Geschichte mit der ersten Eisenbahn und den Bretterwänden:

      Hier bin ich, draußen ist die Welt. Draußen in der Welt soll jetzt eine
      Dampfeisenbahn gebaut werden und die Medizinalräte müssen darüber
      debattieren, ob zwischen mir und der Welt da draußen mit der Dampfeisenbahn
      eine Bretterwand gebaut wird, damit ich keine Gehirnerschütterung von den
      vorbeifahrenden Eisenbahnzügen bekomme...
      //
      http://fvn-rs.net/PDF/GA/GA035/GA035-265.html

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    17. Während unsere Kultur daran gearbeitet hat, den Dualismus durch Bretterwände zu paralysieren (nicht zu überwinden), haben andere Kulturen an der Überwindung des Dualismus gearbeitet.
      Dafür haben wir jetzt Hochgeschindigkeitszüge, Raumschiffe etc. etc. etc.

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    18. Anthroposophie erscheint einem oft als 'Esoterik und Spiritualität für Dummies', das liegt aber daran, dass Anthroposophie als 'Esoterik und Spiritualität für Techies' gedacht ist.

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    19. ... und wenn man sich (genügend) geübt hat im "Draussensein", um des ersten nötigen Schrittes willen, wo landet man denn dann, bzw., warum und wofür hat man geübt?

      Da "draussen" findet man, wenn man hinschaut auf der Menschen Werk, das, was sie aus sich herausgestellt haben. Letztenendes gibt es, so und lebendig gesehen, gar kein "Aussen". Da draussen wurde geübt, es ist wie in der Schule die Tafel, an die man schreibt, um den Zuhörern und Zusehenden etwas zu verdeutlichen. Wenn man bemerkt und erkennt, dass ich es bin, der auf die Tafel schaut, warum sollte ich mir dann nicht die Hand geben -- ?? Warum nicht??!

      Jener achso "allerschlimmster Fehler", projiziert man ihn immer noch ans Firmament des übenden Denkens, betoniert die eigene Unfähigkeit den rechten Zugang zur schöpferischen Quelle zu finden und dann auch noch aus jener Furchtgeburt heraus, die (man) einem einredet ge- und verfangen zu bleiben an luziferischen Spinnfäden seiner selbst. Ahja.

      Luzifer und Ahriman sind des Menschen "Freunde", die antworten einem, wenn man sie fragt und man bemerkt, dass selbst sie sich irgendwie zu freuen scheinen in ihrer typischen Art darüber, dass da jemand zu erwachen scheint. Allerdings, man muss wirklich mitbekommen, was man tut UND, DAS geschieht eben NICHT da draussen!!
      ---------

      hereingestellt von Ton Majoor

      "Das Studium im Rosenkreuzer-Sinne ist das Sich-vertiefen-Können in einen solchen Gedankeninhalt, der nicht der physischen Wirklichkeit, sondern der den höheren Welten entnommen ist; das, was man das Leben im reinen Gedanken nennt. …
      Es ist nur eine Herumrederei, wenn man sagt, man solle sich direkt an das Gefühl wenden. Das ist nur eine Bequemlichkeit. Die Rosenkreuzer-Theosophie läßt die Tatsachen sprechen, und wenn diese Gedanken dann in das Gefühl einfließen, es überwältigen, dann ist das der rechte Weg. Nur was der Mensch aus sich selbst empfindet, kann ihn beseligen."
      GA 99.158

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    20. Feuerbach und Daumer bezeichnen es als Todesschlaf (Topor, Sopor) und deuten es als eine Art Somnolenz (‘in tierischen Seelenschlaf‘), in der Tat nicht als ein Koma. Sie beschreiben das alles natürlich noch nicht darwinistisch-evolutionär, eher lamarckistisch.
      Im ‘Kaspar Hauser‘-Vortrag bei Steiner (1908) handelt es sich um eine spirituelle Evolution aus alten, dumpfen Bewußtseinszuständen. In späteren Zeiten gab es eine ‘Zwischenzustand‘ oder ‘in Ausnahmezuständen .. Entrücktheit oder auch Verrücktheit‘, vielleicht wie bei Kaspar Hauser aber dann als künstliches Lebensversuch?

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    21. "Anthroposophie erscheint einem oft als 'Esoterik und Spiritualität für Dummies', das liegt aber daran, dass Anthroposophie als 'Esoterik und Spiritualität für Techies' gedacht ist."

      Häähh??

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    22. @Manroe: "Luzifer und Ahriman sind des Menschen "Freunde", die antworten einem, wenn man sie fragt und man bemerkt, dass selbst sie sich irgendwie zu freuen scheinen in ihrer typischen Art darüber, dass da jemand zu erwachen scheint." Nur, wenn man den spirituellen Weg mit einem Kindergeburtstag verwechselt.

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    23. Die Experimente, Kinder total zu isolieren, sind ja nun seit je her und bis heute nicht gerade selten: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/wolfskinder-der-kaspar-hauser-komplex-a-521812.html Die Experimente Friedrich II sind bis heute berüchtigt. Nach von Keyserlingh war Hausers Wärter nur für sehr kurze Zeit engagiert worden, da man mit dem üblichen Ausgang der Isolation rechnete: Exitus. Es dauerte aber über 10 Jahre. Es war dieser Wärter, dessen Geruch Hauser genau kannte, weshalb er auch erkannte, dass es dieser war, der den ersten Mordversuch auf ihn verübte, als die Freilassung auch schief lief. Der Wärter verübte den Anschlag mit einem Hammer; zögerlich und mit Widerwillen, denn er wurde dazu wegen seiner Mittäterschaft als Wärter erpresst. Hauser dagegen musste erleben, dass die einzige menschliche Bezugsperson seinen Tod wollte. Er durchschaute - nach von Keyserlingk-, dass er das Ganze nicht überleben würde.

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    24. @Manroe
      Techies=Techniker
      Eine Esoterik/Spiritualität für Menschen, die sich der Technik nicht verschließen.
      Es ist leicht(er), Monismus zu erreichen, wenn man bestimmte Aspekte einfach ausblendet (leugnet/ignoriert).

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    25. ...alles beginnt zaghaft, klein, scheinbar unbedeutend - UND, man bekommt ja nur einen Ausschnitt mit, auf all den "Kindergeburtstagen", wenn man z.B. noch an den Weihnachtsmann glaubt oder den Osterhasen. Aber dann, beobachtet man die anderen Kinder auch, wie sie grösser werden und Fragen stellen können, reflektieren, selber denken..., dann lüften sich gewisse "Nebel" und man beginnt deutlicher zu sehen und zu unterscheiden. Wie im Kleinen so im Grossen, wie drinnen als auch draussen.

      Jetzt treten wir mal heran an einen entscheidenden "Ort" und sinnt nach über das niedere Ich, einer mögliche "Selbstvergottung bis hin zu einer "Selbstverdammung", schaut sich das an und rätselt und liest und verarbeitet, meditiert... bis man bemerkt, dass es da jemanden gibt, der all dies tut und zu trennen vermag, zu unterscheiden vermag, die ganze bisherige Erfahrungswelt von dem wie und was er so erlebt hat bislang. Und der, der das tut, der das vermag, der wandelt sich nicht in seinen grundsätzlichen Fähigkeiten, der hat ein untrügliches Auge ..., das ist der, der mir mitteilt, was Selbst-Vertrauen wirklich ist.

      Eine sehr grosse Hilfe beim Verstehen und Begreifen ist das Begreifen der von Steiner benannten beiden "grossen" Widersacher, weil sie ab hier Zubringer meiner Unterscheidungskraft sind und werden. UND, ab HIER beginnt obiges Fragen, Herr Dr. Michael und wenn Du darin Spielchen im Kindergarten meinst erblicken zu müssen, dann sollst Du es gern weiterhin tun, bis zu jenem Tag, wo Dir bewusst wird, warum es Kindergärten gibt, mal schauen, ob Du dann noch hingehst.

      Es gibt ja auch Menschen, die sprechen täglich mit (")Gott(") -- wie findest Du das denn??

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    26. Auch die heiße Herdplatte beantwortet einem Fragen, wenn man die Hand drauflegt (nicht nur L & A).
      Man kann die heiße Herdplatte beispielsweise befragen, wenn man wissen möchte, was eine Hauttransplantation ist...

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    27. ...und man bemerkt dann, dass selbst die Herdplatte 'sich irgendwie zu freuen scheinen in ihrer typischen Art'
      //
      Ob ich mich über die Antwort freue, ist eine andere Frage!

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    28. ...das mit der Herdplatte kann man natürlich auch machen, insbesondere in der Kindheit neigt man dazu, man will es ja wissen, bis man begreift wie und was geistiges Fragen ist, zumeist auch erst aus dem Leid heraus, irgendwelche "Herdplatten" angefasst zu haben und begreift, dass man damit auch kochen kann.

