Chakren - Lehren in der anthroposophischen Welt

Bildquelle Verlag Freies Geistesleben
Es spricht wohl Bände, dass es bei dem Thema Chakren - die doch auf dem von Rudolf Steiner aufgezeichneten Schulungsweg an zentraler Stelle stehen-, in der anthroposophischen Buchwelt ziemlich still ist, sehen wir einmal von Florin Lowndes ab.

Dessen Schulungsbuch "Die Belebung des Herzchakras. Ein Leitfaden zu den Nebenübungen Rudolf Steiners" sieht den Zusammenhang zwischen der "Hauptaufgabe" Steiners, "Geistesschüler auf den Weg der Entwicklung zu bringen" und dessen so genannten "Nebenübungen", die sich vor allem auf soziale, geistige und willentliche Muster der Schulung beziehen, in deutlicher Anlehnung an buddhistische Vorbilder. Lowndes stellt die Chakren und den heute angemessenen Umgang damit natürlich auch vor- durchaus anregend und Gewinn bringend, allerdings auch in einer sich vertrackt in Systematik verlierenden Art und Weise. Tabellen und ständige Aufzählungen sind nicht unbedingt förderlich für den Fluss des Vorgetragenen; auch seitenlange Steinerzitate sind es nicht.
Lowndes macht auch nicht immer den Eindruck, als spräche er aus eigener Erfahrung heraus, denn so rätselhafte Äußerungen Steiners, dass sich eine "Art Ätherherz" .. "außerhalb des menschlichen Leibes etwa über dem Scheitel entwickelt" - und nicht etwa nur in der Brust - bleiben bis auf die treuherzige Aufforderung, man müsse derlei Äußerungen Steiners ganz konkret nehmen, unerklärt, undurchlebt. Dabei ist diese Lokalisierung schon von erheblicher Bedeutung, wenn Steiner dies als eine "Art Denkorgan" bezeichnete, mit dem der Mensch "herzlich bei dem (ist), was er geisteswissenschaftlich erkennt." (Lowndes, S. 56) Ein anderes Rätsel bei Lowndes bleibt für mich das achtblättrige Chakra, ein sekundäres oder Nebenchakra, das in Nähe des Herzchakras in der Brust liegt und auch bei Steiner nicht identisch mit dem Solarplexus ist. Seine enorm wichtige Entwicklung entfaltet sich gerade im Zusammenspiel mit Stirn- und Herzchakra und entspricht dem Lebensprinzip, der geistigen Kraft des Lebens, im Sanskrit als "Prana" bezeichnet (Lowndes, S. 60). Erst die Entfaltung des Zusammenspiels der Chakras als System ermöglicht tatsächlich das Einschwingen in Energien, durch die "ein neues Zentrum des Menschen entstehen" kann- eine reale spirituelle Kraftgestalt. Nach Steiner wird der "Lebensstrom des Ätherleibes" in der Herzgegend erweckt und dann erst, durch "das Verlangen nach Befreiung" als "Ätherorgan in der Nähe des Herzens zur Reifung" (GA 10, S. 147) gebracht. Das ist das A und O tatsächlicher spiritueller Arbeit heute.

Interessant, dass der Umgang mit solchen energetischen (und moralischen) Strömen in anderen Zusammenhängen ganz gut bekannt ist- wenn auch vielleicht nicht in der ganzen Ich- haften (also voll bewussten) Präsenz. Schließlich fliessen solche Energien auch in die Hände aus und sind somit ein uralter Bestandteil geistiger Heilungsvorgänge. In "Energieheilung: Die Kräfte des Energiekörpers wahrnehmen, harmonisieren, nutzen" geht Ann Marie Chiasson zumindest im Ansatz ganz selbstverständlich damit um: "Wie diese Energiewirbel sich drehen und wie ihre Energieströme miteinander kommunizieren, davon hängt der Gesundheitszustand unseres Körpers ab. Jedes dieser Chakras erfüllt eine Funktion und wirkt sich auf den Körper aus. Je nachdem, ob darin ein gesunder Energiefluss oder ein Mangel an Energie herrscht, haben sie jeweils andere Auswirkungen auf die Funktion unserer Organe."

