Rudolf Steiners Kundalini- Reinigung oder: Der wahre Mediziner

Der wahre Mediziner
Alle paar Jahre wieder gehe ich gern auf die so lange exklusiv nur unter anthroposophischen Ärzten kursierende Wärme- Meditation Rudolf Steiners ein, die allerdings auch immer neue imaginative Aspekte in der Betrachtung hervor bringt. Die Geschichte der von Rudolf Steiner für Ärzte formulierten Meditation mit ihren spezifischen Vorübungen und rudimentären Übungsanleitungen hat Peter Selg ja - nachdem die Angelegenheit ohnehin publik geworden war- in einem seiner vielen Bücher heraus gegeben (1). Allerdings entschlüsselt sich das Mantram selbst aus den von Selg gesammelten Gesprächsnotizen nur dem tatsächlich meditativ praktizierenden Arzt und Leser; und nur dem, der die Erfahrung der Stille so weit verinnerlicht hat, dass sich ihm das Zusammenspiel der Chakren zumindest rudimentär erschließt.

Dazu - so eine von Selg wiedergegebenen Gesprächsnotizen Rudolf Steiners (S. 58) - müsse eine „Brücke“ gefunden worden sein „zum Moralischen, zum Liebevollen. Sehen Sie, wenn ich z.B. von dem spreche, was ich die Wärmeorganisation des Menschen nenne, so ist das ja für Sie zunächst eine Abstraktion.“ Denn- so interpretiere ich Steiner- auf der anthroposophischen Vokabelebene ist allein kein Weg zu finden zu den spezifischen Strömungen der wirklichen Herzkräfte, die sich ohnehin - und selbst bei regelmäßigem Praktizieren tiefer meditativer Versenkung mit „leerer“, inhaltlich freier Aufmerksamkeit- nicht ohne weiteres finden lassen. Diese strömenden Empfindungen aus der Herzmitte können nicht einfach gewollt werden, entspringen auch immer aufs Neue zu erfassenden Bildern und meditativen Situationen. Selbst wenn sie - stets neu, nie aus Routine, nie „technisch“- entdeckt werden sollten, ist es nur unter Umständen möglich, sie dadurch zu entfalten, dass das Ich ganz in ihnen aufgeht. Es sind Kräfte - so Rudolf Steiner in seinen Erläuterungen- die ursprünglich organisch gebunden sind und zu einem in der Meditation „Moralisch- Warmen“ werden, in dem der ganze Mensch aufgeht und in dem der ganze Mensch (auch im Sinne von: Ganz gewordener Mensch) ersteht: „Aber Sie müssen eben die Brücke finden, diese Wärmeorganisation so zu erleben, dass Sie aus dem Erleben der Wärmedifferenzierungen der einzelnen Organe herübergingen zum Moralisch- Warmen. Sie werden dazu kommen müssen, das, was man ein „warmes Herz“ nennt, so zu erleben, dass Sie dieses warme Herz bis ins Physische hinein fühlen werden.“(2)

Rudolf Steiners Ansatz in der Wärme- Meditation - und warum sie speziell für Ärzte und mit dem menschlichen Organismus arbeitende Menschen gedacht ist - erfordert die Arbeit an der schwingenden Korrespondenz „unterer“, organisch gebundener Kundalini- Kräfte mit dem entfalteten Herz- Chakra. Letzteres kann nur in seelischer Stille und nur nach erheblicher Festigung der meditativen Arbeit durch eine geistige Umorientierung und Festigung hindurch geschehen. Diese innere Wiedergeburt besteht im anthroposophischen Schulungsweg (und ähnlich in bestimmten buddhistischen Schulen) durch eine Entelechie- Erfahrung, die sich in einem vereinigten Kraftstrom als rein geistig bestehend erlebt. Das geschieht durch eine Vereinigung von Stirn-, Kehlkopf- und Herz- Chakra, durch die dafür ein innerer Raum geschaffen worden ist, der eine Art Kontinuität des nicht sinnlich gebundenen Selbstseins möglich macht. Insbesondere muss die Kraft des Kehlkopf- Chakras über längere Zeit nach und nach entfaltet worden sein. Aber auch die vereinigte energetische Kraft der drei oberen Zentren bedarf der Stabilisierung und Entfaltung. Das von Rudolf Steiner angesprochene Wärme- Zentrum mit seiner unbeschreiblichen Zartheit, ja Zärtlichkeit im energetischen Feld hat eine ganz eigene Qualität, die sich verströmt aus dem inneren Menschen heraus und eine Art Beseligung erlebbar macht- in mancher Hinsicht in einer Perspektive, wie sie in Patanjalis klassischem Yogasutra so beschrieben wird: „Die Erfahrung, nicht der Körper zu sein, wie sie bei Nahtod- und außerkörperlichen Erfahrungen gemacht wird, verändert unsere Perspektive völlig. (Weil das so ist, nennt Patanjali diese Erfahrung maha-videha: das »Große Sein ohne Körper« …) In Samadhi erkennen wir darüber hinaus, dass wir auch nicht Verstand und Gefühle (Citta) sind, ja überhaupt nichts von dem, was wir gemeinhin als »ich« bezeichnen, sondern Purusha, das Licht reinen Gewahrseins. (3)