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    29. Stephaaan, Du bleibst in Deinem Bild gefangen, man kann das erkennen!! Und daran, was Anhaftung ist.

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    30. ...ich sinne grad darüber ob man von einem L&A-Fatalismus sprechen könne. Armer Christus oder besser doch arme Menschen?

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    31. Die gewünschte App ist fertig!

      Die Implementierung in PHP war erwartungsgemäß extrem simpel:

      1 Schleife, 3 IF-Abragen und 1 goto;

      Ohne das semantische goto und das logische if wäre die App nicht realisierbar gewesen!
      Auf Semiotik konnte ich jedoch problemlos verzichten....



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    32. //PHP-Quellcode

      gebetsmuehle:


      foreach($manroe as $gebetsmuehle){

      if($gebetsmuehle==CONTRA_J_v_H)
      {print_r("Kläff, Kläff, Kläff...");}
      else if($gebetsmuehle==LOGICAL || $gebetsmuehle==FROM_STEPHAN_OR_SO)
      {throw new Exception('KEINER VERSTEHT MICH - ABNORMAL TERMINATION');}
      else{print_r("BliBlaBlub...");}
      }

      goto gebetsmuehle; //essential

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    33. Nebenbei versuche ich auch schon lange, den von Dir angefordertenSchuss Humor beizusteuern...
      Ich hoffe, Du merkst es (und ärgerst Dich nicht nur)...

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    34. Allerdings sind mir solche Aussagen vollkommen ernst.

      Ich spreche dabei nicht bildhaft, weil ich in 'meinem Bild gefangen bin', sondern weil man auf Kindergeburtstagen bildhaft sprechen muss (damit' s ankommt).

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    35. Zum Thema (esoterischer) Kindergeburtstag nach Michael Eggert:
      Bleibt nur noch die Frage wie das "geht", wie man das "macht" -- ?

      Matthäus 18
      "1 In jener Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist denn der Größte im Reiche der Himmel? 2 Und als Jesus ein Kindlein herzugerufen hatte, stellte er es in ihre Mitte 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen. (Matthäus 19.14) 4 Darum, wer irgend sich selbst erniedrigen wird wie dieses Kindlein, dieser ist der Größte im Reiche der Himmel; 5 und wer irgend ein solches Kindlein aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf. (Matthäus 10.40) 6 Wer aber irgend eines dieser Kleinen, die an mich glauben, ärgern wird, dem wäre nütze, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde."

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    36. Ja, so sehe ich das auch!
      Darum versuchen wir hier ja auch, unser 'kindisch sein' so lange ad absurdum zu führen, bis das 'kindlich sein' wieder hervortreten kann...

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    37. he, Du kannst anscheinend wirklich programmieren :-) . Allerdings sehe ich darin nicht mein gewünschtes Programm, sondern eher eine Erleichterung für Dich nicht ständig wiederholen und erklären zu müssen, warum und wie kindisch ich bin.

      Nein, ich ärgere mich nicht nur, die Freude überwiegt bei Weitem.

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    38. Und vielleich sind wir dabei ja auch nur 'Opfer' eines Experimentes das in 200 Jahren in irgend einem BLOG (oder was dann so üblich ist) aufgerollt wird...

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    39. Schön --, könntest Du vielleicht sogar ein paar Takte, besser Bilder gar, um der rechten Bildung willen, beisteuern, die in Richtung ´kindlich sein´ weisen? Man soll es ja werden und nicht bleiben!!

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    40. Ja, ich programmiere wirklich seit ü20 Jahren in objektorientiertem C#/PHP/SQL!
      Darum bin ich auch so ein vehementer Verteidiger der Logik, weil ich weiss, dass der ganze Karren einfach nicht läuft, wenn man die Logik an irgend einer Stelle ignoriert. Und wenn an dieser Logik (wie bei einem Beatmungsgerät oder einem Reisebus) noch physische Menschenleben hängen, muss ich sie bei alle Achtung und Verehrung der geistigen Welt dort verteidigen, wo ich meine, dass wir den Gültigkeitsbereich der Logik noch nicht vollständig verlassen haben.
      Und ich meine, dass der Gültigkeitsbereich der Logik weiter reicht, als man in anthroposophischem Kontext manchmal anzunehmen geneigt ist.

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    41. Mein Bild in Richtung 'kindlich sein' habe ich bereits beigesteuert:
      Die alte Schale muss abfallen...

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    42. Das, was Du da über die und "Deine" Logik sagst unterschreibe ich rückhaltlos, aber jene Logik muss in einem Feld der Umsicht und Weitsicht eingebettet sein, damit sie wirklich hilft und Diener sein kann und "darf" geradezu. Und, ich sehe sie so, dass sie, wenn es um den Menschen geht, aber eben nicht an erster Stelle sprechen darf/sollte und da berühren wir wieder meinen Lieblingspunkt mit dem wahren "Herrscher" IN uns. Was mich freut, dass ich jetzt ein erweitertes, auch erweiterndes Bild von Dir in mir vor mir habe. :-)

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    43. An besagtem "Experiment" lese ich irgendwie das Typische an der Vorgehensweise der Wissenschaft ab, der man da wirklich meine obige Frage vorlegen sollte, ob man denn wirklich wisse, um was es sich bei der Geisteswissenschaft handelt oder sie hoffentlich zu verstehen vermögen, ob die Frage nach einer Geisteswissenschaft sich als berechtigt herausstellen könne und es ein Areal in deren Geistbereich gibt, wo man sie ansiedeln könnte, als gleichsam "Wissenschaftsmaster" .

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    44. Gestern war ich in einer größeren CG-Kirche bei der MWH.
      Außen an den Toilettentüren hing ein großer A4-Zettel mit der Aufschrift:
      'Bitte die Türe richtig schließen, sonst schaltet die automatische Lüftung nicht ab!'
      //
      Ein großer Hinweis auf die Notwendigkeit der Beachtung von (Schalt)Logik mitten in einer ICH-Herrscher-Schule...
      //
      Man könnte den Hinweis natürlich ignorieren, weil es ja um den Mensche (respektive um menschliches) geht.
      Das Menschliche (bzw. die Nichtbeachtung der Schaltlogik) würde dann eben bis in die Menschenweihehandlung hineindröhnen...

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    45. 'ob man denn wirklich wisse, um was es sich bei der Geisteswissenschaft handelt'
      Wenn ich ein Glas abtrockne, kann ich mich natürlich auch fragen, ob ich wirklich weiß, um was es sich bei dem Geschirrhandtuch handelt. Dann schließen sich automatisch Fragen an wie: 'Ist es aus biologischer Fair-Trade-Baumwolle' etc. etc. etc...
      Mein eigentliches Ansinnen ist mir aber völlig abhanden gekommen...

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    46. Ich sollte mir eben klar darüber sein, ob ich mit einer zielführenden Methode ein Glasabtrocknen möchte, oder ob ich einen allgemeinen Frust gegen ungerechten Baumwollanbau pflegen möchte.

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    47. Einen solchen Zettel gibt es bei uns auch :-)

      Dein Beispiel aus/in einer "ICH-Herrscher-Schule" zeigt ja doch nur, dass an einer Ich-Führung noch zu wenig gearbeitet worden ist und eine erforderliche Aufmerksamkeit immer noch zu oft an einem vorbeizurutschen scheint. Wahrscheinlich ist es ja auch deshalb ein ICH-Herrscher-Übungsort. :-)

      Beim Menschlichen würde ich zuallererst aufmerksam und verständnisvoll, zuhörend, mitfühlend sein, darin verbleibend und an deren "Ergebnissen" dann erst ablesen, inwieweit Logik mitsprechen darf, das meinte ich mit dem eingebettet sein, wenngleich ein wirkliches Zuhören ja eh ständig begleitet wird von einem folgerichtigen, sinnvollen Begleitfaden. Folgerichtigkeit ist mir näher denn Logik, wenn es um Menschliches geht, ich unterscheide zumindest diese beiden voneinander. Folgerichtigkeit ist mir, was das Menschliche betrifft, eine empathische Logik einerseits, aber auch im Sinne von "im Denken sehend werden.." der imaginierte Faden, der mir den Weg zeigt.

      Wenn Steiner oben sprach von den Verstandesmenschen, dann geht es ja nicht um den Verstand an sich, sondern um den Umgang mit ihm, hier ebenfalls um den Umgang mit der Logik, DIE, wenn es um Menschliches geht eingebttet und eher folgerichtig sein sollte, damit man analog hierzu nicht zu einem Logikmenschen wird.

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    48. Also ich finde wirklich, dass man an dieser Geschichte tatsächlich dieses beschränkte wissenschaftlich-forschende ablesen kann und bei einer Hinzunahme geisteswissenschaftlicher Inhalte und einer entsprechenden Geisteshaltung gänzlich andere Wege sich auftun würden. In beiden Fällen täte man Gläser putzen, bei meiner Methode allerdings würden nicht nur die Gläser blank.