Als moderne Heilerin spürt sie den eigenen inneren Empfindungen von energetischen Strömen nach und rätselt über den Zusammenhang mit tradierten chinesischen, mexikanischen und asiatischen Lehren: "Jeder Heiler spürt, sieht und beschreibt den Energiekörper je nach seiner Ausbildung etwas anders. Ich habe diese Unterschiede während meines jahrelangen Studiums der Energieheilung manchmal als irritierend empfunden. Ich hatte immer das Gefühl, nur dasjenige System wahrnehmen oder sehen zu können, das ich gerade erlernte." Sie sieht schließlich einen möglichen Zusammenhang der unterschiedlichen energetischen Systeme, indem sie verschiedene Tiefenschichten postuliert. Das ist etwas rudimentär, nicht exakt ausgeführt, aber eine interessante Anregung, etwa über die Meridiane bei Akupunkturpunkten im Zusammenhang mit Chakras nachzudenken. Insgesamt bleibt es bei Chiasson aber auf der Ebene leiblich gebundener Energieströme, während es bei Steiner offensichtlich um die rein ätherisch- leibfreie Ebene - und damit um Erkenntnis und geistige Selbstgewahrwerdung - geht.

Die Forschungsarbeit an den Chakren bleibt in meinen Augen, wie verschiedentlich dargestellt, eines der Hauptanliegen dieses Blogs. Mein diesbezüglich grundsätzlicher Aufsatz in Die Drei ist leider nicht mehr online erhältlich.

Kommentare

  1. willi seiss…?
    http://books.google.de/books/about/Chakra_Werk.html?id=Zmj7nAEACAAJ&redir_esc=y

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  2. Stimmt, habe ich nie gelesen, weil ich diese Lose-Blätter-Sammlung nicht erwerben wollte. Neugierig bin ich schon.

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  3. Ich habe mich auch schon gefragt, warum die bewusste Auseinandersetzung mit den Chakren in der (zumindest öffentlichen) Anthroposophie kaum zu finden ist.

    Meine (Teil)Vermutung ist, dass eine solche Auseinandersetzung eine regelrechte Hypochondrie in dieser Hinsicht auslösen könnte ('ich glaube, mein Rad dreht sich falschrum').
    Schon einfachere Auseinandersetzung mit ätherischen Prinzipien (zunächst noch völlig formlos und unlokalisiert) führen ja häufig zu schweren funktionellen Störungen (das Modewort Psychosomatik trifft diesen Umstand sicher nur bedingt)...

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    1. Gerade 'zufällig' noch einen aktuelle Artikel über Hypochonder gefunden.
      Ich denke, dass ein konkreteres Betrachten dieser Zusammenhänge viel Stabilität erfordert, damit nicht nur ein 'guck-mal-was-der-für-ne-schräge-Lotusblume-hat' herauskommt.

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    2. Lieber Stephan,

      sehr schön – danke für Deine treffenden Beiträge!
      :-) Ganz ähnlich habe ich’s vor Jahren in einer Gruppenmeditation erlebt: die eine erzählte nachher, was sich bei ihr alles getan habe, der rechte Arm sei ganz schwer geworden, etc etc – jemand anderer meinte besorgt: „Oh, dann hab ich es wohl nicht richtig gemacht – bei mir war alles anders, der Arm ist nicht schwer geworden…“ – und ein dritter raunte der zweiten zu, das liege daran, daß die erste es ganz falsch verstanden habe, in Wirklichkeit müsse es noch ganz anders sein...
      :-) Das war für mich einer der Gründe, derartige Veranstaltungen in Zukunft ohne meine Beteiligung stattfinden zu lassen.
      (Es handelte sich nicht um eine anthroposophische Meditation. ;-) Vielleicht deshalb gingen nachher alle ganz friedlich auseinander, ohne lang weiterzudiskutieren, wie es am „richtigsten“ sei oder wer eine „falsche“ Ausbildung absolviert habe...)