In den strömenden inneren Raum kann unter diesen Voraussetzungen - aber keinesfalls willentlich - als das „Moralisch- Warme“ der ursprünglich organisch gebundene Kundalini- Strom einfliessen. Vermutlich könnte bei entsprechender Schulung umgekehrt eine Intuition der Vorgänge in den inneren Organen für den hellsichtigen Arzt möglich werden- in Bezug auf den vor ihm stehenden Patienten. Es gibt - nach Steiner- eben eine Korrespondenz zwischen „unserem Wärmeorganismus“ (und damit indirekt auch dem Luft-, Flüssigkeits- und mineralischen Organismus) und den „moralischen Idealen“, da die strukturellen Bildekräfte auch nach diesen Idealen gebildet sind. Wir sind an diesem Punkt an den Schnittstellen der „Quellen des Lebens“ (4).

Die Wärme- Meditation schließt an diese Schnittstelle an, nicht an anthroposophische Vokabeln oder Sentimentalität, wenn sie - ohne Vor- Übung und ohne Erläuterung - besagt „Ich fühle Licht in meiner Wärme/ Ich fühle tönend die Weltsubstanz in meiner Wärme/ Ich fühle in meinem Kopf sich regend das Weltenleben in meiner Wärme.

Nach der vorab „von oben“ erfolgten Sammlung, Fokussierung, Krafterfüllung- in- der- Stille, Raumschaffung in vereinter innerer Mitte kann -in den Erläuterungen Steiners zur Wärme- Meditation- in der ersten Zeile „diese Lichtempfindung“ entdeckt werden „in der Gegend, wo das physische Herz ist“ (5). In der zweiten Zeile entspringen die organisch gebundenen „unteren“ Energien („acht geben, dass die eigentümliche Ton- Empfindung vom Unterleib nach dem Kopfe, aber mit Ausbreitung im ganzen Körper geht“), die dem Kundalini entsprechen, und steigen energisch belebend auf in die meditative Bewusstseinsebene. In der dritten Zeile („acht geben, dass die eigentümliche Lebensempfindung vom Kopfe nach dem ganzen Körper sich verbreitet“), in der wieder eine Umkehr der energetischen Richtung vom Kopf in den Organismus angesprochen wird, ist vermutlich die tausendblättrige Lotosblume gemeint- die, von der Steiner meist nicht spricht, deren Energien in einem vollendeten Stadium vom Scheitel - der Zirbeldrüse- nach unten strömen. Im klassischen Yogasutra liegt - trotz der elementaren Unterschiede, die u.a. durch das Fehlen von Steiners erster, selbst gesteuerter Phase „abwärts“ bedingt sind, hier die wahre Erfüllung: „Wenn die Braut dann doch einst erwacht, strebt sie zur Krone des Kopfes, zu sahasrara chakra. Sahasrara heißt »tausend« und meint den tausendblätterigen Lotus, die Wohnstatt Shivas, den Ort, wo reines Bewusstsein lebt.“ (3) Vermutlich hat Rudolf Steiner diese Ebene im dritten Teil der Wärme- Meditation indirekt angesprochen.

Das Herunter-, Hinauf-, und wiederum Hinuntersteigen der okkulten Energiefelder entlang der Achse der Chakren verweist einerseits auf den Arztberuf im Bild des Äskulapstabs - aber auch auf die Vollendung des Buddha bis hin zu den herab strömenden Ästen des Bodhibaums - des „Weltenlebens“ nach Rudolf Steiner- in seiner Verklärung.