      Meinst Du nicht auch, dass Du jetzt nur den Code so effizient als möglich gestalten möchtest, was ja, ginge es nur um einen Ablauf von was auch immer, sehr löblich ist, aber schaue ich mir an, was in dieser Gesinnung auf mich zukommt, als Mensch, dann möchte ich keine Bereinigung. -- ? Bitte jetzt richtig verstehen. So prinzipiell würde ich Dir zustimmen, in wirklich menschlichen Situation allerdings nicht.

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    49. 'Folgerichtig' ist tatsächlich ein wohnlicherer Ausdruck als 'logisch'.
      //
      Behauptungen wie 'Ahriman=Luzifer=Orakel von Delphi=Pudding im Kosmos'
      sind allerdings weder folgerichtig, noch logisch und sie sind so
      ausgesprochen unmenschlich wie eine heiße Herdplatte (man kann
      sich dran verbrennen).
      Darum habe ich in diesem Bild zu Dir gesprochen...
      //
      Solange wir noch Erinnerungszettel zum ordentlichen Schließen
      von Klotüren brauchen, sollten wir das 'transparente geistige
      Hindurchschauen' noch mit einer gewissen folgerichtigen Logik
      begleiten.
      Wenn wir dann mal so richtige 'transparente geistige
      Hindurchschauer' sind, dann brauchen wir auch keine Zettel mehr,
      weil Klotüren dann ohnehin sinnlos geworden sind.
      [für mich ist das Thema jetzt erschöpft]

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    50. Kaspar Hausers frühere Physiognomie erinnert an den Gesichtsausdruck eines Kretins mit einem Schilddrüsendefekt (ebenso wie die jungbleibende Axolotl). Kretins wurden in Bergdörfer als glückbringend für die Familie betrachtet (Balzac 1829).

      Sein Gesicht war damals sehr gemein und, wenn es in Ruhe war, fast ohne Ausdruck; die unteren Teile desselben traten etwas vor, was ihm ein tierisches Ansehen gab. Auch der stiere Blick seiner bläulichen, übrigens klaren, hellen Augen hatte den Ausdruck tierischer Stumpfheit. Seine Gesichtsbildung änderte sich nach einigen Monaten gänzlich; der Blick gewann Ausdruck und Leben, die hervorragenden unteren Teile des Gesichts traten mehr zurück und die frühere Physiognomie war kaum wiederzuerkennen. (Feuerbach)

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    51. Nicht der Ausdruck eines "Kretins", sondern der eines Menschen, der noch nicht wusste, wie man mimisch kommuniziert- interagiert. Er hatte ja keine menschlichen Kontakte, um das zu lernen. Das erscheint - übrigens wie bei Lähmungen nach Schlaganfall- oberflächlichen Beobachtern dann als "dumm" oder "kalt".

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    52. Bei Hypothyreose (oder auch bei psychosozialer Kleinwuchs) kann ein Zwanzigjähriger das Aussehen eines 16-Jähriger bekommen. Dann wäre das angebliche Geburtsjahr 1812, auch nach anthroposophischen Theorien, eine Fälschung. Steiner redete auffallenderweise von “in einem Alter von zwanzig Jahren“ (GA 104). Der Vater der Anthropologie Blumenbach meinte bei Wilden Kinder habe es sich in allen Fällen um von ihren Eltern verstoßene ‘Kretins‘ gehandelt.

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    53. Kaspar hauser ist neben der historischen Gestalt eben auch ein überzeichneter Archetyp des modernen Menschen.
      Wer sitzt nicht in seinem Kerker und empfindet oft mehr Schmerz denn Beseligung, wenn sich eine neue, bis dahin ungeahnte (oder doch schon geahnte) Welt kundtut...
      Bei einer regelrechten Entwicklung kann (z.B. durch Meditation) eine Vorbereitung auf den Eintritt in neue Welten stattfinden - dann verläufts auch harmonisch.
      Findet die vorbereitende Entwicklung nicht (oder wenig) statt, dann wird der Übergang als grell und Schmerzhaft (unvorbereitet) empfunden.

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    54. Kaspar Hauser war jedenfalls leiblich zurückgeblieben, retardiert: “eine kleine, untersetzte Figur von starkem Knochenbau, etwas hängendem, nicht gerade schwammigem Fleisch … Der Gesichtsbildung und dem keimenden Barte nach mochte er etwa 18 Jahre alt sein.“ (Tucher S.118, zit. bei Daumer). Steiner beschreibt :‘durch irgendeinen Zufall zurückgeblieben’, ‘künstlich zurückgehaltenen Menschen‘, 20 Jahre alt. Jedoch nach dem gefälschten, handgeschriebenen Zettel war Kaspar gerade 16 Jahre alt.

      Ausgesprochene Gutmütigkeit sei bei angeborener Hypothyreose ( Kretinismus) ein Wesensmerkmal der betroffenen Kinder. Steiner beschreibt: ‘eine eingeborene Wahrhaftigkeit‘ und ‘Die wilden Tiere [d.h. eine Hauskatze bei Daumer] duckten sich und wurden ganz sanftmütig.‘

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    55. Zum Thema 'Angeboren':
      Vgl. JODMANGEL, Hypothyreose, Retardierung...

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    56. " Beim Kind ist der Jodmangel weltweit die häufigste vermeidbare Ursache für Retardierung.
      Jod wird dabei von der Schilddrüse zur Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt."

      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kretinismus#Ursachen

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  7. Ein Kaspar-Hauser-Versuch ist ein biologisches Experiment (wiki/Kaspar-Hauser-Versuch). In Zusammenhang mit Menschen sprach Steiner darüber in GA 104 (1908) und 114 (1909).

    Durch die zunehmende Verstandeskultur der Menschheit ist das Gedächtnis wesentlich in den Hintergrund getreten. … Man könnte sagen: Wenn das wahr ist, dann müßten die heutigen Menschen, die durch irgendeinen Zufall zurückgeblieben sind, zeigen, daß sie gerade im Gedächtnis am wenigsten zurückgeblieben sind. Sie müßten auch zeigen, daß, wenn man bei künstlich zurückgehaltenen Menschen sich bemüht, ihnen Intellektualität beizubringen, das Gedächtnis darunter leidet.GA 104.18
    Dieses Experiment sollten die Menschen aber doch nicht machen. Es ist kein Erziehungsideal. Gewisse Dinge müssen die Menschen eben heute noch sozusagen den Göttern überlassen. Die Götter können es; die Menschen können es noch nicht richtig ausführen. GA 114.78

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  8. Habe das hier grad auf facebook gesehen: Hervorhebung von mir

    "Das fünfte Geheimnis ist das, in welches wir hineinwachsen; das sechste und siebente Geheimnis werden der sechsten und siebenten Wurzelrasse ausgeliefert werden. Früher waren die Geheimnisse streng in der Hand von Adepten, die die Menschheit führten. Es könnte aber in unserer Zeit Menschen geben, die den Adepten über den Kopf wachsen in gewisser Beziehung. Deshalb müssen einige Menschen gewappnet sein, wenn von außen ihnen das Geheimnis entgegentritt. Es ist der Zeitpunkt gekommen, in dem Einzelne mit Teilen der Wahrheit, welche sie erraten können, hervortreten werden. Ohne die Vorbereitung durch die Theosophie würde das aber furchtbar sein und von verheerender Wirkung für die Menschen. Es könnte dann so sein, daß einige wenige Gute da wären, und die große Masse der Menschen wäre dann für das Gute verloren. Die Grundlehren der Theosophie sind die Voraussetzung dafür, daß den Menschen diese Wahrheiten übergeben werden können. Ohne diese würde die Mensch(heit) in drei Teile gespalten: in erstens die gedankenlose Masse, zweitens die zerstörenden Verstandesmenschen mit dem erratenen Geheimnis und drittens die Okkultisten. Die Menschen würden einen Kampf um Leben und Tod gegeneinander führen." (Rudolf Steiner, GA 88, Seite 185ff)

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    1. Der manroe kämpft unablässig einen verzweifelten Kampf mit seinem Verstand gegen den Verstand der anderen.
      Die Unterschiedlichen Veranlagungen der Menschen (mit ihren jeweiligen Anlagen zu segensreicher Arbeit) kann er dabei einfach nicht sehen.
      Er kommt mir vor wie der Bäcker, der alle 10 Minuten gegenüber ins Friseurgeschäft rennt und den Friseur auffordert, er solle doch endlich aufhören, den Leuten die Haare abzuschneiden und stattdessen das einzig für ihn denkbare tun: Brötchen backen.

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    2. Oder anders gesagt:
      Es kann eben nur jeder Mensch von dem Ort aus arbeiten, an dem er geade steht...