      Das trifft sich mit dem Thema Meditationsschäden.
      Wie ich schon dort angemerkt habe, war Rudolf Steiner diese Möglichkeit nicht nur bewußt, er gab auch ein Mittel an, derartigen Schäden vorzubeugen – die (meiner Ansicht nach viel zu wenig beachteten) sogenannten „Nebenübungen“. Nachzulesen in Ga 245.
      Unter dem Titel »Allgemeine Anforderungen, die ein jeder an sich selbst stellen muß, der eine okkute Entwickelung durchmachen will« heißt es da (kursiv von mir):
      »In dem Folgenden werden die Bedingungen dargestellt, die einer okkulten Entwickelung zugrunde liegen müssen. Es sollte niemand denken, daß er durch irgendwelche Maßnahmen des äußeren oder inneren Lebens vorwärtskommen könne, wenn er diese Bedingungen nicht erfüllt. Alle Meditations- und Konzentrations- und sonstigen Übungen werden wertlos, ja, in einer gewissen Beziehung sogar schädlich sein, wenn das Leben nicht im Sinne dieser Bedingungen sich regelt.«

      Interessant dazu auch der Artikel von Terje Sparby im dieswöchigen „Goetheanum“ mit demTitel: »Soll man über geistige Erfahrungen sprechen?« (»Das Sprechen über geistige Erfahrungen hemmt die Entwicklung der Geistorgane. Auf den Austausch zu verzichten heißt jedoch sich um das Korrektiv und die Inspiration der Gemeinschaft zu bringen.«)

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    3. Tja liebe Ingrid, falls es ein Saenger geben moechte der eine falsche Sangstimmausbildung absolviert haette, vielleicht das du dann anders reagieten moechte. :) wenn derZusammnsang nichtso stimmt...

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    4. :-) Du bist lustig.
      Tatsächlich habe ich etliche Sänger und Gesangslehrer (sowohl berühmte als auch ganz unbekannte) erlebt, die einen Gesangsstudenten, der sich zu einem ihrer Meisterkurse/Workshops angemeldet hat, etwa mit diesen Worten empfangen: „Zuallererst: vergessen Sie alles, was Sie bisher gelernt haben - ganz gleich, bei wem Sie auch waren, das ist alles ganz falsch. Seien Sie froh, daß Sie bei mir gelandet sind, denn ich bin der/die einzige, der/die weiß, wie es wirklich geht. Wir werden alles ganz neu aufbauen, Sie müssen ganz von vorne anfangen…“
      Und wehe, man wagte es, während der Gesangsausbildung bei einem Meisterkurs eines anderen auch nur zuzuhören - jeder „Fehler“, den man fortan machte, wurde kommentiert mit „Das hat Ihnen wahrscheinlich Herr/Frau X eingeredet - da sehen Sie, was dabei herauskommt, wenn Sie anderen mehr vertrauen als mir…“ - - - und es dauerte manchmal monatelang, bis man das „schwarze-Schaf“-Image wieder ablegen konnte.

      Was ich daraus gelernt habe, das ist, es jedenfalls selber nicht ebenso zu machen.
      Und so höre ich gerne Placido Domingo und Bejuhn Mehta, Louis Armstrong und Jessye Norman, Genia Kühmeier und Zarah Leander, und natürlich auch Conchita Wurst — und ich habe mich unglaublich gefreut, als eine Studentin, die verschiedene Gesangslehrer ausprobiert hatte, mir schließlich sms-te: „Danke, daß Du meine Haare wachsen läßt, bevor Du mir eine Frisur verpaßt!“

      :-) Und als ich selber vor einiger Zeit gebeten wurde, eine musikalische Einstimmung für eine anthroposophische Tagung zu gestalten, wählte ich Goethes Mignon-Lieder und sang jedes Gedicht zweimal, von verschiedenen Komponisten vertont. Tschaikowsky, Schubert, Wolf, Schumann — jeder interpretiert Goethe auf seine Weise, es sind ganz unterschiedliche Lieder… und ich finde: jeder einzelne dieser Komponisten „hat recht“.