Was Rudolf Steiner unter einem „wirklichen“ Arzt verstand, warum er diese hoch spirituellen Übungen gerade für diesen Berufsstand empfahl, und wie er den Zusammenhang, die „Brücke“ zwischen den organ- gebundenen Kräften und dem medizinisch- okkulten Wissen um die inneren Organe sah, zeigt auch folgende Stelle: „Der wirkliche Arzt muß erkennen kosmologisch die Heilmittel, er muß erkennen anthroposophisch die innere menschliche Organologie. Er muß erkennend die äußere Welt durch Inspiration begreifen, die innere Welt durch Imagination begreifen, und er muß sich erheben zur Therapie durch eine wirkliche Intuition.“ (6)

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1 Peter Selg, Die „Wärme- Meditation“ Geschichtlicher Hintergrund und ideelle Beziehungen
2 Peter Selg, dito, S. 58
3 in der Interpretation von Ralph Skuban: „Patanjalis Yogasutra: Der Königsweg zu einem weisen Leben“
4 Rudolf Steiner, Die Brücke zwischen der Weltgeistigkeit und dem Physischen des Menschen, GA 202, S. 189
5 Peter Selg, S. 21
6 Rudolf Steiner, Grenzen der Naturerkenntnis, GA 322, S. 86 https://anthrowiki.at/GA_322

Kommentare

  1. Die Wärme-Meditation findet sich auch im Jungmediziner Kurs (316.238f.), mit Vorbereitung: Wie finde ich das Gute?
    Der medizinische Weg sei primär ein imaginativer Saturn-Weg (243.214 f.), ein Untertauchen im Organismus mit dem Denken, ein Buddha-Weg.

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    1. Danke für vertiefenden Hinweis auf GA 316. Inhalt war mir bis jetzt nicht bekannt.
      E.S.

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  2. Die Stille am Anfang ist wohl elementar entscheidend - sonst macht's 'FLUPP' und man ist weg...

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    1. Oh, ja. Der Yogasutra geht nach der großen Erleuchtung - im letzten Drittel- auch vollkommen crazy. Da ist dann wohl die Ankerkette gerissen.

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    2. ...Meist tritt vorher allerdings ein (in diesem Fall gesunder) Selbstschutz-Reflex einer übersteigerten Antipathie oder Distanziertheit als Schutz vor dem 'Aufgesogen werden' ein...

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    3. Naja, die große Erleuchtung im Kosmos des Lichtes darf ja auch crazy sein.
      Wenn man sich allerdings meditativ in den Eingeweiden eines (auch noch Kranken) Einzelmenschen bewegt, sollte die Ankerkette allerdings schon was aushalten, wenn man nicht selbst zum schweren Behandlungsfall ohne jegliche Spur von Erleuchtung werden möchte...

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    4. Allerdings. Ich würde Diagnostik und Schulmedizin durchaus einem Erleuchteten vorziehen.

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    5. Ende der 70er war ich einige Jahre in Behandlung bei Dr. Schüffler in Düsseldorf, wie auch einige Leser. Er hat alle geschilderten Qualitäten, die Steiner angibt, weit übertroffen. Es war eine große Ehre für mich, einen solchen Menschen zu treffen- meist spät in der Nacht, und auch Berater für meine eigene Arbeit haben zu dürfen. Die wissende Güte solcher Menschen ist offensichtlich. Das ging bis zu weiten Blicken ins Karma und in höchst unangenehme persönliche Konstellationen. Aber rein medizinisch behandeln - was die lebenslangen realen Probleme betrifft- konnte er mit seinen Hochpotenzen und Globuli nicht.

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    6. Habe in nunmehr 26 Jahren anthroposophischem Medizinkontext schon manche Docs (und andere Therapeuten/Pflegende) erlebt, die' s (zumindest anteilig) durch zu meditative Therapiebemühungen (teilweise bis zur Arbeitsunfähigkeit) verspult hat.
      Das ist auch für die Therapeuten kein Spaß...

      S. Birkholz

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    7. Stichwort: "Psycho-Hygiene". Eigentlich.

      Eigentlich soll man immer neu Abstand gewinnen, wenn man einen sozialen Beruf hat, der einem weit aus einem regenerativen Umfeld hinausführt. Arzt, Polizist, Lehrer, Sozialtherapeut...