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    3. Und bei dem Berliner Affentheater führen ja wohl eher die
      (selbsternannten) Okkultisten einen Kampf auf Leben und Tod - die 'normale' Menschheit (wie z.B. ich) versucht eher, eine vernünftige Lebens(bejahungs)haltung mittels des Verstandes zu finden...

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    4. ... es ist nur ein Zitat, mehr nicht. Und was es bei Dir auslöst verweist auf Dich.

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    5. Bei dem Vortrag (ironischerweise Berlin) vom 1. September 1903 war steiner zwar ü40 aber mit 42 1/2 immernoch reichlich jung für so starken tobak.
      1903 Hatte Rudolf Steiner noch keinerlei Anknüpfung seiner Arbeit an die Christustatsache gefunden - da redete er nur von Adepten und Okkultisten, die alle Menschlichen Geschicke entscheidend lenken.
      Aber durch die Christustat ist etwas in die Welt gekommen, das man nicht erraten kann, an dem man aber teilhaben kann, ohne dass es in der Entscheidungsgewalt irgend eines Adepten liegt.

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    6. ...und falls Du das mit der Christustat "verstanden" haben solltest, müsstest Du eigentlich begreifen können, was ich anticke, eigentlich, es sei denn, Du verbleibst weiterhin sortierend in Deiner "Bibliothek".

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    7. Nein manroe, ss ist NICHT NUR ein Zitat!

      Wäre es nur ein Zitat, dann wäre die Stelle 'zweitens die zerstörenden Verstandesmenschen' nicht demonstativ in BOLD (Fett) gesetzt.
      Dein Hervorheben der Aussage 'zweitens die zerstörenden Verstandesmenschen' hat mir aber gezeigt, dass der Bäcker das Zitat nur missbraucht, um dem Friseur das Haareabschneiden madig zu machen.
      Manroe unterstreicht Passagen in Steinerzitaten, ansatt seines eigenen Verstand zu bemühen.
      //
      Und die Christustat ist dasjenige, worauf ich meinen Verstand nicht bemühe - denn sie ist nicht von dieser Welt - sie kann einfach nur dankbar angenommen werden.
      Mein Verstand ist durch das Chaos das (beispielsweise) die berliner Wichtigtuer in die Welt bringen ohnehin schon über die Maßen strapaziert. Da muss man sich beim sortieren der Bibliothek schon eine ordentlich große Altpapiertonne bereitstellen.

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    8. Besagt das Zitat aus GA 88 über das Verstand und das Enthüllen des fünften Geheimnis [des Bösen] nicht gerade: ‘Die Grundlehren der Theosophie sind die Voraussetzung dafür, daß den Menschen diese Wahrheiten übergeben werden können.‘?

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    9. ... also, nun gebe ich mal als Zitat was von Steiner durch, weil, wenn "nur" ich spreche insbesondere Deine Person mir IMMER alles so verdreht, damit es in eine solche Form passt die Dir genehm ist, um mich dadurch "überführen" zu könnnen, das ist doch fast ausschliesslich Dein einzig Bemühen, wenn es um meine Person geht.

      Und es ist insofern "nur" ein Zitat, weil das einzige, was von mir gekommen ist, sich in besagtem Zitat darstellt, fett hervorgehoben deshalb, damit sofort ersichtlich wird, warum ich es eingestellt habe, es gibt da ja schliesslich eine Geschichte dazu. "Nur" ein Zitat bedeutet ebenfalls, dass ich es, bis auf die fette Hervorhebung, ansonsten völlig unkommentiert belassen habe. Ich denke mal ein jeder hier, der hier etwas reinstellt wird einen Grund, ein Motiv, einen gewissen Sinn damit verknüpfen, wenn er/sie es tut, meiner bestand heute darin, halt "nur" ein Zitat reinzustellen, das von der Vorgeschichte her selbsterklärend ist.

      Aber schön, dass Du Dich immer wieder angesprochen fühlst --- :-)

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    10. "Die Grundlehren der Theosophie sind die Voraussetzung dafür, daß den Menschen diese Wahrheiten übergeben werden können."

      Ja, so hat Steiner es gesagt.

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    11. 'fett hervorgehoben deshalb, damit sofort ersichtlich wird, warum ich es eingestellt habe, es gibt da ja schliesslich eine Geschichte dazu.'

      Die Geschichte ist, dass Du mich neben einigen anderen hier schon lange als 'reine Verstandesmenschen' darstellst. und uns nun mit diesem Zitat als (fett unterstrichene) 'zerstörende Verstandesmenschen' bezeichnest.
      //
      'dass ich es, bis auf die fette Hervorhebung, ansonsten völlig unkommentiert belassen habe.'
      Um mit Stadler'schen Worten zu sprechen: SO EINE SCHWACHSINN!

      Gerade die Tatsache, dass es nur eine einzige fette Unterstreichung ist besagt doch, dass Du es nur wegen der einen fetten unterstreichung vorgebracht hast...
      //
      'damit es in eine solche Form passt die Dir genehm ist'

      Du siehst: Die Form bildest Du - ich bilde den Guss!

      //
      Aber wahrscheinlich bin ich mit meinen Anzweiflungen an Trado nur wieder zu dicht an den Zaun gekommen...


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    12. Übrigens auch ein schöner Themenhinweis in Michael-Heinen-Anders FB-Gruppe:

      http://anthrowiki.at/Sieben_Geheimnisse

      (nicht so stigmatisierend wie der andere Beitrag)

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    13. ... --- ... ja, Du bist/hast immer (im) Recht

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    14. Du machst es mir diesbezüglich sehr leicht:
      Es genügt eine Spur Verstand vom Typ 'cum grano salis'

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    15. nein, ich machs mir selbst jetzt mal leicht -- cum grano saccharum, weil es halt sinnlos ist, denn es geht Dir um was anderes denn das, was Du hier immer gegen mich hindrehst.

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    16. Ich werde mir diesen manroe-Beitrag
      und diesen manroe-Beitrag nochmal vornehmen und mich so lange im 'hindrehen' üben, bis ich tatsächlich ein so verstandesblinder Trottel geworden bin, dass ich dem manroe bei allem was er sagt nur noch voll und ganz beizupflichten kann...

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    17. ...ich würds besser finden, Du schriebest eine app, die einen logisch-semiotisch-semantischen Filter enthielte, der formulierte Texte auf den/einen in diesem/deren Sinne entsprechend vorgeprägten Inhalt dann übersetzt, was den Vorteil hätte, dass man als Verständnisgrundlage angeboten bekäme eine vereinheitlichte Form von Aussagen eines jeweiligen "Autors". Man verstünde sich dann irgendwie unge- und unbehinderter, ohne jegliche Zwischentöne, die so manche Geister versuchen in einem Text unterzubringen. So einem Osmosefilter gleich, der bei der Wasseraufbereitung seine Dienste anbietet. Heissen könnte diese app z.B werbewirksam "Logose -- die app für reine Texte", wie findest Du das?

      Ansonsten erstmal viel Vergnügen bei der Textaufbereitung, insbesondere auch im Hinblick auf eine "nicht völlige Dissonanz", es gibt sie noch, die Zwischentöne, das gefundene Fressen für osmotische Ansätze.

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  9. Nicht nur die Anthroposophie beschäftigt sich in esoterischer Hinsicht mit Karpar Hauser (dort schreibt man ihn Caspar)


    http://stiftung-rosenkreuz.org/veranstaltung/caspar-hauser-und-das-ringen-um-die-zukunft/

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  10. Persönliche Anmerkung:
    Bitte um Nachsicht für meine ganzen 'Vertipper' Groß/Klein, 'woi'...
    Ich arbeite hier mit einem Mini-Bildschirm, einer Mini-Tastatur und einem Mini-Eingabefeld...

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  11. Wenn Feuerbachs Prinzentheorie und angeblicher Kinderaustausch nicht stimmt, dann könnte Kaspar Hauser identisch sein mit Johann Ernst Jakob Blochmann (geboren 26. September 1812) und mit Kaspar Ernst Blochmann (gestorben 27. November 1833, s. Klee). Der Erbprinz von Baden wurde drei Tage nachher (Michaeli 1812) geboren und starb zwei Wochen später. Auch ein falscher Thronanwärter war sehr gefährlich für das Haus Baden.

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  12. Kaspar Hauser war höchstens potentiell ein adliges Ersatzkind und politisches Erpressungsmittel der Hochberg-Linie (vgl. Kramer, http://kaspar-hauser-infos.de/buch_neu/buch_5.htm). Laut Klee war Kaspar Ernst Blochmann (1812-1833) das jüngste von fünf Kinder Blochmann, und unglücklicherweise fast gleichzeitig mit dem namenlosen badischen Erbprinzen der Zähringer-Linie geboren. Der Vater Christoph Blochmann war Hofbediente (‘Haus- und Rechnungsdiener‘) der Gräfin Luise von Hochberg in Karlsruhe. Die Mutter Elisabeth starb 1815 und Kaspar kam dann möglich zweieinhalbjährig in Pflege. Da fing ein künstliches, pädagogisches Verjüngungsversuch an (vgl. Steiner, GA 114). Sowohl sein Lehrer Meyer wie Freiherr von Tucher schätzten schließlich das Intelligenzalter des 20-jährigen Kaspar Hausers als das eines 10- bis 12-jährigen ein (Günter Hesse: Die Krankheit Kaspar Hausers. In: Münchner Medizinische Wochenschrift. 109, Jg. 1967, S. 156 f.).