      Herzlichen Gruß in die legitime Runde,
      Ingrid

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  4. Lieber Stephan,

    was könntest Du denn sagen zu einer "bewussten Auseinandersetzung" mit den Chakren? Ich meine es genau so, wie ich es formuliert habe, ohne irgendwelche Beimischungen.

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    1. Dass ich mir nicht nur gewisser Stömungen ätherischer/astralischer Art im oberen, unteren oder mittleren Menschen bewußt werde (wahrnehme/erlebe), sondern mir dabei auch einer konkreteren Formhaftigkeit und Lokalisation de Strömungen im Gegensatz zu 'allgemeinem Strömen' gewahr werde.

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    2. Was die willentliche Beeinflussung betrifft, sind die Unterschiede nur graduell - eben Übungssache...

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    3. ...wie unterscheidest Du ätherische und astralische (")Strömungen("), in der Wahrnehmung -- und, sind es eher Strömungen oder doch mehr oder minder unterschiedliche Bewegungen, die auch mal leicht webend in der "Grösse" variieren ?

      Und Unterscheidungen von "oben - mitte - unten", wie "triffst" Du sie, einfach indem Du innerlich selbst Orte/Gegenden aufsuchst und sie "dort" verspürst? Erlebst Du ein Gegliedertsein?

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    4. Ich wollte diese Unterscheidung/Differenzierung hier absichtlich nicht treffen, da sie in diesem Kontext (der Beschreibung des Prinzips) für mich nicht relevant ist...

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  5. Mich hat immer gewundert das Lowndes Bilder der Chakra's entnommen hat ein Buch von Charles Webster Leadbeater (der Peetfater Krishnamurt als Weltlehrer). Laut Steiner hat diese eine falsche Hellseher Ausbildung absolviert.

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    1. Ja, aber sonst bezieht er sich nicht weiter auf Leadbeater. Das ganze Buch ist doch grundsolide, sogar eher etwas blutleer nach meinem Geschmack.

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  6. "Falsche Hellseher Ausbildung" ???
    Dass ich nicht lache!
    Also wenn es eine "richtige" gäbe, würde ich mir doch glatt überlegen, diese nicht auch zu "absolvieren" ;-)

    Könnt ihr mir da als Experten vielleicht einen Tip geben?

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    1. https://www.blogger.com/profile/15347485049617808419 ???

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  7. http://www.dilloo.de/wie.htm#BM4_1e

    nun das kann man auch kurz durch den Kurve nennenwie ich es schnell formulierte
    (hollaendischer Ausspruch)
    fuer Interessierten, die nicht gleich zum lachen geneigt sind:
    Der Oosten im Lichte des Westens, Teil, i,II,III von S.Propkofieff.

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    1. Sehr interessante Betrachtung zum Verhältnis von Steiner zu Leadbeater. Dank für den Link!

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  8. Was das (künftige) Ätherherz anbetrifft: embryologisch betrachtet liegt die Herzanlage über dem Kopf (www.embryology.ch/allemand/pcardio/herzentwick01.html), worauf auch Steiner deutet (z.B. GA 201).

    Die 8-bl. Lotusblume kann man in Verbindung bringen mit dem Thymus (Bries) im Brust, und vielleicht mit der Verteilung in niedere (10-bl.) und höhere (8-bl.) geistige Welt (vgl. GA 93a.47).

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    1. Interessant, dass der Thymus für das Immunsystem zuständig ist, sich im Lauf des Lebens organisch zurück bildet, aber bei Ausfall für Immunprobleme und sogar Alzheimer verantwortlich gemacht wird. http://de.wikipedia.org/wiki/Thymus und http://de.wikipedia.org/wiki/Immunoseneszenz

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    2. Ja, und es gibt auch Verbindungen des Ätherherzes mit der Zirbeldrüse (Epiphyse) durch das Hormon Melatonin und dadurch mit dem Gedächtnis (Kronenlotus) und Alzheimer.