      "Künstler-Naturen" wird daher immer vom Ausüben solcher Funktionen im Gemeinwesen abgeraten. Künstler ? ... ich nenne dieses Tätigwerden mal den in Empathiefeldern zwischen den Polen Antipathie-Sympathie Schaffenden, tauchen in Identitäten unter, um auf der Bühne in ihnen aufzutauchen... auch Musiker sind Taucher. Sie tauchen in etwas unter, und bringen etwas herauf, an sich selbst direkt, wie der Schauspieler, oder in ihrem Empfinden, wie der Komponist. Hemingways Santiago allerdings zieht nur Gerippe des Fischs an Land, und den Kopf .. Der Maler ist phlegmatischer meist, er schaut in Ruhe die Schatten-Gezeiten an, in denen sich das Licht aufhellt, eintrübt... er vergißt sich aber auch selbst... taucht ein..

      Die Idee, das Inhaltliche, was über das Sensoriom der verschiedenen Empathie-Varianten, mit dem technisch Funktionalem zu verbinden, ist natürlich etwas vom Höchsten, was man sich kulturell wünschen kann. Eine platonische Idee vom Weisen im Heilungswesen, im Rechtswesen, in der Erziehung, und im Strafvollzug als Nacherziehung. Gerade auch im Strafvollzug fing sich mancher Therapeut eine Traumatisierung ein, weil ein krimineller Psychopath ihn/sie bei der Eitelkeit packte, "ein guter Therapeut könne durch Vorbild und Liebe die Führung über einen Andern übernehmen, um diesen psychisch zu korrigieren!" So bauen Kriminelle eine Falle, in dem sie den Therapeuten glauben machen, sie seien, von ihm, manipulierbar ...zum "Guten" hin, versteht sich.

      Das ist ein weites Feld, zwar, eines aber, was sich geordnet einmal zu bestellen lohnt.

      Es gibt in der Spiritualität den Begriff der Gnade. Vor lauter "freiem Willen" sind so Begriffe wie Demut, Grenzen, sich bescheiden, dann aber auch Gnade, nicht übertragbare Fähigkeiten, nur absichtlos erwirkbare Fügung ganz aus dem Blickfeld geraten, oder werden zum Beichpiel in der "Esoszene" verzerrt inflationiert.

      mischa

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    8. Sehr geehrter Herr Birkholz,
      mancher sarkastischer Ton Ihrerseits in der letzten Zeit ist verstehbar, da Sie das Leid der Menschen, ob körperlich oder seelisch durch ihre persönliche Erfahrung in einer anthorposophischen Klinik "hautnah" erleben, auch manchmal das Scheitern von Ärzten, Therapeuten und Pflegern. Die oft nur spielerischen Streitereien hier werden Sie auch langsam langweilen. Doch finden sich immer noch wertvolle Hinweise, auch durch Dritte.
      Mein Zwillingsbruder wurde in "Ihre" Klinik überwiesen, offene Wunde am Knie, heilte nicht, Diabtes 1. Die normale Klinik wollte Bein abnehmen. Die anthroposophischen Ärzte machten sich die Mühe über einige Wochen täglich die Wunde zu spülen, zu versorgen. Der Heilungsprozeß wollte jedoch nicht beginnen. Da machte die Freundin einen Termin mit einem ausgebildeten, bekannten Schamanen (wurde von Indiandern ausgebildet) aus. Die anthroposophischen Ärzte waren nicht einverstanden, mein Bruder mußte erklären, eigenverantwortlich die Klinik zu verlassen, er durfte nicht zurückkehren, wenn er den Termin wahrzunehmen gedenke. Sein behandelnder Arzt sagte ihm jedoch, er wäre gerne bei der Zeremonie dabei!!!
      Mein Bruder mußte sich bereit erklären, nach der Zeremonie, die verbundene Wunde, die in der Klinik täglich gespült wurde, drei Tage lang nach der Zeremonie nicht zu öffnen. Während der Zeremonie wurde eine Vogelfeder benutzt, der Schamane spukte etwas aus etc..
      Nach drei Tagen stellte sich heraus, die Wunde war geschlossen, verheilt.
      Was anthroposophische Ärzte nicht schafften, was auch nicht die Schulmedizin schaffte, die sofort nach einigen Tagen das Bein abnehmen wollte, wurde durch einen wissenden schamanistischen Heiler ermöglicht. Bekannt ist auch, Geistheiler werden in englischen Kliniken sogar angestellt, bezahlt, es arbeiten dort Schulmedizin und geistiges Heilen Hand in Hand zusammen.
      E.S.