    Vgl. noch das Portrait Kaspar Hausers mit dem des berühmten Pestalozzi-Pädagoge Karl Justus Blochmann (1786-1855), http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/portraits/p_b.htm.

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  13. Bizarre verschwörungstheorien um Kaspar Hauser, wie die Erbprinz-von-Baden-Theorie, funktionieren schon früh als politisches Instrument (Gerüchte) gegen das Haus Baden. Umgekehrt richtet die zynische Instrumentalisierung der Betrüger-Theorie und des Spiegelschrift-Zettels (unterzeichnet M. L. Ö., Marie-Luise von Österreich, Robl 2014, www.robl.de/hauser/hauser3.html) sich gegen das bayerische Hof. Wurde Kaspar Ernst Blochmann ‘zum Zweck machtpolitischer Interessen als in Wahrheit unechter Prinz aufgezogen, um als Kaspar Hauser in Nürnberg 1828 ausgesetzt zu werden‘ (Kramer)?

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    1. Verschwörungstheorien, sowie auch nicht derart bezeichnete, haben meistens die Eigenschaft nicht zwingend logisch ableitbar zu sein. Sie waren, sind und bleiben Spekulationen, solange sie nicht bewiesen werden.

      Da nun mal dem Hause Baden aufgrund der zu Tage getretenen "Erbprinzentheorie" so oder so erheblicher Schaden, Rufschädigung sowie bis hin zu in ihren Auswirkungen unabsehbaren erbrechtlichen Implikationen ins Haus hätte stehen können, ist das einzig Logische, dass das Haus Baden selbst versuchen musste, dies mit allen Mitteln abzuwenden.

      Und wie wurde das erreicht? Durch das ganze rund um Kaspar Hauser aufgebaute geisteswissenschaftliche Brimborium von seiner angeblichen Bestimmung, angeblichen Verhinderung und so weiter und so fort....und wer noch nicht genug hat, kann ad infinitum immer noch was anderes anfügen.

      Das sind dann natürlich keine Verschwörungstheorien.....

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    2. Sowas kapiere ich nicht, das ist mir zu hoch.

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    3. Übrigens bedient sich auch der berüchtigte, antisemitische und in der rechten Szene verehrte "Jan van Helsing" (ein Pseudonym) des Kaspar- Hauser- Mythos (Kapitel 18): http://www.aumiller.ch/seiten/buecher/Geheimgesellschaften2.pdf

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    4. Darf ich das dahingehend verstehen, dass Sie, genauso wie ich, nichts aber auch gar nichts von diesem "Kaspar Hauser Mythos" halten?

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    5. Der Mythos ist schon zu Lebzeiten Hausers als grassierendes Gerücht gestreut worden. Seitdem - wie schon gesagt, 40000 Publikationen zu Thema- ist die Geschichte zu einem Archetypus geworden, an dem jeder nach seinen Interessen webt. Es ist kaum möglich, zum Kern durch zu dringen. Aber nicht jedes Verbrechen wird zum Sinnbild des modernen Menschen. Es ist ein gewaltiger Mythos. Ich würde es so stehen lassen.

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    6. Pestalozzi hat 1770 ein Lebensversuch an seinen eigenen Sohn durchgeführt (wiki):

      Im September 1769 heiratete Pestalozzi in Gebenstorf Anna Schulthess gegen den Willen ihrer Eltern. 1770 kam ihr gemeinsamer Sohn Hans Jakob zur Welt, den er im Sinn der aufklärerischen Pädagogik nach Jean-Jacques Rousseau benannte, dessen Ratschläge zur natürlichen Kindererziehung in seiner Schrift Emile er Punkt für Punkt bei seinem Sohn anwendete. Dieser Versuch einer idealen Kindheit scheiterte tragisch. Das Tagebuch, das Pestalozzi über die Erziehung seines Sohnes hinterliess, gilt als ein erschütterndes Dokument einer schwerwiegenden Fehlinterpretation der hypothetischen Pädagogik Rousseaus. Schon dreieinhalbjährig musste Jakob die Zahlen und Buchstaben lernen. Dabei konnte sein Vater sehr streng sein; wenn der Junge nicht lernen wollte, wurde er bestraft. Die Erziehung, die unsicheren äusseren Lebensverhältnisse und das Aufwachsen unter den verwahrlosten Kindern führte dazu, dass Jakoblis Leben begleitet war von Stress, Schwankungen, Unsicherheit und von stetem Ungenügen. Mit 11 Jahren wurde Jakobli, der immer noch nicht richtig schreiben und lesen konnte, zu Freunden nach Basel gebracht.

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    7. Danke Ton.
      Ich verstehe immer noch nicht: was genau soll denn an Basel besser gewesen sein als anderswo?
      Ich frag halt mal ganz schwach, denn es wird mir ja sowieso keiner eine eindeutige, zufriedenstellende Antwort geben.

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    8. Ist nicht die Hauptsache, dass der Versuch Pestalozzis einer ‘natürlichen‘ Kindererziehung ebenso tragisch verlief für Hans Jakob (epileptische Anfälle, Tod) wie die spätere Erziehung beim Findling Kaspar Hauser?

      Aber zudem hatte Kaspar angefangen als einen ‘durch irgendeinen Zufall zurückgeblieben’, ‘künstlich zurückgehaltenen Menschen‘ mit rätselhaften Kräfte (GA 104.18), wie bei einem Eiszeitmenschen (Atlantier, GA 104.69):

      … wir würden einem Menschen künstlich Gelegenheit geben, daß er das, was ein anderer normalerweise zum Beispiel vom zwölften bis achtzehnten Jahre lernt, mit einer gewissen Frische auffaßt, daß er es seiner Seele nicht so zu eigen macht, wie es gewöhnlich geschieht, sondern daß es die Seele mit einer besonderen Frische ergreift, so daß also die Seele sich das nicht in der Weise aneignet, wie es die anderen Menschen tun, sondern mit einer gewissen erfinderischen Kraft fortschaffend an den Dingen wirken kann. Und nehmen wir an, wir wollten künstlich diesen Menschen zu einem besonders produktiven machen. Wir dürften dann das Kind nicht so heranwachsen lassen, wie andere Kinder gewöhnlich heranwachsen. GA 114.77

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    9. Für meine Begriffe ist heutige Kindererziehung nicht weit von Dressur entfernt.
      Was ist natürliche Kindererziehung?

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    10. Natürlich heisst: beruhend auf Erfahrungen und Überlegungen, die allen zugänglich sind.

      Ab dem zwölften Lebensjahr, so Rousseau, sei das Kind in der Lage, seinen Geist der Vernunft zu öffnen. Davor dürfe man nicht mit Moralvorstellungen an es herantreten, sondern müsse es durch die Notwendigkeit der Dinge erziehen. Das hat eine Entmoralisierung der Pädagogik zur Folge, in der die Natur die Position des Erziehers übernimmt.

      Aber: Die natürliche kindliche Neugier von Mädchen oder jungen Frauen ist abzutöten, da sie klug genug sind, um Geheimnisse, die man ihnen verbirgt, zu ahnen, und weil sie schlau genug sind, sie zu entdecken. (Wiki/Emile oder über die Erziehung)

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    11. Kaspar Hausers Isolation wurde von Steiner nur angedeutet (… noch gar keine Ahnung davon hatte, daß es Wesen außer ihm von verschiedener Gestalt gebe,… GA 104). Die Idee des pädagogischen Experiments führt zurück auf Jean Pauls Kerker, Carl du Prels Insel und Platos Grotte (Hübotter, Info3, 2003, http://liebesmuseum.de/wp-content/uploads/2012/01/Franz-Anton-Mesmer-und-die-Theo-Anthroposophie.pdf).

      Mit Kaspar Hausers Todeshoroskop (17. Dezember 1833) wies Wassermann (zweimal präzisiert von Steiner) hin auf eine Vollmond-Konstellation. Es gäbe dann also beimTod die Sonne untergehend im Zeichen Schütze (Kentaur, Tiernatur und menschliche Intelligenz) und den Mond aufsteigend im Zeichen Zwillinge (Doppelgänger, Magnetismuspole, GA 178).