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    3. Zur geistigen Funktionalität der Zirbeldrüse auch u.a. hier im Blog http://egoistenblog.blogspot.de/2013/09/ajna-chakra-und-magische.html

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    4. Gibt es eine 'geistige Funktionalität'?
      (ich glaube nein...)

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    5. Möchte hier nicht wieder ein Begriffe-Verteidigen initiieren, aber über 'geistige Funktionalität' bin ich doch zu sehr gestolpert...

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    6. Schöne Aufsätze! Ergänzend ist seit 1995 naturwissenschaftlich bekannt, daß die Freisetzung von Melatonin aus der Zirbeldrüse die Erinnerungsprozesse in beiden Hippocampi, für das Langzeitgedächtnis wichtige Gehirnteile, reguliert. Elektrisch geht es da um 200 Hz-Rhythmen. Stress zerstört diese Prozesse.

      Das Zirbelsand (Hirnsand, Acervuli) wird von Steiner Gehirnsand oder Kalksand genannt. Die Hypophyse (Schleimdrüse) heißt bei ihm auch Gehirnanhang. Die korrespondierende Elemente seien Festes (1000-bl. Sinn) und Wasser (2-bl. Sinn).

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    7. Lieber Herr Birkholz, das sind schon erst einmal geistige Funktionen insofern, als wir hier vom Übergang vom ätherisch- Leibgebundenen zum ätherisch- Freien, aber zum "Leib" gehörend, sprechen. Das geschieht einerseits von selbst - beginnend mit dem Ende des ersten Jahrsiebts, geht aber weiter. Es muss dann - nach Kühlewind- aktiv ergriffen werden, sonst entstehen bestimmte Mechanismen wie Süchte u.a. Uns geht es hier im Blog um das aktive Ergreifen der Potentialität, um mehr und mehr Bewusstsein in den gesamten freien Ätherleib zu bekommen. Das Sich- Gewahrwerden im umfassenden Sinne dient der Ausbildung des Geistselbst, das diese geistige Leiblichkeit benötigt, um sich zu konstituieren. Es ist das, was ohnehin "natürlich" geschieht, aber heute eine nüchterne Tätigkeit ist, die einen gewissen Pioniergeist benötigt. Für ich ist es die persönlich- unpersönliche Realisation von Anthroposophie.

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    8. Lieber Michael,

      "Uns geht es hier im Blog um das aktive Ergreifen der Potentialität, um mehr und mehr Bewusstsein in den gesamten freien Ätherleib zu bekommen. "

      Beim und für ein "aktiven Ergreifen" und "mehr Bewusstsein" kann ich es mir nicht anders vorstellen als dadurch, sich (be)fragend Beobachtungen und Erfahrungen vorzulegen, um in den Raum vorzudringen, "um den es uns geht". Oder siehst Du das anders, wenn ja, warum?

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    9. Lieber Herr Eggert,
      da Sie Funktionen von Mechanismen abgrenzen, kann ich jetzt gut damit auskommen...
      Die Frage kam mir im Zusammenhang mit Melatonin, wäre es ein Mechanismus, dann könnte man (wie etwa bei Insulin, Adrenalin, Noradrenalin) mit der Applikation von Melatonin ganz bestimmte voraussagbare Effekte/Wirkungen erzielen.
      Melatonin reguliert (beispielsweise den Tag-Nacht-Rhythmus - als Medikament zur Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus ist es jedoch nicht geeignet - es können keine definierbaren Wirkungen erzielt werden.

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    10. Lieber Manfred, tastende Beobachtung ist sicherlich "das Mittel der Wahl", neben dem Entwickeln eines starken, unabhängigen Willens, der gestaltungsfähig ist, ja Gestalt wird- ein plastisches Wesen, sich gebend und empfangend. Es ist, wie Burghard oft betont hat, ein künstlerischer Gestaltungsprozess.

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    11. Lieber Herr Birkholz, in gewissem Grad kann man heute ja auch direkt mechanisch durch Applikation von Serotonin- Noradrenalin - Hemmern in psychisch- physische Prozesse eingreifen. Neben Antidepressiva treiben vor allem die internationalen Drogenlabore und der Gedanke an mentale Optimierung solche Entwicklungen voran; schließlich auch das Sport- Doping. Es geht schon um den psychisch- physisch "optimierten" Menschen.
      Vermutlich wird das bald ähnliche Entwicklungssprünge machen wie die Computer- Technologie.