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    11. Lieber Herr Seler,
      ich weiss, was Sie mit sarkastischem Ton meinen.
      Immer dann, wenn ich das Gefühl habe, dass erlebte Realität (innerhalb meines Erlebnisspektrums und durchaus nicht nur medizinisch verstanden) und geisteswissenschaftliche Bemühungen so weit auseinanderdriften, dass sich (nach meiner Einschätzung) Kluften mit erheblicher Absturzgefahr bilden, werde ich reflexartig drastisch, was auch als sarkastisch erlebt werden kann - ich erleb' s als heilsam ernüchternd.
      Also immer dann wenn ich das Gefühl habe, dass der gute Wille den verfügbaren Möglichkeiten so weit vorauszueilen scheint, dass man -um es drastisch-sarkastisch auszudrücken- damit auf die Fresse fallen muss, produziert sich bei mir als Schutzreflex dieser Cave-Ausruf.
      //
      Ihr Beispiel mit der chronischen Wunde ist bemerkenswert, weil prototypisch: Steiners Geisteswissenschaft produziert eben oft Visionen, die realistisch, aber eben noch nicht erreichbar sind...

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    12. Danke für die Hinweise.

      Ihr link zu zu Cave ist interessant.

      @...
      Steiner hätte vor der Verbreitung seiner Vorträge
      "CAVE-ANTHROPOSOPHUM"
      warnend drucken sollen?!
      E.S.

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  3. Danke Herr Seeler!

    Ich kann das mit dem Schamanen bzw. mit dessen Heilerfolg nur bestätigen aus meinem und anderer Leben...

    Es gibt aber auch hierzulande Ärzte (sicher nicht viele), die bei einigen Krankheiten z.B. Heilerinnen empfehlen (z.B. bei Gürtelrose und und).. Und warum Geistheilung nicht auch mal selber machen bei sich...vielleicht bei zunächst weniger gravierenden Dingen, verbunden mit einem kleinen Ritual (z.B. mit Feder abstreichen, Gebet, Spruch sprechen, Wollfaden mit Knoten vergraben usw.)...
    Es geht dabei sicher auch um die Aktivierung des sogen. INNEREN Arztes, der inneren, quasi verborgenen oder latenten Heilkräfte...

    Meine Erfahrungen mit u.a. anthroposophischen Ärzten sind aber durchaus positiv und fruchtbar gewesen, die geben sich oft sehr viel Mühe...Doch ebenso wichtig scheint mir eine gewisse breitgefächerte Eigeninitiative zu sein - sowie das Bemühen um Selbsterkenntnis bzw. Ursachenforschung, Bereitschaft umzudenken / anders zu handeln usw. ... Bei mir war es dann u.a. die Kunst bzw. Farben, Musik usw. - aber auch bewusste oder krankheitsbedingt 'erzwungene' Ruhephasen ("Kürzer Treten"), die sehr heilsam wirk(t)en ...

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  4. Lieber Valentin,
    Anspruch der anthroposophischen Heikunst ist es eben, das, was der Schamane als Fähigkeit hat, auf ein wissenschaftliches, reproduzierbares Fundament zu bringen.
    Im Gegensatz zum Schamanen ist es für den anthroposophischen Arzt nicht angesagt, okkult-magisch auf die Heilungsprozesse des Patienten einzuwirken, sondern aus okkulter Beobachtung ein aüßerliches, substanzielles Heilmittel zu finden...

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    1. Also, ich habe schon bemerkenswerte Begebenheiten in der realen Welt der Vergänglichkeiten erlebt, die auf Tröstliches verweisen könnten, es wohl auch tun. All dies immer im Rahmen der "Naturgesetze" und nicht zu spektakulär, dafür hauchzart, nie grob.

      Aber so - "biblische" - Wunderheilungen, wo man nachher den Rollstuhl verschrottet, die Krücke wegschmeißt, den Blindenhund verschenkt, die passieren immer nur einem Bekannten von einem Bekannten....