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    12. ‘Die Rezeption der Geschichte Kaspar Hausers durch den Anthroposophen Rudolf Steiner gehört zu den eigenartigsten Kapiteln in der Auslegungsgeschichte des Findlings. Steiner deutete den historischen Kaspar Hauser als eine messianische Gestalt, die der Menschheit vom Himmel gesandt worden sei, …‘. (Schmitz-Emans 2007, Fragen nach Kaspar Hauser, S.88, tzX4tvKJjvoC).

      Schon bei Jean Paul (Die Unsichtbare Loge, 1793), wie bei Feuerbach (Kaspar Hauser), wurde ein Höhlengleichnis verbunden mit dem Fabelmotiv des heimlichen Prinzen. ‘Ähnlicher als dem Platonischen Modell sieht Jeans Höhlengleichnis dem des Aristoteles und dem des Augustin.‘ (Schmitz-Emans 2007). Das Höhlengleichnis ist ein Bild der Erinnerung (Anamnese). Bei Aristoteles (Fragmente, Über Philosophie 13a) gibt es daher keine Rückkehr in die Höhle wie bei Plato (Anamnese-Lehre).

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    13. Interessante Quellen. Blumenberg über das Bild der Höhle - und damit via Kaspar Hauser über den Beginn - Ursprung - unseres Ich, das "aus dem Dunkel tritt" habe ich mir bestellt. Sehr bereichernde Anregungen. Über Todeshoroskope kann ich nichts aussagen.

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  14. Der Mensch ist gut seinem Urwesen nach [Rousseau], aber in ihm müssen die Kräfte erweckt werden, sich die Güte zu erhalten. Und der Mensch ist nicht von Grund aus verdorben [späteres Christentum], aber er verdirbt, wenn man in ihm nicht die Kräfte erweckt, durch die er sich seine ursprüngliche Kraft erhalten kann. GA 301

    Ist ein Rousseauistisches Experiment, d.h. eine ‘natürliche‘ oder ‘negative Erziehung‘ (Fernhaltung schädlicher Einflüsse), dasjenige was Steiner 1908 in Zusammenhang mit Kaspar Hauser andeutete als ‘künstlich zurückgehaltenen Menschen‘?
    Und wurde das Hofbedientenkind Johann (Kaspar) Ernst Blochmann künstlich aufgezogen als einen mythischen, geheimen Prinzen (Müller 1982), der an den 1812 gestorbenen Erbprinzen von Baden erinneren sollte und der als Kaspar Hauser in Bayern 1828 ausgesetzt wurde?

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  15. Ulrich Flechtner erwähnt bei Kaspar Hausers Herkunftstheorien (www.ulrich-flechtner.de/Herkunft/herkunft.html) als letzte: ‘Spiritueller Meister mit okkulter Mission (Antroposophen in der Tradition von Rudolf Steiner)‘. Steiner beschränkt sich jedenfalls in seinem öffentlichen Kaspar Hauser-Vortrag zu belegten Fakten (‘.. eine Seele die künstlich zurückgehalten worden war‘). Er erwähnt dennoch einen schicksalhaften Eingriff (‘… heutige Menschen die durch irgendeinen Zufall zurückgeblieben sind …‘).

    Kaspar selbst redet als Siebzehnjähriger in seinem Lied ‘Caspar Hauser‘ von seiner Nottaufe, zweijähriger Erziehung und Isolation (‘.. als meine Mutter mich gebahr, Jach Tauft, und dann verborgen war … Drum mußte eine Frau zwei Jahr, Mich auferzieh’n als kleinen Knaben, Der ich drauf schnell entzogen war … ‘).

    In einer Variante dieser ‘Geheimen Prinzen‘-Theorie wurde der geborene Erbprinz von Baden ‘Gaspard‘ (Sohn der Adoptivtochter Napoleons Stéphanie, Gen-Analyse 2002), in Wahrheit nach seinem angeblichen Tod als ‘Findling‘ in der reichsgräflichen Spinnerei aufgezogen neben dem fast gleichaltrigen Johann Ernst Jakob Blochmann. Erst nach Elisabeth Blochmanns Tod in 1815 wurde der heimliche Prinz als Zweieinhalbjähriger von der Gräfin Hochberg versteckt.

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  16. Der ‘geheime Prinz‘ in der Fabel (Schmitz-Emans) wurde nach den allerersten Lebensjahre acht Jahre unter der Erde ‘verborgen‘ (Caspar Hauser) gehalten ‘um ihn nicht gegen die Schönheiten der Natur und die Verzerrungen der Menschen zugleich abzuhärten‘ (Jean Paul, W5dUAAAAcAAJ, S.57). Steiner erwähnte in seinem Kaspar Hauser-Vortrag (GA 104) ebenfalls das Gefahr der zu frühen ‘Verhärtung‘ in der menschlichen Entwicklung.

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  17. Der verborgene Prinz lebt bei Jean Paul (1793) acht Jahre lang in einem ‘unteriridischen Pädagogium’ mit seinem guten Genius und mit einem Hund als Bote. Bei Feuerbach in seiner Memoire (1832) heißt es: “Zwei hölzerne Pferde und ein hölzerner Hund und seidene, bunte Bänder waren ihm zum Spielzeug gegeben. All das beweist Sorgfalt, Milde und Menschlichkeit.“ (www.bad-bad.de/kasparhauser/feuerbach.htm).

    Nach Feuerbach, der Urheber der Erbprinz-Theorie, wurde der Erbprinz Oktober 1812, einige Wochen nach seiner Geburt, ausgetauscht und ausgesetzt. Seine Großmutter Markgräfin Amalie beschrieb den ‘neugeborenen‘ Prinzen in einem Brief vom 1. Oktober 1812: „Wenn man ihn aber betrachtet, so staunt man nicht, daß er soviel Mühe verursacht hat, um zur Welt zu kommen. Er ist nämlich an Größe und Dicke enorm. Wahrhaftig, ich habe wenige Kinder dieses Ausmaßes gesehen.” (wiki/Kaspar_Hauser). Also doch ein Prinzenraub und Kindestausch?

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  18. Der um 1800 populäre Mythos des ‘verborgenen Prinzen‘ (Schmitz-Emans, tzX4tvKJjvoC) war verbunden mit pädagogischen Experimente (aristotelische Höhle, nicht-abhärtende Erziehung), mit geheimen Gesellschaften (Herrnhuter, Rosenkreuzer) und mit einer demokratischen Mission des erwarteten Fürsten (englische Lords), aber nicht mit einer geistigen Präexistenz und spirituellen Mission (wie bei Keyserlingk und Pfeiffer).

    Die Ansichten über geheime Gesellschaften und ihre Lebensversuche haben sich jedoch geändert:
    1.‘‘Unsichtbare Loge‘ soll etwas aussprechen, was sich auf eine verborgene Gesellschaft bezieht‘ (d.h. die Herrnhuter), schrieb Jean Paul in der Vorrede bei seinem ersten, heimlichen Prinzen-Roman (1793). Rosenkreuzer beeinflussten Rousseau mit seinem natürlichen, noch fiktiven Emile und Sophie-Experiment. Der spätere Illuminatus Pestalozzi führte 1770 einen Rousseauistischen Lebensversuch an seinen eigenen Sohn durch. Feuerbach urteilte 1832 schließlich über Kaspar Hausers Gefangenschaft: ‘All das beweist Sorgfalt, Milde und Menschlichkeit.‘
    2. Bayerische Jesuiten und Freimaurer-Logen sind aber seitdem exklusiv in Zusammenhang gebracht mit der gewaltsamen Entführung, Isolation und Ermordung des badischen Fürstensohns Kaspar Hauser (Pfeiffer, Michaelis, Heyer, Tradowsky, Meyer, Lochmann, van Helsing, Robl).

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    1. Friede.
      Die Herrnhuter Brüdergemeinde ist sicher gemeint.
      Ich empfehle den Besuch des Ingolstädter Münster, wenn du dich für die Geschichte der bayerischen Jesuiten interessierst, sie waren früher recht einflussreich, mit Verbindungen zum Vatikan. Das Schullerloch, eine Grotte draussen am Lande, war ein Heiliger Ort der Steinzeit, später im Besitz der Freimaurer. Heute ist es ein Museum und beliebtes Freizeitziel. Musik findet genialen Wiederhall dort, daher der Kraftort der Alten Zeit.

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    2. Schöner Fund. ‘Nicht umsonst haben Freimaurer die Höhle als Tempelraum für Zusammenkünfte und Initiationen benutzt. 1828 ließ ein Anton von Schmauß über dem Höhleneingang einen sechseckigen Turm errichten mit den typischen Freimaurer-Symbolen.‘. Nicht nur Loch (Höhle), Freimaurer, Bayern und 1828, sondern auch Eiszeitmenschen (Atlantier) bilden Elemente des Kaspar Hauser-Mythos.