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    12. Das ist ja der springende Punkt:
      Eine Meditation kann man jederzeit beenden, bei der Verwendung von Sustanzen muss man auf ihren Abbau warten. Abgesehen davon ist man den Bildern/Erlebnissen bei der Verwendung psychotroper Substanzen vollkommen ausgeliefert.

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    13. Gerade noch einen interessanten Artikel über Antidepressiva gefunden...

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  9. Jemand hier bekannt mit Ibogaine.? Ich hoerte mal das diesen Drug zB etwas hervorrufen konnte wie die Zurueckerinnerungen des Nahetodeserlebnisses, also dat es ein wirkt auf die kraefte des Aetherleibes (Erinnerungsleibes).

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    1. Bloß keine Experimente!
      Die ganzen Kandidaten, die sowas ausprobieren, landen meist bei uns auf der Intensivstation
      Und ich sager Dir: Die Trips sind einfach nur erbärmlich - speziell bei denen mit Acetylcholinesterasehemmern (Ibogain) zappeln die dann völlig unkontrolliert in ihrem Gitterbett, haben ihre Bewegungen nicht mehr unter Kontrolle (man kann' s kaum mit ansehen).
      Wenn (???) das gehen sollte, muss es dazu sicher von einem Profi geführt sein...

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    2. Erinnerungen sind organ- also leibgebunden (Lunge, Leber etc.) und reflektieren nur im Haupt (GA 205). Man spricht heute von Melatonin-Rezeptoren in den Organen.

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    3. Ja, das kann man heute auch erleben (so empfinde ich):Wenn man aufmerksam ist, kann man beobachten, wie unterschiedliche Erinnerungen unterschiedlichen Regionen der physischen Leibesausdehnung entsteigen.
      //
      Was passiert dann bei psychotropen Substanzen?
      Lösen sie bestimmte Erinnerungen los, das diese bevorzugt im Haupt gespiegelt werden oder machen sie das Haupt selektiv für bestimmte Erinnerungen sensibel?

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    4. Abnormen Erscheinungen entstehen heute (selektiv) aus dem, was eigentlich erst in der nächsten Inkarnation als innere Disposition (Sensibilität) des Gehirnes herauskommen sollte (s. GA 205).
      Die abnorme Erscheinungen sind auch regional verschieden bei verschiedenen Drogen (s. Ron Dunselman 2004, An Stelle des Ich). Ibogaine ist z.B. afrikanischer Herkunft, steht also zwischen halluzinogenen Pilzen und Opiaten.

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    5. Leider urteilt Dunselman - wie auch schon im Titel vorweggenommen - auch stark. Man ist mit gewachsener Ich- Entwicklung den psychedelischen Wirkungen der Droge nicht mehr ausgeliefert; es wächst auch in dieser Hinsicht Souveränität. Die hirnorganischen Wirkungen sind nicht zwingend. Ein entspanntes Verhältnis ist in dieser Hinsicht nicht verkehrt, wenn es im Sinne des Experimentes und der aktiven Arbeit damit verläuft. Eine Reihe von Medikamenten (z.B.reine Migräne- Medikamente) entstammen heute schon der Familie der psychedelischen Wirkstoffe.

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    6. Dunselman erwähnt schon die innigere Beziehung des "eigentlichen Ich" mit dem vegetativen Nervensystem („Gangliensystem“) im Schlafe und die parallele Lockerung des ätherischen Leibes im Haupte (GA 172.55 ff). Das wird von Steiner auch genannt die Fesselung und das Angriffspunkt des wirklichen Ichs in die Bildungskräfte im Sonnengeflechte, im Gegensatz zum Ich-Gedanke im Haupte (GA 174.125 ff).