      Goethe kannte ja noch einen Alchymisten. Manfred Junius war einer derjenigen, die - über Indien - versuchten, an die alchymistische Tradition anzuknöpfen, insofern die keine Sage war. Abenteuer! :-)) Naja, eben. Ob es im Leben wichtig ist? Wenn Freunde oder Familienmitglieder von mir totkrank waren, dann wurde halt gestorben. Da kam kein Heiland, um nochmal ein Wunder zu wirken..

      mischa

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    2. Lieber Mischa,
      obwohl ich häufig mit den Verpfuschungen von Wunderheilern konfrontiert bin, halte ich es hier ganz streng mit der Kirchturmübung...

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    3. Wohl wissend, dass die Schulmedizin auch Mysterienmedizin und durch nichts zu erklären ist...

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    4. Hi Stephan, ist schon klar...mit okkulten Hochpotenzen habe ich auch so meine Erfahrungen gemacht ;)) kann nur sagen - Achtung, Achtung ;)(dann doch lieber Placebo oder so...)

      Mir ging es hier eigentlich um die Heilung des Bruders von Herrn Seeler, der ja ganz eigenverantwortlich zu einem Schamanen bzw. Heiler gegangen ist...noch mal - er wurde geheilt...Ich wollte hier eigentlich überhaupt nicht in die Abbiegung des Themas "Scharlatanerie" gehen...Hier wurde konkret eine Geschichte (meinetwegen auch ein Phänomen) mitgeteilt, dass eben der Bruder geheilt sei, ist doch schön! ...

      Und Mischa, sollte denn dem Bruder lieber das Bein abgenommen werden oder hätte er gar lieber sterben sollen? ... oder wie hast du das jetzt gemeint, bezogen auf H. Seelers Geschichte...denn darum ging es hier ja u.a. ...
      Punkt und wunderbar...
      Was ich übrigens an meinem damaligen 65 Jährigen, anthroposophischen Arzt AUCH klasse fand - Er nahm sich gründlich Zeit für mich, ich fühlte mich gesehen, also gut aufgehoben und ernst genommen...ein guter oder gütiger Arzt hat auch das drauf, halbe Miete...

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    5. 'Punkt und wunderbar' sollte hinter dem: "...ist doch schön!"...meine Unbeholfenheit am neuen Laptop hat das irgendwie alles wegkopiert und versetzt ;)

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  5. Im Zusammenhang mit schamanischen Heilkünsten (und natürlich auch mit wechselnden Heilerfolgen und Mißerfolgen der Schulmedizin) empfehle ich die fünfteilige Videoserie über die Placebo Study Group .

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    1. Danke Ingrid mit den Empfehlungen, werde mir die Zeit nehmen.
      @....
      Selbstverständlich könnte auch sein, die "schamanistische Heilung" hat erst die Selbstheilungskräfte aktiviert. Aber auch dies setzt ein Können des Heilers voraus, so die Psyche des "Kranken" zu "beeindrucken", damit der Heilungsprozeß in Gang kommt. Als der mongolische Schamane während seiner Zeremonie zu sehen war, der den berühmten Pferdeflüsterer Tamme Hanken "behandelte" (wobei er lediglich in dessen Leben blickte), der unlängst starb, hatte ich durchaus den Eindruck, der Schamane befand sich in anderen Welten. Auch die Schamanen in Südamerika, die den Pferdeflüsterer "behandelten" schienen mir nicht "nur" gute Psychologen zu sein. Auch arbeiteten Sie mit bestimmten heilenden Pflanzen (was auch Drogen beinhalten kann). Letztlich gilt der Spruch, wer heilt hat recht. Vor zwei Jahren durfte ich erstmals Zeuge einer Geistheilung werden. Der Türke hatte ein sehr schweres Schicksal, bis er einen Heiler traf, der ihn dann schulte, ausbildete. Er erzählte, eine gewisse Initiation gehört dazu. Er rief mich von der hinteren Reihe des Saales zu sich. Stand vor der "Patientin", die auf einer Liege lag. Unerwartet erlebte ich dann einen solch starken Strom, der durch meinen Körper ging. Nebenbei wurde unerwartet meine humpelnde Ehefrau, die weiter hinten in der Stuhlreihe saß, wie nebenbei mitgeheilt. Sie hatte sich in den Bergen den Fuß verstaucht, seit Tagen humpelte sie nur.
      Bei all dem ist doch das Wesentliche, Lebensfreude wieder zu spüren, das wäre wahrlich in diesen Tagen eine größere Heilung, ein größerer Schamane wäre angesagt.
      E.S.

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    2. Herr Seeler, schön gesagt das mit der Lebensfreude...stimme zu :)

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