      Noch einer: Laut der Bekanntmachung (1828) trug Kaspar Hauser bei seinem Erscheinen den groben schwarzen Herrenhut des Unbekannten. War das eine Anspielung auf den Herrnhuter Genius bei Jean Paul (JafUgjeeixAC, 1793, S.46)?: Derselbe vertauschte alsdann seinen Hut, der ein grober schwarzer Herrenhut war, gegen denjenigen, welchen er ihn bei dem Weggang aus dem Kerker gegeben hatte, …

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    3. Ja klar, mit deinen Anweisungen. Also mit Vorwissen, aber dann suchen, bohren, vertiefen, vergleichen (auch bei books.google). Und am Ende findet man dann irgendwie historische Quellen (wie Kreuznagellegenden, verborgen Prinz-Fabeln, Höhlengleichnisse, Glaubensbekenntnisse, berühmte Reden, geistige Exerzitien).

      Hier in: http://www.efodon.de/html/archiv/vorgeschichte/augustin/2008-SY8845_augustin_neandertaler.pdf

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    4. Nach Feuerbach (1832) trug Kaspar Hauser bei seinem plötzlichen Erscheinen in der protestantischen Enklave Nürnberg am Pfingstmontag 1828 neben einem ‘etwas groben Filzhut .. eine grautuchene Jacke‘ und eine ‘etwas feineren gleichfalls grautuchenen Pantalon‘. Er tritt fast auf als eine mythische, messianistische, apokalyptische Gestalt, ‘einen durch irgend ein Wunder auf die Erde herabversetzten Bürger eines anderen Planeten..‘ .

      Der Wirtschaft Professor, Badische Hofrat und pietistische Schreiber Jung-Stilling veröffentlichte 21 Jahre lang (1795-1816) die populäre Zeitschrift ‘Der graue Mann‘ über die Zeichen der Endzeit. Die Romangestalt ‘Der graue Mann‘, dunkelgrau gekleidet, ist bei ihm ein Bote aus dem Jenseits, ein engelhaftes Geistwesen, das unvermutet erscheint und ebenso plötzlich verschwindet. Sein eigentlicher Name ist Ernst Uriel von Ostenheim und er sei Bevollmächtigte des Königs aller Könige. Er ist ein Mann der Wahrheit (Schwinge, 1994, V5IUZcrNjzsC, S.65).

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  19. In seinem Buch von 1953 vertrat Dr. Julius Trumpp mit Vehemenz die Ansicht, Kaspar Hauser sei ein illegitimer Sohn Napoleon Bonapartes aus einer Liaison mit der Ziehtochter Stephanie de Beauharnais gewesen. [Napoleoniden-Theorie]. www.robl.de/hauser/hauser1.html

    Ein illegitimer, mit ihrem Stiefvater Napoleon gezeugter Sohn Stephanies musste auf jeden Fall verborgen bleiben, hätte das Bekanntwerden der Affäre doch nicht nur beide Elternteile in unerträglicher Weise persönlich kompromittiert und das opportune Ehebündnis mit dem Haus Baden aufs Spiel gesetzt, sondern ein noch viel wichtigeres Ehebündnis riskiert, nämlich die geplante Hochzeit Bonapartes mit Maria Luise von Österreich im Folgejahr…[verborgener Prinz-Theorie].

    ‘Das Weltenkind in der Mitte‘ (Goethe):
    Es ist denkbar, dass Stephanie de Beauharnais in der Tat die Mutter Kaspar Hausers war [Gen-Analyse 2002]. In diesem Fall ist die Vaterschaft Napoleons sehr wahrscheinlich …, die Vaterschaft ihres angetrauten Gatten, Großherzog Karls von Baden, dagegen nicht.

    Unter dem bayerischen Toleranzedikt zwischen 1809 und 1816 …. war damals von einer "Erweckungs-Bewegung" der dortigen Protestanten [Pietismus, Spiritualismus, Herrnhuter] die Rede, die zur Freimaurerei, was die politischen Ziele anbelangt, durchaus Bezug hatte, zumal sich in ihr religiöse Motive mit den weltanschaulichen Motiven der Aufklärung und der bürgerlichen Revolution vermischten. www.robl.de/hauser/hauser2.html

    Das Spiegelschrift-Zettels des Hauser-Mörders, unterzeichnet M. L. Ö., kann sich also auf die Erlanger Freimaurer beziehen: der Landgericht-Aktuar Mayer, der königliche Advokat Lampert und der Journalist Öttinger.

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    1. Dank für diese vielen bemerkenswerten Spuren, die auf höfische Lebensläufe hinweisen, die man wohl als beschädigt bezeichnen kann. Nachdenkenswert, auf jeden Fall.

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  20. “Rudolf Biedermann … hat in der Nr. 3 seiner „Kaspar-Hauser-Nachrichten“ vom 17. Dezember 2003 mitgeteilt, Rudolf Steiner habe auf seinem Sterbebett einem gewissen Graf Polzer erklärt, er sei der wiedergeborene Kaspar Hauser gewesen. Die Mystifizierung geht also weiter,…“.
    axel-nitzschke.de/downloads/K.H..doc vgl. lochmann-verlag.com/K.H.Nachrichten%20Nr.%203.pdf

    Neben Betrüger- und Erbprinz-Theorie gibt es in der Kaspar Hauser-Forschung noch eine Napoleonide-Theorie (Trumpp 1953, Sittenberger 1925, robl.de/hauser/hauser.html 2014):

    Stéphanie de Beauharnais – Cousine im zweiten Grade der ersten Frau Napoleons Joséphine und seit 1806 Adoptivtochter Napoleons – lebte im Mannheimer Schloß getrennt von ihrem Gemahl, Erbprinz (und ab 1811 Großherzog) Karl von Baden. Zwischen 1806 (ihre Ehe) und 1811 (der Thronwechsel) wurde Kaspar Hauser als illegitimer Sohn Napoleons geboren. In 1811 folgte in Karlsruhe die Geburt des zweiten Kindes, die Prinzessin Luise, und Ende September 1812 wurde der legitime Erbprinz von Baden geboren. Dieser starb jedoch vier Wochen später nach einer Nottaufe und noch namenlos.

    Kaspar Hauser selbst, als Napoleonide, war jedoch kein Erbprinz von Baden. Er wurde von einem Kreis von fünf pietistische, freimaurerische Protestanten im Schloß Wanghausen an der Grenze Oberösterreichs (damals bayerisch) zu Bayerns verheimlicht, wie einst seine Mutter Stéphanie als Dreijährige in Südfrankreich versteckt wurde. Zwanzig Jahre später erschien das ‘Weltenkind‘ als Findling im protestantischen Nürnberg.

    “Bei dem allgemeinen Interesse, welches Kaspar Hauser erregt … Der Plan war eigentlich, wie sich der [Landesgerichts-Aktuar in Vöcklabruck, später in Burghausen] Herr Mayer verlauten ließ, die physische so wohl als die moralische und geistige Entwicklung und Ausbildung des Kindes zu verhindern, und dasselbe durch gänzliche Entfernung und Absonderung von aller menschlichen Gesellschaft blödsinnig und zu der einstigen Besitznahme der Verwaltung seines Vermögens unfähig zu machen.“… „wenn ich es wagen würde, die mir bewußte Geschichte von der Verheimlichung eines Kindes in Baiern zu offenbaren, so würde es mir schlecht gehen, ich würde selbst meines Lebens nicht sicher seyn; auch ließ er mir Geld anbieten.”. (Pfarrer Johann Samuel Müller an Anselm von Feuerbach 1829, s. Antonius von der Linde in: qIERAwAAQBAJ oder https://archive.org/details/kasparhauserein00lindgoog, S.196)

    Dennoch meinte Feuerbach 1832, in seinem 'Mémoire: Wer möchte wohl Kaspar Hauser sein?, über Kaspar Hausers gänzliche Absonderung: “All das beweist Sorgfalt, Milde und Menschlichkeit.“ (bad-bad.de/kasparhauser/feuerbach.htm).

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    1. Axel Nitschke geht ja wohl mal etwas zu weit mit seiner These, Kaspar Hauser zeige Anzeichen eines sexuell missbrauchten Kindes. Aber man sieht, das Thema Kaspar Hauser eignet sich für jeden beliebigen Mythos. Es ist universell. Je mehr man das liest bzgl der Theorien um Hausers leibliche Mutter, desto mehr ödet es auch an. Das ist ein Detektiv- Spielen auf genetischen Krücken, die doch immer zweifelhaft bleiben. Letztlich ist es nicht die zentrale Frage, wenn man sich mit der Person Hausers beschäftigt.

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    2. Ja, Nitzschke war vor zehn Jahren. Preu schrieb: ‘Hauser war durch vieljährige Einsperrung in einem unterirdischen Gemach aller Einwirkung des Tageslichtes entzogen worden. Die solare Sphäre des menschlichen Organismus war bei ihm unterdrückt, in Schlummer gehalten, das tellurische Prinzip das vorwaltende, allein herrschende, er selber zum Nachtmenschen geworden.‘ (Preu, http://gutenberg.spiegel.de/buch/1448/6).