      Es handelt sich beim Drogengebrauch also eher um eine „milde“ Entfesselung (Dissoziation) und Ausschaltung der regulären Tätigkeit (Somnambulismus, in freierer Weise mit der Umgebung korrespondieren, im Räume und in der Zeit allerlei von ferne zu sehen) als um psychische Ungesundheit (Wahnsinn, Deformierung).

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  10. Daher die geistige Funktionen: imaginativer (Stirn), inspirativer (Kehlkopf) und intuitiver (Herz) Sinn in GA 115 für drei höhere Sinne als der allgemein-menschliche Vorstellungssinn (Scheitel)?
    vgl. www.egoisten.de/files/drei_chakren.html und www.egoisten.de/meditation/drittauge/drittauge.html

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    1. Ich würde es eher so sehen, dass Stirn- Kehlkopf- und Herzchakra zusammenwachsen, um buchstäblich Raum zu schaffen für ein neues Organ, in dem das Geistselbst sich selbst erfahren kann - die inspirierten und intuitiven Elemente in sich enthaltend. Das sind Tiefenströmungen. Die imaginativen Bilder, wie sie Steiner in der Geheimwissenschaft im Detail dargelegt hat, tauchen im Hintergrund auf- betten das Geschehen ein in einer Art großer Historie des Werdens, Erscheinens und Vergehens.

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  11. Sehr schön, und in der Zirbeldrüse (in der Mitte des menschlichen Hauptes, GA 230) wird zuerst "ein vorläufiger Mittelpunkt" geschaffen:
    Mit Einfachem beginnt es, was vor allem geeignet ist, das verständige und vernünftige Denken des Kopfes zu vertiefen, zu verinnerlichen. Dieses Denken wird dadurch frei und unabhängig gemacht von allen sinnlichen Eindrücken und Erfahrungen. (GA 10)

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  12. JvH und waere er....:"bemerkenswert ist die Reaktion des veraenderten Organismus (des JvH) auf Alcohol. Selbst kaum messbare Quantitaeten, wie beispielsweise in Zahnpasta oder sogar der blosse Geruch von Alcohol, fuehren zu heftigsten Vergiftigingserscheinungen." seite. 21

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    1. Das ist völlig normal bei einer Fruktose- Unverträglichkeit. Es handelt sich um Zuckeralkohole wie Sorbit, Mannit, usw, die der Körper ebenso wenig wie Alkohol und Fruktose verarbeiten kann. Das mit dem Geruch ist dagegen eher hysterischer Natur- man riecht es natürlich mit Ekel (ähnlich wie Verwesung), wenn man es nicht mehr im geringsten gewöhnt ist; der Körper ist entwöhnt.. Es gibt im Internet ganze Foren voll von Leuten mit diesen Problemen.

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    2. Als es um ie Wirkunsansätze psychotroper Substanzen ging, musste ich auch sofort an die Zahnpasta mit dem Alkohol denken - hab dann aber gehofft, dass das mal ein
      '100% JvH-Free'-Thread werden könnte...

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  13. Kennt jemand hier Erfahrungsberichte bezüglich der Entwicklung eines Chakras nach operativer Entfernung des „zugehörigen“ physischen Organs? Würde mich interessieren...
    LG, Ingrid (derzeit nur sporadisch mitlesend)

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  14. So berechtigt solche Fragen/Sorgen sind, kommt man damit direkt in das (von mir bereits erwähnte) Fahrwasser der Hypochondrie. Der nächste fragt, was macht mein Herzschrittmacher mit meinem Herzchakra, ein anderer sorgt sich, wie sein Betablocker in dieser Hinsicht wirkt.
    Wir arbeiten hier sicher gegen große Hindernisse und jeder sollte dort arbeiten, wo er die Möglichkeiten dazu hat.
    Aber natürlich sind echte Erfahrungsberichte diesbezüglich sicherlich interessant...

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    1. Lieber Stephan,
      Ich frage nicht aus Neugier, und auch nicht aus Sorge, sondern aus Interesse.
      Und was mich interessieren würde, das wären - so es sie gibt - eben echte Erfahrungsberichte, keine bloßen Spekulationen. Ein solcher Bericht wäre hoffentlich so individuell, daß man nicht so leicht auf den Gedanken käme, es müßte für alle anderen Menschen ganz genauso sein...