      Aber Tradowsky und Biedermann mit der Erbprinz-Theorie sind leider noch radikaler, manicheistischer. Wie Struve sagt: ‘Hinter dieser blumigen Formulierung verbirgt sich die radikalste aller Hauser-Deutungen, entwickelt von Rudolf Steiner und seinen anthroposophischen Jüngern. Danach gilt Kaspar Hauser als Träger des »Christus-Impulses«, als eine Art Messias des 19. Jahrhunderts, der von »Widersachermächten« an seinem segensreichen Wirken gehindert wurde. Daher die Dringlichkeit der Entscheidung für oder gegen den Heiland Kaspar Hauser!.‘ (http://www.literaturcafe.de/html/kaspar/teil3/ohtm/).

      Bei Robl finde ich, neben Chaos, interessante Nuancen in der Darstellung, wie die Verflechtung von Freimaurerei und Erweckungs-Bewegung. Er übersieht in seinem Enthusiasmus, dass die Unterzeichnung M. L. Ö. die drei bayerische Verschwörer andeutet.

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  21. Der Höhlenmythos: Laut der Anzeige des Dompredigers Johann Samuel Müller war Kaspar Hausers Versteck “ein kleines Nebengebäude entweder bei einem Ritterschlosse oder bei einem Meierhofe“ (Von der Linde, S. 204). Das Häuschen war damals “rund herum mit Holz verlegt“, wie Kaspar Hauser ebenfalls bezeugte. Bei dem Schloss Wanghausen in der Nähe von Burghausen an der Grenze mit Oberbayern befindet sich noch heute ein kleines, altes Steinhäuschen mit Kamin und mit einem Innenraum ca. 3 m x 1,5 m x 1,5 m (Bilder und Details bei Robl 2014, www.robl.de/hauser/hauser2.html).

    Es war aber bestimmt kein unterirdisches Gemach, wie Preu und Daumer es darstellten. Hauser sei in einem "dunklen, von außen kaum belichteten Raum zu ebener Erde" versteckt (Binder). Oben auf der Decke sei es wie z. B. in einem Keller gewesen. Er habe nie einen Laut von außen gehört und nie irgend Schmerz und Störung empfunden bis gegen das Ende seines Aufenthaltes in diesem Käfig. Das gesamte Ritterschloss Wanghausen wurde von Hauser in seinem Schlosstraum beschrieben (www.robl.de/hauser/schlosstraum.pdf).

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  22. In Zusammenhang mit dem ersten Attentat auf Kaspar Hauser wurden in der publizierten Anzeige des zum Katholizismus konvertierten Dompredigers Johann Samuel Müller schon Ende 1829 fünf Verschwörer aus Erlangen genannt (von der Linde 1, Robl Teil 2, wiki/Schloss_Beuggen).Neben zwei “erweckten“ evangelischen und freimaurerischen Pfarrer(Würth und Leydel) gab es drei freimaurerische, anti-jesuitische Mittäter: der Landgericht-Aktuar (Schreiber) Mayer, der königliche Advokat Lampert und der Journalist und Schriftsteller Öttinger.

    Es sind meiner Ansicht nach diese drei Erlanger Mittäter die das sog. Spiegelschrift-Zettel mit “M. L. Ö.“ (mit Lücken) unterzeichneten. Nach dem Mord an Hauser in 1833 von einem maskierten schwarzen Mann mit einem Freimaurerdolch war der Zettel gefunden worden (wiki/Kaspar_Hauser). Aktuar Mayer war damals ca. 47 Jahre alt und Advokat Lampert ebenfalls. Der satirische Journalist Eduard Öttinger dagegen war viel jünger, 25 Jahre alt, und in München der Herausgeber der Zeitschrift „Das schwarze Gespenst“. Die Zeitschrift wurde verboten und Oettinger vom Könige des Landes verwiesen. Die Geschichte wiederholte sich mit anderen Zeitschriften (wiki/Eduard_Maria_Oettinger, wiki/ADB). Übrigens hatte auch der in Bayern aktive, englische Lord Stanhope (52) in Erlangen studiert: Giftkunde (www.robl.de/hauser/hauser2.html).

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  23. Ton, Sie sollten wirklich diese vielen Spuren, die Sie gefunden haben, in einem Text zusammen fassen: Stand und Nebenwege der Kaspar- Hauser- Forschung. Die Freimaurer- Spur könnte auch eine falsche Spur sein. Jeder, der damals auf sich hielt, war Freimaurer bzw jeder, der die Karriere- Leiter erklommen hatte.

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    1. Danke für die Anregung. Ja, es gibt während einem Monat suchen so viel mögliche Spuren und Differenzen, und alles im Internet zugänglich. Eduard Oettinger ist z.B. sehr interessant. Archivforscher wie der hausärztliche Internist Robl haben alle lokale Quellen recherchiert (Vöcklabruck, Wanghausen, Burghausen, Erlangen). Der historische Kontext in Bayern im napoleonische Zeitalter scheint einen sehr komplizierten Wirbel von Kirchen und gegensätzlichen, geheimen politischen Organisationen (Freimaurer, Illuminaten, Rosenkreuzer, Herrnhuter, Pietisten, Jesuiten, Engländer, Russen?) und herrschenden Mythen (verborgener Prinz, unterirdische Höhle). Und dann gibt es noch die verfälschte anthroposophische Quellen laut Zeylmans. Ich selbst bin ziemlich zufrieden mit meiner neuen Lösung für den Spiegelschrift-Zettel und für den möglichen Hauser-Mörder. Und dann geht es nur noch um Hausers Geburt und Tod…

      Zitat Robls: Die Aversion der vormaligen Geheimprotestanten Oberösterreichs gegen das politische Establishment - erst gegen die katholischen Habsburger in Österreich, dann gegen Napoleon Bonaparte und am Ende gegen beide - wird sich auch das anglikanische England zunutze gemacht haben. Genau hier an der Nahtstelle zwischen Bayern und Österreich lag für England bis 1814 der richtige Nährboden für einen Umsturz gegen Napoleon und den Staatskatholizismus.

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    2. Ich würde eine solche Zusammenfassung auch sehr gegrüßen!

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    3. Ja, das kann ich mich gut vorstellen. Aber das ist natürlich weit schwieriger als Blog-Beiträge. Ich kann es jedenfalls versuchen.

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  24. so seht man mal! :) Es fing an das ich meldete an Ton das innerhalb Antroposofischer Kreise Hauser nicht als Somnambule angesehen wurde.! Nun viele Beitraege weiter und das Mysterium ist noch immer ungeloest. Ich bin auch neugierig auf eine Zusammenfassung von Ton.

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    1. Ja, Somnambulismus und die Betrüger-Theorie sind die Null-Hypothese. Die Erbprinz-Theorie (s.wiki) und die Napoleoniden-Theorie (s.Robl) sind zu beweisen. Mit Hilfe von Internet-Quellen ist schon eine neue Lösung für die freimaurerische Täterkreis M.L.Ö. zu finden, aber natürlich nicht den Erbprinz, den Atlantiden, den Rosenkreuzer, die christliche und europäische Mission (pdf’s).

      Ausgangspunkt war für mich der öffentliche Kaspar Hauser-Vortag in GA 104 (Apocalyps). Da gibt es eben nur die bekannte Fakten wie sie seit 2012 auch als Quelle im Internet zu lesen sind (gutenberg.spiegel, archive.org, books.google).

      Hier der mögliche Attentäter:
      Eduard Öttinger (wiki), in München Herausgeber Der Schwarze Gespenst und Moniteur des Dates (auf dem Portrait mit Schnur- und Backenbart), war unterhaltend, Vielwisser, eitel und hatte sehr kleine Füße mit den feinsten Lackstiefelchen.

      Nach Hausers Beschreibung hatte ein bestimmter Besucher 6 Wochen vor dem 1. Attentat ‘sehr böse Züge in seinem Gesicht‘, ‚‘einen schwarzen Backenbart, auch einen Schnurrbart‘, hatte ‘um allerlei Sachen gefragt … besonders ob ich fleiß Spazieren gehen… ob ich auch in den Unterricht gehe und was ich lerne…‘. Bei dem Attentat war der Kopf des Attentäters mit einem seidenen schwarzen Tuch bedeckt und trug er neue, schön gewichste(n) Stiefel(n) ohne Hufeisen oder Nägel(n) und hellgelbe Lederhandschuhe an beiden Händen (s. Kramer 2, Kap.8).

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  25. Hier eine zusammenfassende Text (Ein Weltenkind in der Mitte) mit einer Web-Quellen-Angabe:

    http://comparingscience.blogspot.nl/2014/08/einweltenkind-in-der-mitte-kaspar.html

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    1. Vielen Dank, ich habe das bei Facebook weiter gegeben, bin aber momentan unterwegs..

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