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    2. Klassisch ist die Zirbeldrüse in der Kopfmitte ein Sensus communis oder allgemeiner Vorstellungssinn (Begriffs-, Denk- oder Gedankensinn, z.B. GA 293) für die Unterscheidung des Wahren von der Erscheinung (GA 10). Damit sei der Mensch imstande das nüancierte System der Obertöne in der Sprache „zurückzuschieben“, „hinwegzuhören“ um die anderen zu begreifen (GA 115). Die Lebensorganisation weicht dann zurück und macht einen Platz frei für eine Gedanke (GA 4, s. Eggert, Das dritte Auge).

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    3. Boie geht als Arzt in seinem lange vergriffenen Buch -Dietrich Boie, Das erste Auge. Ein Bild des Zirbelorgans aus Naturwissenschaft, Anthroposophie, Geschichte und Medizin. Stuttgart 1968- auf die Pathologie der Zirbeldrüse ein. Es gibt diesbezüglich eine Menge vorliegender pathologischer Befunde. So wesentlich das Organ, wie Ton heraus hebt, für die geistigen Sinne ist (das Verstehen Anderer, von Intentionen Anderer, usw), so sehr verschiebt sich dieser Sinn bei Wucherungen des Organ- nämlich in Richtung Überwältigung Anderer, sexuell und gewalttätig, dumpfe Aggression. Natürlich nicht zu generalisieren, aber mit vielen einzelnen Befunden.

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    4. Liebe Ingrid,
      ich weiß schon, dass Du mit diesen Fragen und Antworten umgehen kannst, die Antwort war nur allgemein formuliert.
      Ich habe eben viel mit sehr kranken Menschen zu tun, die innerhalb aller Widrigkeiten immer noch versuchen, ihre esoterische Entwicklung zu leben (also alles andere als ideal)...

      LG
      Stephan

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    5. Es gibt auch eine sagenhafte Verbindung zwischen dem „Innern des Kopfes“ (GA 10, Zirbeldrüse) und dem Gral: (GA 145, vgl. Bockholt, Ein Gralsburg im Gehirn, Natura 1926)

      „Bei Parzival ist notwendig, daß er hinaufhebt sein Interesse über das bloß unschuldige Anschauen zum innerlichen Verstehen dessen, was in jedem Menschen dasselbe ist, was der ganzen Menschheit zukommt, die Gabe des Heiligen Gral.“

      „Hingedeutet wird also darauf, daß die Abirrung beim Fischerkönig - denn das ist eigentlich Amfortas in der ursprünglichen Legende -, daß diese Abirrung beim Fischerkönig diejenige ist, welche nach der einen Seite geht. Er ist sozusagen doch nicht ganz würdig, durch den Gral wirklich das Heil zu empfangen. Er ist es aus dem Grunde nicht, weil er mit Machtmitteln beherrschen will sein Fischervolk; er läßt nicht nur den Geist unter diesem Fischervolke walten.“ (vgl. GA 144 und Klingsor in Kalabrien)

      Die Wiedergabe der Übung (aus GA 264 oder 267) in deinem Aufsatz ‘Drei Chakren‘ scheint mir nicht richtig zu sein. Das heißt nicht am Stirnpunkt, sondern „an die Stelle im Innern des Kopfes …, wo etwa die Z (Zirbeldrüse) sitzt.“, „was man die Mitte des Gehirns nennen könnte, …, in der Zirbeldrüse.“ (GA 227) oder der “vorläufige Mittelpunkt” im Kopfe (GA 10 und 13).

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    6. Danke für die Hinweise, ich werde so schnell versuchen, zu korrigieren bzw zu ergänzen.

      Löschen
  15. fand eben diesen Vortrag auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=x4Rsjq0BdUI&list=PLT1AcFHfC_XZZ6G2Vr5FdW90cdAT5QPC8&index=1

    und will noch an werner bohm erinnern: "Chakras. Die Wurzeln der Kraft"

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